Simple Astrofotografie…

Hier möchte ich einige sehr simple Möglichkeiten Astrofotografie zu betreiben vorstellen. Was dafür notwendig ist, befindet sich meist schon im Besitz eines Hobbyfotografen.

Kamera, Stativ und Fernauslöser…

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Für den Mond ist nur eine sehr kurze Belichtungszeit notwendig, während andere Objekte nachts eher länger abgelichtet werden sollten. Somit ist es ratsam solche Bilder aus 2 Fotos von unterschiedlicher Belichtungszeit zusammenzustellen. Außerhalb des rechten Bildrands würde sich eigentlich das höchste Gebäude Österreichs befinden. Hab ich abgeschnitten…:)

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Wenn es nicht erwünscht ist die Oberflächenstruktur des Mondes anzudeuten, ist das aufwändige Schnipseln jedoch nicht notwendig…

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Hier ein kurzer Mondlauf. Dafür habe ich alle 10 Minuten ein Bild gemacht und die Ergebnisse dann übereinander kopiert.

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Auch mit unserem Zentralgestirn lassen sich Experimente machen…

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Abenddämmerung. Hier kommt allerdings mein 420mm Refraktor zum Einsatz…

ACHTUNG! Wenn es um die Sonne geht, dann ist immer größtmögliche Vorsicht geboten. Es besteht Gefahr für Auge und Ausrüstung.

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Sehr trashige Milchstraßen-Aufnahme. Wurde mit einem Fischauge-Aufsteck-Adapter zum Preis von Euro 40 gemacht. Man sieht deutlich wie verzogen die Sterne am Rand sind. Bei kleinen Brennweiten hat man den Vorteil, dass längere Zeit (1-höchstens 2 Minuten) ohne Nachführung belichtet werden kann.

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Hinter dem Wald gehen die Sterne auf…

trash on!

Was ist Lo-Fi?

Hier erst mal die Wikipedia-Erklärung

Low Fidelity oder Lo-Fi bezeichnet Musik, die mit simplem technischen Equipment aufgenommen wurde oder so klingt, als wäre die Aufnahme mit solchem gemacht worden. Das Antonym dazu ist High Fidelity bzw. Hi-Fi.

Die musikalische Qualität der eigentlichen Songs ist von der Aufnahmeart nicht betroffen, weshalb Lo-Fi nicht für minderwertige Musik steht. Die benutzten Studiogeräte und elektronischen Musikinstrumente entsprechen aus Gründen einer gewollt „retro“ wirkenden (an historischen Vorbildern orientierten) Klangästhetik nicht dem Stand der aktuellen technischen Entwicklung.

Wer den gesamten Eintrag lesen möchte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Low_Fidelity

Also bedeutet eine „Lo-Fi Herangehensweise“ wohl am ehesten etwas mit simpelsten Mitteln zu kreieren. In der Musik ist das tolle daran, dass dadurch manchmal etwas von ungeahnter Authentizität entsteht. In der Astronomie mag das ein klein wenig anders gefächert sein. Da ist mehr meistens mehr.

Trotzdem finde ich den Gedanken mit geringen Mitteln etwas zu schaffen hier wie dort interessant und ich denke in vielen Disziplienen gilt: Um mit geringen Mitteln auszukommen braucht es oft umso mehr an Können.

Vielleicht stimmt auch das in der Astronomie nicht immer ganz. Es gehört eindeutig mehr Können dazu einer CCD-Kamera ein Bild zu entlocken, als einer Canon und die Canon ist hier wohl das klar geringere Mittel was ihre Anschffungskosten betrifft…

Nun aber zur großen Gemeinsamkeit der Lo-Fi-Familie. Der Lo-Fi-Gedanke ermöglicht es einem an etwas teilzunehmen, das man sonst nicht machen könnte ohne das Gefühl zu haben eine furchtbare Stümperei zu betreiben. Man sagt dann einfach das Zauberwort „Lo-Fi“ und schon ist man dabei. So ähnlich wie Marcel Duchamp herausfand, dass schon alleine der Kontext, dass ein Objekt im Museum steht gewissermaßen ein Kunstwerk erschaffen kann.

Bei einem Lo-Fi-Musikstück kann es sein, dass der Song irre gut ist oder der Interpret sehr gut spielt. Das wird man auch höhren können, wenn das Musikstück auf einer Musikkassette aufgenommen wurde. Vielleicht braucht der ein oder andere Jungspund jetzt das: http://de.wikipedia.org/wiki/Kompaktkassette

So ist es auch in der Astronomie. Wenn du den Mond mit geringen Mitteln abbilden kannst, dann kann man daran erkennen, dass du in der Lage bist den Mond am Nachthimmel zu finden. Wenn du M31 so abbilden kannst, dass man sie zumindest in Ansätzen erkennt, dann merkt man daran, dass du M31 auffinden und fotografieren kannst. Wenn du es schaffst die Kamera ein weing nachzuführen (Erdrotation ausgleichen) und du nicht nur lauter Striche auf der Aufnahme hast, dann ist klar. Der Mann/die Frau weiß wo Polaris ist, kann eine Montierung einnorden und ein Objekt auffinden. Da spielt die Qualität gar keine so große Rolle.

Alos Lo-Fi-Astronomie ist Astronomie für Jedermann…

trash on!

Ich lass mal machen…über GoTo

Der Mensch ist immer wieder sehr kreativ, wenn es darum geht eine Sache voll auszukosten, ohne etwas dafür leisten zu wollen. In der Astronomie ist dabei eine beliebte Variante das GoTo-Teleskop. „GoTo“ bedeutet, dass das Teleskop selbstständig Ziele am Himmel anfahren kann. Mit einem GoTo-Telskop, so wir versprochen, lösen sich alle Probleme des Einsteigers wie von Zauberhand. Bei so manch einer Teleskop-Verpackung muss ich aber sagen, dass es mir schwer fällt, bei ihrer bloßen Betrachtung, das Frühstück drinnen zu behalten. Mit nur ein paar Handgriffen und ohne besondere Vorahnung soll es möglich sein den Nachthimmel zu erobern und um einem den Mund so richtig wässrig zu machen finden sich auf der Verpackung auch noch ein paar Deep-Sky-Objekte in Farbe. Ich würde mal sagen bei solchen Angeboten ist die enttäuschte Erwartungshaltung schon vorprogrammiert. Wenn du in Windeseile bunte Bilder aus dem Weltraum sehen willst dann hab ich eine bessere Lösung! Kauf die eine DVD über das Universum. Da lernst du auch noch etwas dazu und preislich ist das bei weitem günstiger…

Was hab ich gegen GoTo? Gar nichts. Ich besitze ja selbst 2 GoTo-fähige Monierungen und in der ein oder anderen Situation kann die elektronische Hilfe schon sinnvoll sein. Womit ich aber ein Problem habe ist, dass man offensichtlich gerne die Ahnungslosigkeit des Einsteigers nutzt um ihn zu narren.

Problem 1: GoTo funktioniert nur dann zufriedenstellend, wenn es in ein hochwertiges System eingebunden ist. Somit bedeutet ein „gut funktionierendes GoTo“ gleichzeitig ein wenig tiefer ins Brieftascherl greifen zu müssen. Entspricht das dem Geist des Anfängers?

Problem 2: „GoTo ohne Vorkenntnisse“ ist in gewissem Sinne eine leeres Versprechen. Eine GoTo-Montierung muss am Sternenhimmel ausgerichtet werden, bevor man das GoTo überhaupt verwenden kann. Dabei müssen mindestens 2 Sterne aufgefunden werden. Ganz ohne Vorkenntnisse wird das ein Problem sein!

Problem 3: Wenn man in der Astronomie fortschreiten möchte, dann ist es wichtig die Dinge von Grund auf zu verstehen und nicht auf halben Weg einzusteigen. Wichtige Grundlagen werden so später fehlen.

Problem 4: Wenn man nur wenig Budget zur Verfügung hat sollte man jeden Cent in die Qualität der Optik stecken und nicht in teure Elektronik.

Zu diesen 4 edlen Wahrheiten über GoTo-Systeme kommt noch die Tatsache, dass das Erfolgserlebnis schlichtweg ausbleibt, wenn man nie gelernt hat selbst zu suchen oder gar zu finden.

Worin liegt aber der Vorteil von einem GoTo-System?

Nun ja. Für einen fortgeschrittenen Beobachter kann es durchaus Vorteile geben. Ich selbst wohne am Stadtrand und habe gegenüber Landbeobachtern den Nachteil, dass sich sehr viele Deep-Sky-Objekte mit Sucher oder Fernrohr nicht sehen lassen. Daher muss ich bei der Astrofotografie oft anhand der Sterne um das Objekt herum einschätzen, wie ich das Fernrohr einzustellen habe. Neulich wurde mir das mal zu blöd und ich hab mir mit dem GoTo weitergeholfen. Das war aber ein Einzelfall! Wo es vielleicht noch sinnvoll sein könnte ist bei einer astronomischen Vorführung für Freunde, wo es etwas schneller gehen muss oder man womöglich Angst vor Nervosität hat. Wäre aber auch in diesem Fall peinlich, wenn die Elektronik ausfällt und man sich nicht mehr zu helfen weiß…

Also was ich für ein Einsteigerteleskop halte habe ich, denke ich, schon in einem anderen Beitrag geklärt. Das man GoTo in der ein oder anderen Situation ganz  gut anwenden kann, gebe ich zu und in manchen Fall macht es Sinn eine GoTo-Montierung anzuschaffen, weil die ein ganz klein winzig genauer läuft als ihr Pendant ohne GoTo und sich vielleicht so besser für Astrofotografie eignet. Ein gutes Beispiel dafür ist die NEQ3…mit einem guten Einstieg ohne Vorkenntnis hat das allerdings nichts zu tun.

In vielen Jahren um die Weihnachtszeit gab es beim Hofer (oder wie unsere Nachbarn sagen beim „Aldi“) das wunderbare Meade ETX-70 ich glaube um 254 Euro oder so. Dieses Angebot ist ein klassisches Beispiel für meine Argumentation. Das GoTo funktioniert gar nicht schlecht. Man muss es aber zuerst mal zum Laufen bringen. Die Optik ist allerdings weniger vielversprechend und so ist in diesem Falle klar. Rund 200 Euro dürfte man in Elektronik investieren und nur 54 in das optischen System. Das ist kein gutes Angebot. Ich selbst besitze zwar auch eines und in späteren Beiträgen werde ich auch sicher noch darauf zurück kommen, aber ich hab das meine um Euro 50 am Gebrauchtmarkt erstanden und das halte ich wieder für ein extrem gutes Angebot. Ich hab es mir allerdings nicht zugelegt um einen Einstieg in das Hobby Astronomie hinzulegen, sondern um daran herumzubasteln…

(Aufgrund solcher Angebote sollte man nach Weihnachten auf der Lauer sein. Viele Menschen versuchen dann ihr geschenktes Teleskop wieder loszuwerden…)

Fazit: GoTo-Teleskope sind keine Einsteiger-Geräte, die Unterricht in Sachen Nachthimmel geben können. Billige GoTo-Systeme werden ohnehin nur unzureichend funktionieren und teure sind für den Einstieg sehr gewagt. Lass also besser die Finger davon. Und Vorsicht bei allzu großen Versprechungen!

Trash on!

Plane deine Beobachtungsnacht!

Eine Beobachtungsnacht will immer gut geplant sein. Die Sichtbarkeit von Objekten ist ja von Tages und Jahreszeit abhängig und somit tut man gut daran sich schon bei Tageslicht einen Überblick zu verschffen, was denn sinnvolle Beobachtungsobjekte sein könnten. Dabei ist das klassische Mittel eine drehbare Himmelskarte. Es ist möglich sie nach Datum und Urzeit so einzustellen, dass sie den Sternenhimmel so abbildet, wie er zur jeweiligen Zeit ist.

Die Möglichkeit der „Drehbaren Himmelskarte“ sind aber in gewissem Sinne begrenzt, denn es sind keine Planeten oder etwa der aktuelle Stand des Mondes zu sehen. Auch Hochaktuelles wie Kometen oder Kleinstplaneten zeigt sie nicht.

Darum empfehle ich folgende Software: http://www.stellarium.org/de/

Sie ist gut und gratis und zeigt den Sternenhimmel so wie er kommende Nacht sein wird. Datum und Urzeit lassen sicht mit ein paar Mausclicks einstellen und die Planung für die Beobachtungsnacht kann beginnen…

Warum trotzdem eine Sternkarte?

Beim Beobachten ist es wichtig das Auge an die Dunkelheit zu gewöhnen. Schaust du jetzt immer wieder in den Computerbildschirm, dann werden sich deine Augen auch immer wieder neu einstellen müssen. Das Problem ist dabei hauptsächlich das weiße Licht, wie es eben vom Computerbildschirm oder einer Taschenlampe abgegeben wird. Also machst du folgendes: Nimm eine kleine Taschenlampe und bringe eine Stück roter, transparenter Folie vor dem Licht an und du hast deine erste selbstgebaute Astrolampe in Händen. Mit dem roten Licht, das nun aus ihr dringt beeinträchtigst du deine Sehkraft nicht mehr so stark. Damit kannst du jetzt im Dunklen deine Sternenkarte lesen und dir anschauen wo du was suchen musst.

Noch sitzen wir aber vor unserem Computer und unserer Planetariumssoftware. Erstelle nun eine Liste. Was willst du beobachten? In welchem Sternbild wird das Objekt zu finden sein? In welcher Himmelsrichtung erwartest du das Sternbild? Oder wird es sich über dir nahe dem Zenit befinden? All das solltest du bereits vor deiner Beobachtungsnacht wissen. Um im Feld auch Fakten parat zu haben kannst du auch folgende Daten auf deine Liste nehmen: Wie weit ist das Objekt weg? Was ist zu sehen? Welche physikalischen oder chemischen Eigenschaften hat das Objekt? usw. Vergiss nicht, dass man meist nur Milchige Flecken in Graustufen durch das Fernrohr sieht. Mit ein bisschen Wissen macht es da gleich mehr Spaß.

Sternbilder sind gerade in Stadtnähe (weil man nur sehr wenige Sterne sieht) aber auch am Land (weil da oft so viele helle Sterne zu sehen sind, dass man erst einmal den Überblick behalten muss) für einen Anfänger sehr schwierig zu erkennen. Darum ist es oft um so wichtiger sich ordentlich vorzubereiten. Ich meine um es gleich ehrlich zu sagen. Kein einziger meiner Pläne für eine Beobachtungsnacht hat jemals gehalten. In der Praxis läuft es eben oft anders als am Computerbildschirm. Wolken, eine Hauswand, Stechmücken usw usw..die Praxis bringt eben ihre eigenen Schwierigkeiten. Und gerade aus diesem Grund sollte die geplante Aktivität zumindest theoretisch gut durchüberlegt sein.

trash on!

Das erste THO….der 76/300 Minidobson

Füttere doch mal deine Suchmaschine mit folgendem Suchbegriff: „76/300″

Mit großer Wahrscheinlichkeit hast du nun eine Ansammlung von verschiedenen Webseiten, die dir ein kleines Dobson Teleskop mit 76mm Öffnung und 300mm Brennweite andrehen wollen, vor dir.

Mein erstes Teleskop bekam ich durch ein Tauschgeschäft mit meinem Schwager. Ich gab ihm einen alten E-Bass und er mir dafür einen ausrangierten Skywatcher-Refraktor auf einer EQ3-Montierung.

Da stand es nun. Das Fernrohr. Und als ich es im Abendlicht betrachtete schoss ein Impuls durch meine Gehirnwindungen. So etwas wollte ich seit ich ein kleiner Junge war. Welch ein Glücksfall es jetzt endlich zu besitzen.

Und die Nacht begann…und der Frust kam…und der Frust blieb…

Ich besaß nun ein Teleskop und auch eine Sternenkarte hatte ich mir zugelegt. Doch finden konnte ich nichts. Rein gar nichts. Nach der fünften Nacht ohne Erfolg und den durch meine unsachgemäße Behandlung entstandenen Schaden an der Montierung, gab ich endlich auf und fast 2 Jahre sollten vergehe bis ich mich zu einem erneuten Versuch hinreißen ließ.

Diesmal versuchte ich es mit einem anderen Instrument. Einen 76/300 Dobson und das bereue ich bis heute nicht…

Was sind die Probleme des Anfängers?

1. Er hat keine Ahnung vom Sternenhimmel

2. Er hat keine Ahnung vom Teleskop

3. Er hat keine Ahnung von der Montierung

Also was nun?

Erst mal auf den Sternenhimmel konzentrieren!

Für den Anfang ist es wichtig eine einfach zu bedienende Montierung zur Verfügung zu haben und was könnte einfacher sein als eine Dobson Montierung. Sie wurde von John Dobson erfunden, der eigentlich Mönch war, aber sich immer mehr von der Astronomie angezogen fühlte. Er stellte die meisten seine Teleskope selbst her. Der Legende nach fertigte er sogar aus alten Flaschen Teleskopspiegel und mit seine Dobson Montierung öffnete er für Leute mit schmaler Geldbörse eine Pforte zur Astronomie. John Dobson ist leider im heurigen Jahr verstorben. Hier ein Link zur Erinnerung:

http://de.wikipedia.org/wiki/John_Dobson:

Nun zu den Vorteilen einer Dobson Montierung:

-Einfachste Bedienung

-Kein Ausrichtung auf Polaris oder nach Norden mit Kompass notwendig

-Plug and Play!

-Bei weitem kostengünstigste Variante einer Montierung

Demgegenüber steht nur ein einziger aber entscheidender Nachteil:

-Es ist keine Nachführung möglich

Damit kann die Erdrotation nur händisch ausgeglichen werden und bis auf wenige Ausnahmen ist Astrofotografie unmöglich.

Für den Anfang ist keine große Brennweite ratsam. Je höher die Brennweite des Teleskops nämlich ist, desto schwieriger ist es damit Objekte aufzufinden. In einem späteren Beitrag werde ich einige Formeln anführen, die bei der Anschaffung größerer Teleskope sinnvoll sind, im Augenblick möchte ich mich jedoch mit einer Kaufempfehlung für einen solchen kleinen Dobson begnügen:

Wenn du noch kein Teleskop besitz und herausfinden möchtest, ob das Hobby Astronomie etwas für dich ist, dann fange erst mal klein an. Das wird dich weniger unter Druck setzten und das notwendige Ausmaß an Technik auf ein Minimum reduzieren. Wenn du dich nach einiger Übung zum Kauf eines größeren Teleskops entscheiden solltest, kannst du den kleinen Dobson entweder zur Bastelware erklären, ihn als Erinnerungsstück an deine ersten Schritte aufbewahren oder ihn für den gelegentlich spontanen Blick in den Himmel nutzen. Du magst sagen:“Das ist ja ein Kinderspielzeug.“ Ja so ist es auch. Aber es ist ja gerade die kindliche Neugierde, die wir mit Hilfe der Sterne zurückerbitten wollen und dafür ist das genau das richtig Instrument.

Also. Hier die Grundausstattung deines ersten eigenen THO:

1x Minidobson 76/300

Suchfernrohr oder Leuchtpunktsucher

Mondfilter

2 Okulare

Skyscout-Sternenkarte

Im Idealfall müsste das alles unter 100 Euro zu besorgen sein. Dies bezieht natürlich auch die Möglichkeit mit ein, das ein oder andere gebraucht zu erwerben. Wenn man teuer kauft kostet alles zusammen vielleicht 120 Euro.

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Das Teleskop

Auf unserer Dobson Montierung befindet sich nun ein nach seinem Erfinder benanntes Newton-Teleskop. Es besteht nur aus einem Spiegel und einem Okularauszug und ist daher die kostengünstigste Variante eines Teleskops.

So ein Minidobson hat 300mm Brennweite. Das ist ca. so viel, wie man in der Naturfotografie benötigt um etwas weiter entfernte Tiere abzubilden.  Was man also durch das Fernrohr sehen wird, ist ein eher weites Feld an Sternen. Der Versuch extremer Vergrößerung wird mit diesem Ding also eher nicht sinnvoll sein. Dies hat zu Beginn vor allem den Vorteil, das man auch bei kleinen Ungenauigkeiten auch noch findet was man sucht.

Der Okularauszug bei solchen Geräten ist meist aus Plastik. Ist zwar nicht die feine Art aber geht schon…

Suchfernrohr oder Leuchtpunktsucher

Bei manchen Angeboten ist schon ein Suchfernrohr inkludiert bei anderen muss es extra erworben werden. Es ist ratsam eines zu besitzen!

Das Suchfernrohr ist, wie der Name schon sagt, dazu da Objekte aufzufinden. Wenn man durch das kleine Röhrchen blickt, dann bemerkt man ein Fadenkreuz.

Folgendes sollte man vor der ersten Beobachtungsnacht tun:

Leg ein Okular mit 10mm oder 12,5mm in den Okularauszg deines Newtons. Dann versuch dein Fernrohr auf einen irdischen Punkt auszurichten. (Kirchturm, Rauchfang, Baumstamm..) Danach stellst du mittels der Schrauben, die am Suchfernrohr angebracht sind, den Mittelpunkt des Fandenkreuzes so ein, dass er auf den selben Punkt wie dein Hauptfernrohr weist. Danach sind deine Röhrchen aufeinander abgestimmt und was du im Suchfernrohr siehst sollte dem entsprechen was du im Newton siehst. Nur eben mit einer anderen Vergrößerung.

Beim Suchen mit dem Suchfernrohr muss man die Fähigkeit haben beide Augen offen zu behalten, während man mit einem durch das Rohr und mit dem anderen frei in den Himmel schaut. Ich konnte das anfangs nicht und hätte beinahe deshalb aufgegeben. Dann hab ich mir einen Leuchtpunktsucher zugelegt und alles war gut. Durch das Suchen mit dem Leuchtpunktsucher habe ich dann ganz nebenbei gelernt das Suchfernrohr zu benutzen. Ein Leuchtpunktsucher kostet zwar noch einmal extra, kann aber sehr nützlich sein. Tu mir den Gefallen und lass deine Neugier stärker sein als deine Probleme mit dem Sucher…

Okulare

Erst einmal solltest du von den mitgelieferten Okularen ausgehen. 10mm und 20mm sind für den Anfang sehr sinnvoll. Mittels den Okularen kann man den Vergrößerungsfaktor bestimmen. Eine ganz einfache Formel ist dabei sehr nützlcih. Brennweite : Okular = Vergrößerung  Ein Beispiel: Unser Teleskop hat 300mm Brennweite und wir verwenden unser Okular mit 10mm. Also 300:10 und wir wissen, dass unsere Vergrößerung 30x beträgt.

Die mitgelieferten Okulare sind natürlich Trash. So passen sie aber wenigstens gut zum Okularauszug und reichen locker für den Anfang.

Mondfilter

Ein sehr einfaches Objekt zur astronomischen Himmelsbeobachtung ist der Mond. Dieser ist aber in deinem Teleskop so hell zu sehen, dass du das Licht etwas  dimmen wirst müssen. Dazu brauchst du den Mondfilter.

Sternenkarte

Später wirst du detailliertere Sternkarten benötigen. Diese hilft aber sehr gut dir erste Ziele zu stecken und zu lernen, wie man mit Sternkarten umgeht. Sie hat laminierte Seiten, darf also bis zu einem gewissen Grad nass werden und kostet nur sensationelle 10 Euro…

Also die erste Version deiner THO-Sternwarte ist fertig. Sie ist einfach zu bedienen und kostengünstig. Außerdem ist sie auch noch reisetauglich…

Eine Frage stellt sich aber noch: „Was kann man jetzt alles damit beobachten?“

Fangen wir damit an was man nicht beobachten kann:

Sieht man bunte Nebel und Galaxien?

Nein sieht man nicht. Im Teleskop wird alles was su siehst in Grautönen gehalten sein. Färbig werden Nebel und Galaxien erst auf einer Fotografie, die ausreichend belichtet wurde.

Sieht man Fußabdrücke oder andere vom Menschen hinterlassenen Dinge auf der mondoberfläche?

Nö sieht man nicht. Sind zu klein.

Was sieht man denn dann?

Also…was man sieht hängt nicht nur vom Teleskop ab. Viele Komponenten spielen eine Rolle. Die Okulare, die Güte des Nachthimmels, das Seeing (Luftunruhe), wie lange hatte das Auge Zeit sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, wie erfahren ist man als Beobachter und und und

Da es mein Ziel ist meine hier empfohlenen ersten Schritte möglichts überall nachvollzierhen zu können führe ich nun Dinge an, die man unter Garantie sieht. Alle andern können ja dann selbst ausprobiert werden…

Natürlich sieht man den Mond und seine Mondgrater. ich habe einmal einen Freund den Mond durch dieses Teleskop gezeigt. (wie gesagt man hat es sehr schnell griffbereit) seitdem sieht er, wie er sagt den Mond mit anderen Augen. „Viel dreidimensionaler“

Als nächstes sind die Paradeobjekte zu nenne:

Zuerst die Planten:

Jupiter mit den 4 galileschen Monden, Mars (nur als rotes Kügelchen), Saturn (mach dich auf etwas gefasst), Venus (als kleinen Mond), Merkur (nur als Punkt), mit geeigneter Sonnenfilterfolie kann man auch Sonnenflecken beobachten. dazu später mehr… NICHT OHNE FOLIE! VERLETZUNGSGEFAHR!

Dann natürlich Sterne. Die hellen und die weniger hellen. Besonders interessant sind dabei Doppelsternsysteme.

Und auch sogenannte Deep-Sky-Objekte wie Sternhaufen, Nebel und Galaxien. Die Nebel befinden sich noch in unserer Heimatgalaxie der Milchstraße, viele Sternenhaufen schon außerhalb (sie umkreisen die Milchstraße (außerhalb ist hier sicher schon Definitionssache)) und Galaxien befinden sich millionen von Lichtjahren weit weg.

Also was sicher geht: Mond, Jupiter, Mars, Venus, Saturn, Orionnebel, Anromedagalaxie, Dreiecksgalaxie, Alkor Mizar, Hantelnebel usw.

Wie schon erwänt werden diese Objekte nicht aussehen wie auf Hochglantzabbildungen. Vielmehr werden sie als kleine milchige Flecken erkennbar sein. Man kann sein Auge schulen und durch die richtige Mischung aus an dem Objekt vorbei sehen und es gleichzeitig anshen wird vielleicht der ein oder andere Spiralarm einer Galaxie sichtbar. Für den Anfang ist das aber nicht so wichtig. Betrachte das Finden von Objekten als eine Art Jagd und freu dich wenn du etwas erwischt. Ein noch so winziger milchiger Fleck wird zu Gold, wenn du es warst, der ihn im Okular erscheinen hat lassen!

Der Minidobson ist mehr als nur ein Spielzeug! Ich empfehle damit ein halbes Jahr bis Jahr zu üben. So kannst du herausfinden, ob du für die Astronomie auch genug Geduld mitbringst. Die wird nämlich notwendig sein! Vielleicht wird es das Bedürfnis geben lieber sofort ein „gescheites“ Teleskop zu kaufen. Bei den astronomischen Preisen am Astromarkt möchte man auch keinesfalls einen Euro zu viel in eine Sache stecken, die dann später in der Ecke steht. Aber lieber ein kleines Teleskop in der Ecke als ein Großes! Und wie schon angemerkt: Gebraucht können sie wirklich extrem billig sein die Minidobsons. Ich hab schon sehr viele Angebote rund um die 20 Euro gesehen…

Wenn du mit dem Minidobson gut umgehen kannst und er beginnt dich anzuöden, dann ist es vielleicht Zeit umzusteigen und dann beginnt das wahre Kopfzermatern. Was will ich mit meinen zukünftigen Fernrohr tun. Nur gucken? Fotografieren? Was will ich fotografieren? Planeten, Deep Sky…

Vielleicht hebst du den Minidobson aber noch ein wenig auf. Ich werde hier noch das ein oder andere Projektchen damit vorstellen. Jüngst hab ich sogar einen Artikel gelesen, in dem es darum ging, wie man mittels einem 76/300er die Helligkeitskurve von sogenannten „Veränderlichen“ bestimmen kann. Das ist dann fast schon Forschung. 🙂

Trash on!