Wetter

Wenn man von der Erde aus Astronomie betreibt, ist man vor allem vom Wetter abhängig. Manchmal so scheint es will es wochenlang nicht klar werden und meistens genau dann nicht, wenn man gerade ein neu erworbenes Zubehörteil sehr dringend ausprobieren möchte. Wer sich also unbedingt ein neues Fernrohr zulegen muss, sollte wissen, dass er damit für die Mindestdauer von 2 Wochen bewölkten Himmel heraufbeschwört…(dabei gilt je größer die Öffnung desto krasser das Sauwetter)

Als Astronom ist man nun in hohem Maße abhängig vom Meteorologen. Je schwerer die Montierung und je größer das Röhrl, das man benutzten möchte (vom Berg an Zubehör, dass man meist zusätzlich braucht ganz zu schweigen…) desto größer wird das Verlangen nach einer fundierten Meinung zum aktuellen Wettergeschehen, denn das ewige Auf und Abbauen deiner Ausrüstung mag zwar eine gute Übung sein, führt aber auf die Dauer zu Ermüdungs.- und Lähmungserscheinungen.

Jede Jahreszeit hat so ihre Tücken. Frühling und Frühsommer pflegen meist unbeständige Wetterfasen zu präsentieren. Es kann schon mal vorkommen, dass sich eine sternenklare Nacht in ein brausendes Gewitter verwandelt. Da möchte niemand sein Fernrohr draußen haben. Der spätere Sommer und der Herbst sind da schon etwas stabiler was die Wetterlage betrifft. Dafür hat es der Herbst aber wunderbar drauf den Nebel überraschend einfallen zu lassen, was meist noch schlimmer ist als bewölkter Himmel, weil deine Ausrüstung dann auch so richtig fein feucht wird. Im Winter gibt’s dann eher weniger Nebel. Dafür manchmal extrem lange „Leider bewölkt Wochen“ Zudem ist im Winter meist die Kälte sehr störend. Kaum werden aber die Temperaturen endlich gemütlich kommen schon die Stechmücken aus dem Tümpel gekrochen (zu gegebener Jahreszeit werde ich allerdings ein „!Heilmittel!“ vorstellen, dass dich in dieser Angelegenheit die Oberhand gewinnen lässt…)

Also wie nun umgehen mit dem Wetterproblem?

1. Beobachte das Wetter wann und wo immer du kannst. Entwickle ein Gefühl dafür. Nach einiger Zeit wird dein eigenes Empfinden teilweise den Wetterbericht ersetzen oder widerlegen können.

2. Hier 2 Wetterdienste die ich gerne heranziehe.https://www.meteoblue.com/de  ist meist zuverlässig und bietet auch Satellitenbilder. Da ich in Österreich lebe verwende ich auch das hier: http://www.zamg.ac.at Ist zum Beispiel beim Vorhersagen von Nebel besser als meteoblue.

3. Prüfe dein Gefühl für Wetter, wie deine Quellen ständig…

Andromedagalaxie (August 2014)

Diese eine riesige und wunderschöne auf uns zukommende und in Milliarden von Jahren sich mit der Milchstraße vereinende Galaxie hat es verdient unermüdliche 19 h belichtet zu werden.

TS ED 70mm f/6 Reiseapo Brennweite 420mm auf NEQ6. Guiding MGEN.

M 31 und ihre Begleiter befinden sich in einer Entfernung von ca. 2,5 Mio Lichtjahren. Das bedeutet, dass das von mir aufgefangene Licht schon seit vorgeschichtlicher Zeit unterwegs ist. Der Blick ins Weltall ist immer ein Blick in die Vergangenheit…

m31 (1 von 1)

Die Andromedagalaxie kann man vielerorts schon mit bloßem Auge beobachten und selbst auf einer 50mm Aufnahme kann man sie bereits als Galaxie erkennen. Darum habe ich in diesem Fall die vergleichsweise niedrige Brennweite von 450mm gewählt.

Sie ist ein leicht aufzufindendes Objekt, dass man auch von der Stadt aus in einem Sucher gut erkennen kann.

Zusammen mit der Milchstraße ist sie Teil der „Lokalen Gruppe“, die eine Ansammlung von Galaxien ist.

Mit einem Halo Durchmesser von rund einer Million Lichtjahren ist sie der größte Vertreter der „Lokalen Gruppe“. (So wird jene Ansammlung von Galaxien genannt, der auch die Milchstraße angehört)

Weiters sind auf dem Bild M31 und M110 zu erkennen.

Wer das alles noch ein wenig genauer wissen möchte für den sei das:

http://de.wikipedia.org/wiki/Andromedagalaxie

Vögel vor dem Mond

Eigentlich hätte auf diesem Bild etwas völlig anderes zu sehen sein sollen. Nämlich eine Industrieanlage mit Mond. Leider sind dann genau im falschen Moment Wolken aufgezogen. Dafür habe ich aber im richtigen Moment abgedrückt, als ich nämlich das Gefieder kommen sah. Die Belichtungszeit hatte ich allerdings noch nicht korrekt eingestellt und daher wurde das Bild etwas zu dunkel. Ich musste es nachträglich etwas aufhellen.

Weiters habe ich nur einen gewissen Bildausschnitt verwenden können. Meine Brennweite lag bei der Aufnahme ja nur bei 420mm. Ursprünglich hätte ja die Industrieanlage mit am Bild sein sollen und da hätten die 420 genau gepasst.

Auf dem Gesamtbild sind die Vögel nicht als solche zu erkenne weil sie zu klein sind. Also künstlich aufgehellt und vergrößert und das schlägt sich sichtbar auf die Qualität. Dafür aber Vögel vor dem Mond…

vogelmond (1 von 1)

Der Nordamerikanebel im Sternbild Schwan (letzter Sommer)

olnordamerika (1 von 1)

Ein kleiner Reiserefraktor wurde auf der doch schon sehr stabilen NEQ6 befestigt. Aufgenommen wurde mit einer Canon 40d (astromodifiziert) bei ISO 800

Belichtungszeit ca. 4h a 3min

Wegen der Lichtverhältnisse am Stadtrand konnten die Einzelaufnahmen nicht länger Belichtet werden. Längere Belichtungszeiten bedeuten bei der Astrofotografie meist mehr an Information. Wenn der Himmel aber aufgehellt ist, dann kann auch das Gegenteil der Fall sein und somit muss dann die Belichtungszeit verkürzt werden.

Die einzelnen Aufnahmen sollten im RAW-Format gemacht werden. Man kann sie dann mit der supergenialen Software „deep sky stacker“ zu einem Gesamtbild aufaddieren.

Mit einer durchschnittlichen Montierung ist es bei niedrigeren Brennweiten möglich für 30sec bis 1 Minute ohne Guiding zu belichten. So habe ich das anfangs gemacht. Hute besitze ich einen MGEN-Autoguider. Was Guiding und der MGEN sind darauf komme ich in späteren Blogs zurück.

Ich möchte jedoch kurz erklären, was eine astromodifizierte Spiegelreflexkamera ist. Normalerweise befindet sich in jeder Kamera ein Infrarotsperrfilter. Der filtert, wie ja der Name schon sagt, das Infrarote Licht. In der Alltagsfotografie ist das sehr sinnvoll, da sonst alle Bilder einen leichten Rosa-Stich hätten. Auf Astrofotos wollen wir jedoch schöne rote Gasnebel sehen und da ist mehr eben mehr.

Im Netz findet man sowohl Anbieter für den Umbau sowie fertig umgebaute Modelle…

Historische Aufnahme 2 (Venustransit)

Hier der Venustransit im Weißlicht. Weißlichtfilter, die man vor seinem Teleskop anbringt, kann man leicht aus Sonnenfilterfolie, Moosgummi und Klebeband herstellen. Bitte sorgfältig arbeiten! Sonnenlicht und Fernrohr sind eine gefährliche Kombination. Der Sonnenfilter muss gut befestigt sein, damit er nicht vom Wind geholt wird oder einfach abfällt. Dringt das Sonnenlicht nämlich ungefiltert in das menschliche Auge wird man im wahrstem Sinne erleuchtet. Nur dass bei dieser Art von Erleuchtung wohl eher ein Auge ausfällt als noch ein drittes aufgeht. Wenn Kinder zugegen sind darf ein Teleskop deshalb im Freien niemals unbeaufsichtigt sein. Bei Unsicherheiten die Sonne als Beobachtungsobjekt lieber gut sein lassen.

Die Sonne erscheint von der Erde aus hell genug um sie auch aus der Stadt fotografieren zu können.

Ich meinerseits stapfte am 6.12.12 mit Montierung, Rohr, Kamera und selbstgebasteltem Sonnenfilter auf den nahegelegenen Golfplatz. Bereits um 6 Uhr bin ich in Stellung aber noch ist es etwas bewölkt. „Der nächste Venustransit wird erst in 105 Jahren sein“ schoss es mir durch den Kopf. Also trotz der Wolken höchste Konzentration und Wachsamkeit. Ein Grüppchen japanischer Golfspieler sammelt sich um mich und man möchte wissen was ich hier mache. Nun. Ich kann es nicht erklären sie nicht verstehen und wir verabschieden uns freundlich voneinander. „Vielleicht schauen sie ja heute die Nachrichten“ denke ich und sammle die Konzentration erneut. Was ist mit dem Himmel? Das Wolkenband reißt auf und da ist sie. Majestätisch golden und die Venus im Gebäck. Juchuuu…

venus (1 von 1)-2

Historische Aufnahmen 1 (Komet PANSTARRS)

Material aus den historischen Archiven des THO. Komet „Panstarrs“ nahe der Andromedagalaxie….Für solch ein weitwinkeliges Foto muss noch nicht nachgeführt werden. Es sind also nur Kamera, Stativ, Objektiv und Fernauslöser notwendig.

Die Belichtungszeit darf nicht zu hoch sein. Sonst werden aus den Sternen Striche. Man macht also die Blende weit auf und rauf mit den ISO-Werten bis du das Rauschen nicht mehr aushalten kannst….das ist dann eigentlich alles!panstarrsbeschriftet

Das THO

Was macht ein gutes Observatorium aus?

1. Ein dunkler Landhimmel

2. Eine ausgezeichnete Optik auf einer stabilen Montierung

3. Und darumherum eine wunderbare Kuppel damit man jederzeit unmittelbar startbereit ist.

Nun um es kurz zu machen. Das habe ich alles nicht in der kleinen THO- Sternwarte (THO ist natürlich die Abkürzung für „trash-hole-observatory“) Diese Seite richtet sich damit ausdrücklich nicht an Halbprofis. Ich möchte mich vielmehr an den durchschnittlich motivierten Anfänger wenden, der sich am Stadtrand hausend fragt: „Kann man vor meiner Haustür eigentlich Sterne beobachten oder gar fotografieren?“