M 42 der Winter und ein Baum

Nach einigen Belichtungsnächten ist dies die endgültige Version des Orionnebels. Der Stadtrand hat eben seine natürlichen Grenzen was die Belichtungszeit und damit die Details rund um das Objekt betrifft. Mit M42 selbst bin ich ganz zufrieden und ich verliebe mich immer mehr in meinen Apo, den ich mir eigentlich für Reisen und nicht fürs Fotografieren vor der Haustür angeschafft habe. Die Aufnahme wurde 8:34h belichtet.

m 42

Das Setup:

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Der Reiseapo auf der NEQ-6, Autoguiding mit MGEN am Suchfernrohr…langsam geht es auf die -10°C zu…

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Ein kleines Plätzchen wurde vom gröbsten Schnee befreit und die Elektrik im Wäschekorb deponiert.

Hier noch zwei Schwarzweißaufnahmen, die ich am 23.12. gemacht habe. Das Sternbild Orion verstrickt sich im Geäst während den Plejaden schon die Flucht gelungen ist…

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trash on!

Meister Orion und der Angriff der Plastklinsen

In der Nacht vom 23sten auf den 24sten hat es sich endlich wieder einmal ausgezahlt das Teleskop aufzustellen um M42 abzulichten. Nebenbei war noch Zeit für Experimente. Die meisten davon hatten ebenfalls mit dem Sternbild Orion zu tun. Hier ist eines davon:

Vor einigen Jahren habe ich am liebsten mit der legendären Lomo-Kamera aus der ehemaligen Sowjetunion oder aber auch ihrer Plastikschwester „Holga“ aus China fotografiert. Jede Kamera ist in gewissem Sinne ein Unikat und hat ihre spezielle Eigenarten. Meist hat das mit der unterschiedlich abgedunkelten Bildrändern zu tun. Lo-Fi eben.

Hier ein Bild:

holga

und der Wikipedia link…

http://de.wikipedia.org/wiki/Holga

…als dann ein Holga-Objektiv für die Canon herauskam musste das natürlich her. Bei der Holga ist alles aus Plastik. So auch die Linse. Die analoge Variante musste zur Langzeitbelichtung umgebaut werden. Mit der Canon geht das jetzt natürlich einfacher.

Also hinauf auf die Reisemontierung und los geht die Plastikastrofotografie…

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Man kann sogar erkennen, was das sein soll…schöne abgedunkelte Ränder und sogar ein kleines Härchen am oberen Rand sprechen hier wohl mehr den Holga-Liebhaber als den Astrofotografen in mir an…:)

trash on!

Kosmologie für Popmusik-Liebhaber

Sehr gerne würde ich hier neue Beiträge mit neuen Bildern bringen, doch das Flachlandwetter in Wien und Umgebung macht Astrofotografie nahezu unmöglich. Ist ja nicht so, dass es mir an Projekten mangelt, die in der Schublade vor sich hin schmachten und auch die Liste der winterlichen Wunschobjekte ist nicht unbedingt kurz. M33 habe ich wetterbedingt aufgeben müssen, die Plejaden wollte ich mal richtig lange ablichten aber der Hochnebel sah das scheinbar anders und jetzt drückt schon der Orion im Rücken. Ein wenig Pferdekopf ein wenig M42 und dann erst der Rosettennebel. Im nächsten Jahr klopfen dann schon die Planeten an die Tür…

…mit anderen Worten: Lieber Wettergott lass mich doch mal wieder den Himmel sehen!

Solange habe ich vor Weihnachten aber noch etwas. Es ist zwar komisch es weiterzuempfehlen, da ich selbst nicht so genau weiß, wie ich es denn nun eigentlich finden soll…

Aber was solls…raus damit:

Der Mann hat ein ganzes Album mit solchen Songs gemacht. Wirklich irgendwie…na ja. Irgendwie cool. Aber auch geschmacklos und nervig. Oder aber auch lustig…

Na ja in diesem Sinne ein frohes Fest und ein klares Neues Jahr!

trash on!

Kosmologie für Fußgänger

kosmologie für fußgänger

Kosmologie für Fußgänger von Harald Lesch und Jörn Müller ist ein Büchlein, dass dem Normalsterblichen nahebringen möchte, wie unser Kosmos laut dem aktuellen Stand der Wissenschaft so funktioniert und aufgebaut ist. Auf der Rückseite des Buchs ist eine Frage zu finden: „Darf man Wissenschaft mit Witz erklären?“ Diese Frage wird auch gleich beantwortet: „Nein man muss!“

So! Also! Mein einziger Kritikpunkt an dem Buch gleich vorne weg: An welcher Stelle das Buch genau witzig ist, habe ich nicht herausfinden können…unterhaltsam ist es aber das muss man schon zugeben…und überall muss es ja nicht immer witzig zugehen…wenn man den „Witz“ am Einband nicht explizit erwähnt hätte dann würde mich überhaupt nichts stören! 🙂

Die Autoren erklären viele kosmische Phänomene auf sehr anschauliche und leicht verständliche Weise und für den astronomischen Einsteiger wie auch Fortgeschrittenen ist das Buch wohl eine sehr wertvolle Lektüre. Erklären kann er die hochkomplizierten Sachen sehr sehr gut der Lesch das muss man ihm schon lassen!

Von der Erde aus wird man durch das Sonnensystem hin zu Schwarzen Löchern und letztendlich bis zu den unvorstellbar weit entfernten Quasaren geführt und mit jedem Megaparsec den man an Entfernung zurücklegt, hat man das Gefühl die Zusammenhänge mehr und mehr zu verstehen. Bevor die Reise losgeht wird sehr viel Wert darauf gelegt dem Leser nahezubringen, dass unser blauer Planet auch ein Teil des Universums ist und das Verständnis über seinen chemischen und geologischen Aufbau die Grundvoraussetzung für astronomische Forschung darstellt. Dann geht’s auf zum Mond, zur Sonne, den Planeten und Kometen, den Sternen, dem Urknall usw usw… Kurz: Das Buch ist mehr als nur logisch aufgebaut und geht punkto Informationsdichte im Text den mittleren Weg. Es verfügt über sehr gut gemachte Illustrationen und wird an keiner Stelle langweilig

Sollte in der THO-Bibliothek nicht fehlen!

trash on!

Astrofotografie mit 76/300

Über 76/300er Minidobsons habe ich an anderer Stelle ja schon berichtet. Hier soll es nun darum gehen eine solches Röhrchen Astrofotografie-tauglich zu machen.

Die vorgestellte Variante den Sternenhimmel abzulichten ist wohl eine der preisgünstigsten Möglichkeiten die es so gibt. Zusätzlich zum Fernrohr kommen nur eine motorisierte EQ1 und eine Webcam zum Einsatz.

Hier ein Foto des Setups:

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a: Leider bin ich mit meiner Kamera nicht in den Fokus gekommen. Somit habe ich den Tubus an der Spiegel-Seite um 2cm gekürzt. Wenn man das macht, kann es möglich sein, dass der Spiegel neu justiert werden muss. Justage-Schrauben gibt es ja bei solch einem kleinen Teleskop nicht. Daher ist ein wenig Geduld gefragt. Wenn du Glück hast und beim Schneiden sehr genau bist, kannst du dir diesen Schritt vielleicht ersparen. Sonst brauchst du nämlich auch noch einen Justier-Laser…

b: Webcams werden in der Planetenfotografie sehr gerne eingesetzt. Da ich mich im Bereich astrotaugliche Webcams nicht so gut auskenne und einfach eine fertig Umgebaute sehr günstig am Gebrauchtmarkt erstanden habe, gibts an dieser Stelle einen Link:

http://lexikon.astronomie.info/foto/serie/serie_16.html

c: Statt dem originalen Sucher-Röhrchen hab ich einen Leuchtpunktsucher montiert.

d: Die EQ-1 Montierung. Das ist wahrer Lo-Fi. Für die kleine Brennweite wirds hoffentlich reichen. Da das Rohr plus Webcam so leicht ist habe ich das Gegengewicht weggelassen. Die EQ-1 hat leider keinen Polsucher. So muss man entweder Pi mal Daumen einnorden oder etwas basteln. Vielleicht mit einem Sucher-Fernrohr. Ich hab das mit einem etwas stärkeren Laserpointer erledigt. Vorsicht! Verletzungsgefahr! Gebrauchsanweisung lesen!

e: Motor für EQ-1. Entweder in sehr günstiger Variante um 37 Euro oder in der Deluxe 🙂 Ausführung um 75 Euro erhältlich

So nun mal den Rechenstift gezückt. 76 Öffnung und mit verkürztem Tubus 280 Brennweite. Das ergibt ein Öffnungsverhältnis von f3,68. Nicht schlecht! Gerade beim Experimentieren mit der Webcam wird die schnelle Öffnung hilfreich sein.

Als Aufzeichnungs und Stakcing-Software kommt dieses klasse Gratis-Teil zum Einsatz:

http://www.giotto-software.de/

Los geht’s:

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Hier eine Aufnahme der Sonne. Natürlich mit Sonnenfilter. Man kann sogar die Sonnenflecken erkennen…

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Der Mond am 11.12.14…bin leider nicht ganz in den Fokus gekommen und hab das bei der Aufnahme nicht bemerkt. Der Okularauszug des Firstscope ist ja auch nicht gerade das Gelbe vom Ei 🙂

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Der Jupiter mit 2xBarlow-Linse…man kann bereits seine Streifen erkennen…Planetenfotografie benötigt normalerweise lange Brennweiten. Mit Barlow-Linse bin ich in diesem Fall auf 560mm…der alte Galileo hätte sich wohl gefreut den Jupiter in solcher Detailschärfe betrachten zu dürfen. 🙂

76 280 (3 von 4)

Jupiter mit Monden ohne Barlow.

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Und auch noch ein kleines Deep-Sky-Experiment. M-42 lässt sich hier bereits erkennen.

Mit diesen Resultaten bin ich im Endeffekt sehr zufrieden. Ich habe immerhin Lo-Fi-Fernrohr, Lo-Fi-Montierung, Lo-Fi-Motor und Lo-Fi-Kamera benutzt und man kann trotzdem erkennen was auf den Bildern zu sehen ist. Bin wirklich sehr zufrieden mit meinem 76/280er!

Zugegeben gestochen scharfe Hochglanzbilder sehen anders aus, aber ich finde die Bilder machen ein klein wenig Raumschiff Enterprise Stimmung. Nicht das moderne Zeugs, nein, mit Spock und Captain Kirk und einem riesigen Schatten auf dem Planeten wenn ein Raumschiff daran vorbei fliegt…

Grundsätzlich muss man bei solchen Experimenten schon eines anmerken. Leicht ist es nicht mit solch einem Setup auszukommen und ich weiß nicht ob ich als Komplett-Anfänger so arbeiten hätte können. Hier ein wenig fummeln und dort ein wenig pfuschen. Ich liebe das und es macht mir riesigen Spaß. Aber es verlangt mir auch einiges ab und ich denke, dass ich wohl nur selbst verstehe warum ich mit den Resultaten zufrieden bin. Wenn ich beispielweise mit EQ 6 und MGEN Fotos mache, dann kostet mich das Setup ca. 20 Minuten Aufbau und noch einmal 20 Abbau. Da ich das automatische Auffinden meiner Destinationen nicht so gerne habe, kommt dann noch die Sucherei dazu. Das kann am Stadtrand sehr schwierig sein, weil man viele Objekte erst am Foto erkennen kann. Vergangenen Sommer bei meiner letzten Milchstraßen-Session am Lande hatte ich auch den 420er Reiseapo dabei. Ich staunte nicht schlecht als ich M-51 bereits im Zielfernrohr als milchigen Fleck ausmachen konnte. Da ist mir erst bewusst geworden, dass man in der Stadt in vielfacher Weise benachteiligt ist. Das Auffinden ist schwierig und visuelle Beobachtung macht in vielen Fällen 0-Sinn. Beim Fotografieren stellt man dann sehr schnell fest, dass die zeitliche Begrenzung einer Einzelbelichtung eher bei 2 als 20 Minuten liegt. Da kommt man nicht umhin den Landbeobachter schon ein klein wenig zu beneiden. So bevor ich nun endgültig vom Thema abschweife….was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte ist der Umstand, dass meine teurere Ausrüstung in der Anwendung sehr viel einfacher zu handhaben ist und ich das Fernrohr den Großteil einer Fotonacht kaum betreuen muss. Für die obigen Aufnahmen habe ich jedoch insgesamt schon gute 4h aufwenden müssen. Man kann sicher noch ein besseres Ergebnis aus dem Setup herauskitzeln aber mir reicht das jetzt erst mal. Ich finde z.B. sehr erstaunlich was dieser junge Mann mit seiner EQ1 so alles macht:

http://www.scilogs.de/himmelslichter/milchstra-enpanorama-2-0/

Der interessiert sich so wie ich auch für Astronomie mit einfachen Mitteln. Holt jedoch wirklich sehr feine Qualität heraus. Aber hallo! Warum heißt das Teil hier denn Trash-Hole-Observatory? Weil ich dann und wann auch mal Astro-Trash sehen möchte. Wie ein vollkommen übersteuerte Gitarre aufgezeichnet mit einen Kassettenrekorder. So kann er auch aussehen der M42…

trash on!

Strichspuren

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Zu diesem Bild ist die folgende Frage aufgetaucht:

„Wo steht die Kamera, wenn der Polarstern geschätzt (vgl. Bild „THO-All-Sky-Strichspuren”) 25° überm Horizont steht? ;-)“

Diese Gelegenheit möchte ich nutzen um zu erklären wie man eine solche Aufnahme macht. Auf dem Bild gibt es verschiedenen Strichspuren zu sehen. Manche stammen, wie  man ja erkennen kann von Flugzeugen. Andere vom Mond und von den Sternen. Für meine Aufnahme habe ich ein Circular-Fisheye verwendet, das den Vorteil hat, dass es den gesamten Himmel abbildet. Leider sind solche Circular-Fisheye-Objektive sehr teuer. Man kann einen Adapter-Aufsatz verwenden. Für Strichspuraufnahmen reicht das womöglich und man ist mit 40-70 Euro fein raus. Ich mache aber manchmal auch gernen Aufnahmen der Milchstraße und habe mich letzten Sommer schon sehr über die schlechte Abbildungsqualität meines Aufsatzes ärgern müssen. Hier ein Beispielfoto:

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In den Randbereichen sieht es so aus, als hätte ich gar nicht nachgeführt. Hab ich aber! Die Milchstraße selbst ist erstaunlicherweise ganz okay…

Wenn du dich mit solch einem Resultat zufrieden geben kannst, dann ist ein Aufsatz-Fisheye eine gute Lösung. Ist ja mit anderen Augen betrachtet auch ein ganz netter Lo-Fi-Effekt.

Also für Strichspuren und Lo-Fi ein Aufsatz. Was aber wenns etwas mehr Qualität haben soll? 1000 Euro ausgeben? Nö! Es gibt auch eine Zwischenlösung. Lensbay…ein Circular-Fisheye der Mittelklasse. Ist für Nikon und Canon erhältlich und wir bleiben unter 300 Euro. Eines sei aber gesagt. Für mich wird sich solch eine Anschaffung wohl lohnen, denn im dunklen Wald, mit der Hose voll, nach der Milchstraße zu jagen befriedigt und fordert innerhalb meines Gehirnklumpen scheinbar auf irgendeine Art urzeitlicher Instinkte. (aber dazu in späteren Berichten mehr…)  Darum wirds mich noch oft mit meinem Fisheye in die Wildnis ziehen. Untertags wird so ein Circular-Fisheye jedoch schneller langweilig als man glauben würde und will man nur einige wenige Bilder vom Himmel machen dann lieber ein Aufsatz!

Zurück zu den Strichspuren und der ursprünglichen Frage…

Man richte also ein möglichst kurzbrennweitiges Objektiv auf einen Himmelsauschnitt und stelle den Fernauslöser der Kamera so ein, dass die Kamera alle 31 Sekunden ein Bild (JPG reicht aus!) mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden macht. Mit offener Blende und ca. ISO 400 (kommt auf die Helligkeit der Umgebung und das gewünschte Vordergrundmotiv an) Dies kann man mehrere Stunden oder die ganze Nacht so machen. Je länger desto schöner wird’s. Vor meiner Haustür zahlt sich das nicht aus… … vor allem wegen der tollen neuen Landebahn am wiener Flughafen…darum ists auch nicht so schön geworden. Gib mal „statrails“ in eine Suchmaschine ein…

…wirst du sowieso gleich müssen, denn nun brauchst du eine Software. Und zwar dieses geniale Stück hier:

http://www.startrails.de/html/softwared.html

Die Software erkläre ich hier nicht extra. Sowas ist ja heute kein Problem mehr für die Leute! Nur soviel sei gesagt: Das Programm verarbeitet die einzelnen JPGs zu einem Startrails-Bild…

Grundsätzlich kann man seine Kamera auf jeden beliebigen Himmelsausschnitt richten. Wenn man aber gerne Kreise um einen „Punkt“ herum auf dem Foto haben möchte, dann muss man in Richtung Polaris fotografieren. Dabei kann man sich auch mit einem Kompass helfen. (Bei kurzen Brennweiten ist nicht so viel Genauigkeit notwendig.) Norden und deinen Breitengrad als Höhe dann bekommst du Polaris mit Kreisen.

Wichtig ist es auch einen Vordergrund mit einzubeziehen. Das ist der kreative Part.

Also Antwort: Die Kamera steht auf dem Boden, zeigt auf den Zenit und da Polaris in der wiener Gegend in ca. 48° Höhe steht passt er locker aufs Bild…

Vielen Dank für die Frage!

trash on!

Einnorden mit Kochab

Bisher war ja bereits oftmals die Rede vom „Einnorden“ und daher möchte ich kurz erklären wie das denn funktioniert. Ich habe mir deshalb die Kochab-Methode ausgewählt, weil sie einfach ist und auch für die gehoben Ansprüchen der Astrofotografie völlig ausreichend ist. Um deine Montierung einnorden zu können, muss sie im Wesentlichen zwei Voraussetzungen erfüllen. 1. Einnorden ist nur bei sogenannten äquatorialen Montierungen möglich. Diese können mittels eine Polhöhenwiege auf den Himmelsäquator ausgerichtet werden und somit Objekte, die sich scheinbar entlang dieses Himmelsäquators bewegen, manuell oder mittels Motoren nachführen. Sie verfügen über 2 Achsen. Einer Rektaszensions und einer Deklinationsachse. 2. Ein Polsucherfernrohr muss in die Montierung eingebaut sein.

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Das ist eine EQ3. Mit solch einer Montierung ist Astrofotografie mit leichteren Röhrchen bereits möglich… Also los: Schritt 1: Stell deine Montierung so auf, dass sie gerade steht. Viele Montierungen verfügen über eine kleine, eingebaute Wasserwaage. Wenn keine eingebaut wurde, kann man diese vielleicht nachrüsten. Sonst muss man eben eine Dosenlibelle (kleine Wasserwaage) benützen, um die Montierung gerade aufzustellen. Dies kann man wie auch die folgenden Arbeitsschritte schon am Tag erledigen. Schritt 2: Norde deine Montierung mit einem Kompass ein. Bei dreibeinigen Stativen muss also der Vorderfuß nach Norden zeigen. Schritt 3: Stell schon mal deinen Breitengrad auf deiner Polhöhenwiege ein. (Bild) Dies sind die grundsätzlichen Vorbereitungen. Für kurze Beobachtungsnächte mögen sie sogar ausreichend sein, möchte man jedoch genauer arbeiten oder soll sogar eine Kamera ans System angeschlossen werden, gilt es auf die Dunkelheit zu warten. Belade deine Montierung noch nicht! Jedes Kilo, dass du oben drauf lädst, musst du später mit den kleinen Schräubchen der Polhöhenwiege durch die Gegend bewegen. Sicher wenn du ein kräftiges Bürschchen oder Dirndl bist, dann kannst du auch schon untertags raufpacken was geht. Es ist aber logischerweise auch für deine Polhöhenwiege nicht gut beim Einstellen unter großer Belastung zu stehen. Schritt 4: Polaris finden. Dazu musst du erst einmal den „Großen Waagen“ suchen. Er ist teil des Großen Bären und eine sehr markante Konstellation. Nun geht es daran die im Bild rot eingezeichnete Strecke 5x in ihre Verlaufsrichtung zu verlängern. Wenn du deine Hand ausstreckst und deine Faust zwischen die beiden Sterne legst,  dann wirst du bemerken, dass deine Faust in etwa die gleiche Länge hat wie die Strecke am Kasten des Wagens. Interessanterweise kommt es dabei nicht auf die Größe der Fäuste die du hast an…nimm also deine Faust als Maßeinheit und trage sie 5x ab. Damit müsste sich die Region in der sich Polaris befindet leicht finden lassen. Polaris ist der hellste Stern dort… Hier mal ein Bild dazu…

polarisfinder

Diesen Trick ist nicht nur beim Einnorden hilfreich. Auch bei der Orientierung in nächtlicher Wildnis kann es bei freiem Blick auf den Sternenhimmel gelingen sich zu orientieren. Schritt 5: Polaris ist also gefunden. Unser Hauptprotagonist hat die Bühne betreten. Ein wichtiger Nebendarsteller fehlt jedoch noch. Kochab ist wie auch Polaris ein Bestandteil des „Kleinen Wagens“. Polaris ist der hellste Stern der Konstellation, während Kochab der auffälligste des Wagenkastens ist. Nimm notfalls Sternenkarte oder Software zur Hand! Gib nicht auf! Wirst ihn schon finden den Kochab. Schritt 6: Wir nehmen also an du weißt jetzt wo sich Polaris und Kochab befinden. Nun musst du folgendes tun. Gedanklich oder mit den Händen oder was weiß ich wie projezierst du eine Uhr an den Himmel. Dabei soll Polaris der Mittelpunkt deiner Ziffernscheibe sein und Kochab die aktuelle Uhrzeit anzeigen, als wäre er der Stundenzeiger. Zum besseren Verständnis noch ein Bild: kochab methode

Auf der Uhr im Beispiel ist es somit 7 Uhr. Neben der Uhr befindet sich der Auszug eines typischen Polfinder-Fernrohrs. Bei der folgenden Übung ist es natürlich extrem hilfreich, wenn es auch noch beleuchtet werden kann. Wenn nicht musst du dir umständlich mit einer Taschenlampe aushelfen. Uhrenvergleich! Du bewegst die Montierung nun entlang der Rektaszensionsachse so, dass der kleine Kreis (oder was da auch immer ist) ,in dem Polaris sein soll, die vom Himmel abgelesene Uhrzeit anzeigt. Schritt 7: Nun justierst du mittels der im Bild gezeigten Schrauben das Fernrohr so, dass Polaris die richtige Uhrzeit im Polsucher anzeigt. justage Kopie

Und fertig! Hier noch zwei Tipps zum Abschluss. Kochab und Polaris sind schon kurz nach der Dämmerung sichtbar. Wenn du die angeführten Schritte mehrmals wiederholt hast, dann kennst du die Positionen der beiden Sterne auswendig. Damit hast du die Möglichkeit ohne die Hilfe des Große Wagens einzunorden. Damit bleibt dir mehr Zeit für Beobachtung oder Belichtung und der Himmel ist noch hell genug um ohne Beleuchtung des Polsuchers auszukommen. Wenn du einen Minidobson besitzt lohnt es sich Polaris und Kochab von Zeit zu Zeit aufzusuchen um ein eventuelles späteres Einnorden einer äquatorialen Montierung zu üben.

trash on!