Strichspuren

cropped-marskomet-1-von-1.jpg

Zu diesem Bild ist die folgende Frage aufgetaucht:

„Wo steht die Kamera, wenn der Polarstern geschätzt (vgl. Bild „THO-All-Sky-Strichspuren”) 25° überm Horizont steht? ;-)“

Diese Gelegenheit möchte ich nutzen um zu erklären wie man eine solche Aufnahme macht. Auf dem Bild gibt es verschiedenen Strichspuren zu sehen. Manche stammen, wie  man ja erkennen kann von Flugzeugen. Andere vom Mond und von den Sternen. Für meine Aufnahme habe ich ein Circular-Fisheye verwendet, das den Vorteil hat, dass es den gesamten Himmel abbildet. Leider sind solche Circular-Fisheye-Objektive sehr teuer. Man kann einen Adapter-Aufsatz verwenden. Für Strichspuraufnahmen reicht das womöglich und man ist mit 40-70 Euro fein raus. Ich mache aber manchmal auch gernen Aufnahmen der Milchstraße und habe mich letzten Sommer schon sehr über die schlechte Abbildungsqualität meines Aufsatzes ärgern müssen. Hier ein Beispielfoto:

fischaugkritik2 (1 von 1)

In den Randbereichen sieht es so aus, als hätte ich gar nicht nachgeführt. Hab ich aber! Die Milchstraße selbst ist erstaunlicherweise ganz okay…

Wenn du dich mit solch einem Resultat zufrieden geben kannst, dann ist ein Aufsatz-Fisheye eine gute Lösung. Ist ja mit anderen Augen betrachtet auch ein ganz netter Lo-Fi-Effekt.

Also für Strichspuren und Lo-Fi ein Aufsatz. Was aber wenns etwas mehr Qualität haben soll? 1000 Euro ausgeben? Nö! Es gibt auch eine Zwischenlösung. Lensbay…ein Circular-Fisheye der Mittelklasse. Ist für Nikon und Canon erhältlich und wir bleiben unter 300 Euro. Eines sei aber gesagt. Für mich wird sich solch eine Anschaffung wohl lohnen, denn im dunklen Wald, mit der Hose voll, nach der Milchstraße zu jagen befriedigt und fordert innerhalb meines Gehirnklumpen scheinbar auf irgendeine Art urzeitlicher Instinkte. (aber dazu in späteren Berichten mehr…)  Darum wirds mich noch oft mit meinem Fisheye in die Wildnis ziehen. Untertags wird so ein Circular-Fisheye jedoch schneller langweilig als man glauben würde und will man nur einige wenige Bilder vom Himmel machen dann lieber ein Aufsatz!

Zurück zu den Strichspuren und der ursprünglichen Frage…

Man richte also ein möglichst kurzbrennweitiges Objektiv auf einen Himmelsauschnitt und stelle den Fernauslöser der Kamera so ein, dass die Kamera alle 31 Sekunden ein Bild (JPG reicht aus!) mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden macht. Mit offener Blende und ca. ISO 400 (kommt auf die Helligkeit der Umgebung und das gewünschte Vordergrundmotiv an) Dies kann man mehrere Stunden oder die ganze Nacht so machen. Je länger desto schöner wird’s. Vor meiner Haustür zahlt sich das nicht aus… … vor allem wegen der tollen neuen Landebahn am wiener Flughafen…darum ists auch nicht so schön geworden. Gib mal „statrails“ in eine Suchmaschine ein…

…wirst du sowieso gleich müssen, denn nun brauchst du eine Software. Und zwar dieses geniale Stück hier:

http://www.startrails.de/html/softwared.html

Die Software erkläre ich hier nicht extra. Sowas ist ja heute kein Problem mehr für die Leute! Nur soviel sei gesagt: Das Programm verarbeitet die einzelnen JPGs zu einem Startrails-Bild…

Grundsätzlich kann man seine Kamera auf jeden beliebigen Himmelsausschnitt richten. Wenn man aber gerne Kreise um einen „Punkt“ herum auf dem Foto haben möchte, dann muss man in Richtung Polaris fotografieren. Dabei kann man sich auch mit einem Kompass helfen. (Bei kurzen Brennweiten ist nicht so viel Genauigkeit notwendig.) Norden und deinen Breitengrad als Höhe dann bekommst du Polaris mit Kreisen.

Wichtig ist es auch einen Vordergrund mit einzubeziehen. Das ist der kreative Part.

Also Antwort: Die Kamera steht auf dem Boden, zeigt auf den Zenit und da Polaris in der wiener Gegend in ca. 48° Höhe steht passt er locker aufs Bild…

Vielen Dank für die Frage!

trash on!

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