Ich mach mal Pause…

Vielleicht mag es überraschend sein…viellicht auch nicht…

Aber ich brauch mal eine Pause…

…in den letzten Monaten habe ich so viel fotografiert, dass es mir für den Moment mal reicht. Ich beobachte immer mehr, wie sich eine gewisse Abhängigkeit vom Nachthimmel und seinen Schönheiten einstellt und so ist es jetzt einmal Zeit ein wenig auf Distanz zu gehen. Nicht nur zum Nachthimmel sondern auch zum Internet und zum Computer an sich…

Ich bedanke micht herzlich für das Interesse und auch für die vielen interessanten Beiträge, die ich lesen durfte…es war mir eine Ehre!

trash on!

 

Ist das nun echtes 3D ?

Dies ist mein vorläufig letzter Beitrag zum Thema „3D Bilder aus Astrofotos“…

Eine meiner Überlegungen im letzten Beitrag war, dass es ja möglich sein müsse ein echtes Mond-3D-Bild zu erzeugen, wenn man den Mond einfach zeitversetzt auf dem Sensor bannen würde.

In meinem ersten Buch, das ich mir zum Thema Astrofotografie zugelegt habe, bin ich dazu fündig geworden. Es heißt „Astrofotografie Blick zum Himmel mit der digitalen Kamera“ und wurde von Roland Störmer geschrieben. Im Buch wir erklärt, dass der 3D-Effekt aufgrund der Libration (das ist die Eigenbewegung die der Mond durchführt…der Mond ist ja eigentlich gravitativ an die Erde gebunden und zeigt uns deshalb immer die gleiche Seite. Dies stimmt aber nicht ganz so exakt. An seinen Rändern kann sich die Angelegenheit um biszu 9% verschieben.) erzeugbar sei. Somit lag ich mit meiner Vermutung, dass sich der 3D-Effekt mit einer Zeitversetzung der Bilder im Ausmaß von Monaten erreichen lässt richtig. Mit Stunden ist da aber eher nichts zu machen. Hier lag ich falsch. Der Autor gibt 4-6 Monate Unterschied an…

Ja warum lag ich denn falsch?

Ganz einfach: Als mir meine Idee kam, ging es mir weniger um die Libration, als um den geringfügig veränderten Lichteinfall und die unterschiedlichen Blickwinkel…

Bevor ich nun heute gelesen habe, dass es mit einem Versatz von Stunden also nicht funktioniert und dass die These, die ich mir zusammengesponnen habe, kompletter Unsinn ist, habe ich gestern einen Versuch zu diesem Thema gestartet:

stand

Aufgenommen habe ich diese 2 Bilder. Auf der linken Seite haben wir ein Foto, dass gesten um ca. 23 Uhr aufgenommen wurde. Heute gegen 6:45 wurde die gleiche Übung wiederholt. Daraus resultiert das rechte Bild. 7h Zeitunterschied also und eine deutlich veränderte Stellung des Mondes am Himmel.

Zuerst habe ich die Bilder so gedreht, dass der Mond jeweils in der gleichen Stellung sichtbar ist wie auf seinem Zwilling. Im Gegensatz zu meinen Mono-3D-Versuchen habe ich aber keines der Bilder manipuliert.

Anschließend wurde der Mond einer eher nicht unbedingt natürlichen Bearbeitung unterzogen. Dabei habe ich darauf geachtet, die Krater schon auf den Mono-Bildern gut herauszuarbeiten…

Hier sind nun die Ergebnisse…1x für die Ritter des Kreuzblicks und einmal für die Besitzer einer Anaglyphenbrille. (meiner bisherigen Einschätzung nach ergibt sich so eine Zielgruppe von 2-5 Personen 🙂 )

mond-x2

mond-mond-4

Canon 60d mit Russentonne 500mm…

Komischerweise hab ich das Gefühl, dass es eigentlich ganz gut geklappt hat, für den Umstand, dass es theoretischerweise nicht klappen hätte sollen…

Bei einem ähnlichen Versuch, den ich mit einem Einzelbild gemacht habe, war das in der Kreuzblick-Variante zum Aushalten…Eine Anaglyphenbrille-Version war aber nicht möglich…

Also…wie man ja unschwer an der Überschrift feststellen kann ist dieser Beitrag ein Frage…

Also wer Antworten zu den Fragen:

Ist das ein echter 3D-Effekt?

Wie kommt er denn zusatande?

oder

Ist ein 3D Effekt tatsächlich nur durch Libration oder auch durch minimal veränderten Lichteinfall möglich?

trash on?

Nachtrag:

Nun habe ich noch eine Animation mittels der beiden Bilder erstellt:

mond-x2

Dabei wird sichtbar, dass ein erheblicher Unterschied zwischen den Bildern besteht. Vor allem die Krater am rechten Rand sind interessant…auf den ersten Bild leuchten die äußeren Ränder der Krater, die eigentlich schon hinter dem Terminator liegen, noch…auf dem anderen kann man sie nicht mehr erkennen.

Trotzdem glaube ich nicht, dass die hier dargestellte „Bewegung des Mondes“ (die er in ca. 7h hingelegt hat) nur den Bewegungen der Himmelskörper geschuldet ist. Das Abbild des Mondes traf in einer anderen Lage auf die Optik und den Sensor… dadurch könnten unterschiedliche Verzerrungen entstanden sein. Und auch die Höhe des Mondes war jeweils unterschiedlich…so mag auch die Erdatmosphäre ihren Teil zur Unterschiedlichkeit der Bilder beigetragen haben…

 

 

3D mit Anaglyphen-Brille…

Der 3D-Wahn geht also weiter. Nun habe ich mir ein 3D-Brille besorgt….keine neumodische für das TV-Gerät etwa…nein eine sogenannte Anaglyphen-Brille. Ihre Gläser sind färbig. Links rot und rechts blau. (das hat aber diesmal wirklich nichts mit Politik zu tun 🙂 )

Viele werden eine solche Brille kennen…weiters hoffe ich aber darauf, dass so manch einer auch noch eine herumliegen hat. Um nämlich die folgenden Bilder zu betrachten:

p-1-von-1

nachschub-4-von-11

o-2-von-3

nachschub-6-von-11

Wenn man keine solche Brille besitzt, muss man nicht traurig sein…so toll ist der Effekt nicht. Die Kreuzblick-Methode funktioniert ganz klar besser und erhält zusätzlich die Farbe des Originalbildes…

Erstaunlich ist aber, dass die beiden Methoden überhaupt funktionieren. Es handelt sich hier ja um keine echten 3D-Bilder. Solche werden nämlich aus 2 Bildern aus verschiednenen Perspektive zusammengesetzt. Bei Nebeln und Galaxien ist deshalb also nur schwerlich ein echter 3D-Effekt zu erreichen. Bei Mond und Planeten dürfte die Sachlage aber etwas anders sein…bei den Planeten lässt sich offenbar von ihrer Rotation profitieren…ein interessanter Beitrag dazu hier:

https://seescho.wordpress.com/2017/01/09/jupiter-in-stereo/

Beim Mond müsste es noch besser funktionieren. Hier ist vielleicht sogar ein echtes 3D-Bild möglich. Nämlich durch zeitliche Versetzung der Aufnahmen. Man könnte z.B. ein Bild, sagen wir, beim nächsten Vollmond aufnehmen und die gleiche Übung zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen. Idealerweise liegen  dann Monate oder Tage zwischen den Aufnahmen. Ob Stunden auch reichen…darüber bin ich mir nicht sicher…wird sich schon mal testen lassen die Angelegenheit…

So…aber wie macht man denn solche Bilder eigentlich. Nun ja…meine ersten Versuche in Richtung Kreuzblick waren selbstgeschnitzt. Ich denke, wer sich die Bilder genauer ansieht, der erkennt sofort, wie sie gemacht wurden. Das linke Bild ist jeweils das Original und das rechte ist mit sich selbst überlagert, wobei die untere Ebene gleich bleibt und die obere leicht nach rechts und unten  verschoben wird…

Wermit dieser Beschreibung nichts anfangen kann, der lade sich diese Software herunter:

http://www.stereomaker.net/ger/stphmkr/index.html

Wenn man so wie ich keine echten Sterobilder zur Verfügung hat, funktioniert der Workflow ca. so:

Datei-Linkes/Rechtes Bild öffnen-dann die gewünschte Datei öffnen…nun ist sie am Bildschirm mit ihrem Doppel dargestellt-jetzt unter „Justage“ die Bilder so lange Ausrichten bis ein 3D-Effekt sichtbar ist…(wie schon oben angemerkt halte ich nach rechts unten für eine gute Richtung 🙂 )

Dies ist die Methode für den Kreuzblick. Verfügt man über eine 3D-Brille, wählt man einfach unter „Stereo“ Grau/Anaglyphen oder Farb/Anaglyphen aus. Die „Justage“ funktioniert genauso wie beim Kreuzblick…

trash on!

PS: Die Aufzucht von Anaglyphen hat leider dazu geführt, dass ich in mein 3D-Kabinett eine Trennwand einziehen musste. Nun gibt es also auch noch diesen Unterpunkt in meiner Galerie:

https://trash-hole-oberservatory.com/3d-brille-blaurot/

…dort sind weitere Bilder zu sehen…

Wintergatan heißt Milchstraße auf schwedisch…

Ich finde ja, dass wenn man sich schon nach unserer Heimatgalaxie benennt, sollte man schon etwas auf dem Kasten haben…dies trifft auf diese Formation hier absolut zu…vor allem die selbst entworfenen Instrumente sind schon eine Klasse für sich…im Netz sind noch einige Videos mehr zu finden. Unter anderem auch ein Clip zur genauen Funktionsweise der Marble Machine…

marble on!

Das Spacewalker 3D-Glas III…

Hier nun also der dritte Teil meiner Spacewalker-Fernglas-Reihe…um den folgenden Test nachvollziehen zu können, muss man den Kreuzblick, der auch in den letzten Beiträgen zur Anwendung kam, beherrschen…sonst machts leider keinen Sinn… 🙂

hier noch einmal die Kurzanleitung und ein paar Beispielbilder:

https://trash-hole-oberservatory.com/3d-bilder-2/

Nun möchte ich gerne 3 Paradeobjekte des winterlichen Nordhimmels durchgehen. Es handelt sich um M42, M31 und M45 also den Orionnebel, die Andromedagalaxie und die Pejaden.

Dabei ist folgendes zu beachten: Es wurde am Stadtrand und damit unter teilweise aufgehelltem Himmel beobachtet. Was sich bei der Astrofotografie gerade noch kaschieren lässt, ist bei der bloßen Beobachtung leider oft schon katastrophal…

Generell geht es mir darum den 3D Effekt des Spacewalker anschaulich darzustellen. In den letzten Tagen habe ich sehr viel mit 3D-Effekten herumgespielt und dabei wurde mir eines sehr sehr bewusst: Hat man viele Objekte auf einem Bild, wird der 3D-Effekt eher deutlich ausfallen…sind es dagegen nur wenige, ist auch das räumliche Empfinden geringer. Dies führt nun dazu, dass die Intensität des  3D-Effektes auch indirekt mit der Lichtstärke des optischen Geräts und der Himmelsqualität zusammenhängt. Je besser das Lichtsammelvermögen und die Qualität des Himmels, desto mehr Objekte oder Details werden sichtbar und desto ausgeprägter wird der 3D-Effekt ausfallen. Das schreibt der Hersteller aber fairerweise auf die Verpackung.

…also wird es zu einem späteren Zeitpunkt auch einen Landhimmel-Test aus der Waldhütte geben…im Moment sind aber nur Stadtrandergebnisse verfügbar und auch die können interessant sein. Zum Beispiel für jene, die sich fragen: „Macht das Teil auch am Stadtrand Sinn?“

Bitte den Text unterhalb der Bilder beachten:

kjjch-1-von-1

Der Orionnebel: Ich habe meine Beobachtung hier ziemlich genau nachgebildet. Durch die sichtbaren Nebelanteile ist M42 eindeutig dreidimensional sichtbar. Die Sterne sind in meinem Bild etwas verzogen. Dies habe ich absichtlich in Kauf genommen, um den beobachteten 3D-Effekt zu erzielen.

gdjgf-1-von-1Die Andromedagalaxie: Hier wird sehr klar, dass der 3D-Effekt nichts mit wissenschaftlichen Fakten zu tun hat: M31 befindet sich vor den Sternen und diese zieren den Hintergrund. Nun wo befinden sich die Sterne die man auf dem Bild sieht wirklich? Es sind Sonnen der Milchstraße und so können sie nur schwerlich weiter weg sein als M31. Wer sich daran stört, sollte unbedingt die Finger von dem Glas lassen!

jgchhx-1-von-1Nun noch M45. War mit Abstand das schwierigste Objekt. Daher habe ich dünne Nebelanteile auf den Bildern belassen und einen starken Doppel-Effekt der Sterne in Kauf genommen. (die Nebelanteile habe ich nicht beobachtet!) Unterm Strich habe ich den 3D-Effekt hier  ganz gut nachgebaut. Bei meiner Beobachtung kam dieser aber nicht durch die Nebelanteile sondern die relativ hohe Sterndichte des Objektes zustande. Die Sterne waren im Gegensatz zum Bild aber knackscharf…

…so das wars auch schon wieder….

Fortsetzung folgt!

trash on und CS!

 

 

Das 3D-Kabinett…

Nun eigentlich wollte ich ja nur auf einen ansehnlichen Test für das Spacewlaker-Glas hinaus. Gestern bin ich aber total in die 3D-Spielerei hineingekippt und daher eröffnet heute mein kleines 3D Kabinett:

https://trash-hole-oberservatory.com/3d-bilder-2/

Bei dieser Gelegenheit möchte ich aber auch auf die vielen weiteren Hinterzimmer meiner Galerie aufmersam machen:

wie z.B.:

https://trash-hole-oberservatory.com/nutzliches/

oder aber auch:

https://trash-hole-oberservatory.com/galaxien/

usw.

Nun noch 2 Bilder als kleine Motivation:

3d-10

3d-13

So jetzt aber an die Arbeit…der versprochene Spacewalker-Test wartet…

trash on und CS!