Nie wieder Leidrohr!

Über das Guiden mit dem LACERTA MGEN Stand Alone Autoguider…

Auf Abbildungen möchte man ja gerne möglichst runde Sterne sehen. Wenn man Sterne jedoch länger Belichtet, werden sie naturgemäß strichförmig. Motorisierte Montierungen der Mittelklasse vermögen dies für die ungefähre Dauer von 30-60sec auszugleichen. (Hängt natürlich auch davon ab, wie genau man arbeitet!) Für längere Belichtungszeiten und um das Herausdriften des Hauptmotivs aus dem Sensorbereich zu verhindern, wird das sogenannte „Guiding“ notwendig. Jedes Getriebe läuft bis zu einem gewissen Grad ungenau. Diese Tatsache beruht auf dem  Schneckenfehler, der bei verschiedenen Montierungen unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Beim Guiden wird versucht einen Stern zu fixieren und mittels der Berechnung von kleinsten Positionsabweichungen die Motoren der Montierung so zu manipulieren, dass das Teleskop haargenau auf den selben Himmelsausschnitt gerichtet bleibt.

Hier möchte ich kurz meine Erfahrungen mit dem MGEN-Guider umreißen. Es soll weniger um technische Details als um das praktische Arbeiten mit diesem Gerät gehen. (technische Details kann man ohnehin den diversen Verkaufshomepages entnehmen…)

Normalerweise funktioniert Guiden so: Man benötigt 2 Rohre. Eines für die eigentliche Aufnahme und ein sogenanntes Leitrohr. Dabei ist es üblich die Brennweite des Leitrohrs in etwa doppelt so lange zu wählen, wie die Länge des Rohres an dem die Kamera angeschlossen ist. Nehmen wir also eine durchschnittliche Brennweite von 800mm zum Fotografieren, so muss die Länge des Leitrohrs 1600mm betragen. Das Leitrohr kann dabei ruhig von minderer Qualität sein und um die nötige Brennweite zu erreichen könnte man auch eine Barlow-Linse verwenden. Ist die Brennweite nicht ausreichend hoch, dann wird das Guiden fehlerhaft sein und das würde ja wohl kaum dem Sinn der Sache entsprechen. Weiters braucht man einen Laptop und eine CCD-Kamera aus der eher günstigen Abteilung. Oft werden z.B. Planetenkameras mit einem Autoguideranschluss angeboten und dieser ist natürlich unverzichtbar. Auf dem Lap-Top muss eine Guiding-Software installiert sein. (Gibt es zum Kaufen aber auch gratis im Netz) Beim Autoguiding wird dann ein Stern nahe des Objekts, das sich endlich auf der Abbildung wiederfinden soll, mit dem Leitrohr anvisiert. Ein Computerprogramm analysiert dann ständig die Abweichung des Sterns von seiner ursprünglichen Position und korrigiert diese mittels der gezielten Manipulation der Motoren der Montierung. (Beim manuellen Guiding sieht man durch das Leitrohr hindurch und korrigiert mittels des hauseigenen Zentralcomputers…)

Hört sich eigentlich nach einer machbaren und günstigen Lösung an…

(Alternativ zum Leitrohr kann man auch mit einem sogenannten Off-Axis-Guider arbeiten. Der Off-Axis-Guider hat einen doppelten Lichtweg. Es können also Kamera und Guidingkamera angeschlossen werden. Ein geeigneter Guidingstern muss allerdings bei dieser Methode sehr nahe am Objekt liegen und manche Objekte kommen so als Motiv schlicht und einfach nicht in Frage.)

Die Sache mit dem Leidrohr

In der Praxis ist das jedoch alles nicht so einfach. Die Rohre müssen sehr genau aufeinander abgestimmt sein und von der verwendeten Montierung auch getragen werden. Eine Barlow zu verwenden ist ohnehin nie einfach und die einzelnen bunt zusammengewürfelten Teile wie Software, Kamera, Leitrohr usw sind meist nicht sofort miteinander kompatibel. Der Workflow gestaltet sich dann folgendermaßen: Rohr aufstellen, einnorden, Zielobjekt suchen und dann geht’s aber erst los…einen Stern finden, der hell genug ist und in der Nähe des eingestellten Objekts liegt. Den Stern im Leitrohr einstellen und dann Computer und Webcam dazu bringen, dass sie den Stern verfolgen und die nötigen Signale an die Montierung weitergeben. Nicht selten ist nach all der zahlreichen kleinen Handgriffen, die zu tun sind, das abzubildende Objekt schon wieder ein Stück gewandert, oder man hat das empfindliche System aus Rohren und Motoren an der falschen Stelle berührt und es muss neu justiert werden. Wirklich mühsam das alles und das ist denke ich auch der Grund warum das Leitrohr von vielen Astrofotografen als „Leidrohr“ bezeichnet wird. Mich hat das Guiden immer furchtbar  genervt und oft genug hätte ich meine ganze Ausrüstung am liebsten meinem Nachbar über den Zaun geworfen. Soll der doch guiden…

Das Problem war nicht nur, dass ich das Guiden als mühsam empfand. Meist war das von mir erzeugte Guidingsystem nicht besonders zuverlässig und musste selbst ständig kontrolliert werden. Wenn der Guidingstern dann verloren war, dann war es  wieder nötig neu zu justiert usw…pfffff…

Irgendwann ging ich dann in mich und habe mich gefragt, was das Guiden eigentlich so mühsam macht. Ich kam darauf, dass Lap-Top und Fernrohr keine gute Kombination für mich sind.  Wenn sichs nicht vermeiden lässt, dann darf er mit raus aber in allen klaren Nächten brauch ich ihn wirklich nicht mit dabei…

…“Vielleicht ist eine Stand-Alone-Lösung besser für mich“ dachte ich mir und um nicht so tief ins Börserl greifen zu müssen, hab ich mir den Guider von Skywatcher angeschafft. Der ist jedoch sehr bald wieder am Gebrauchtmarkt gelandet. Warum? Gleiches Problem! Scheißkomplex das Ganze. Das ist sicher kein schlechtes Gerät, aber eben auch eher für das klassische Guiden mit Hauptrohr und doppelt so langem Leitrohr gedacht…

…nun gut, da ich alles noch original und in sauberen Zustand hatte, hab ich beim Kauf und Verkauf des Skywatcher-Guider keinen nennenswerten Verlust gemacht…

…also letzter Versuch. In Wien befindet sich ja der Teleskop-Austria-Shop und so konnte ich die Hufeisen direkt beim Schmied abholen. „Her mit dem Superguider“ hab ich gesagt und gefragt was ich da denn für ein Leitrohr brauche. Ein 9×50 Sucher wurde auf den Tisch gelegt. „Was? Einen Sucher?“ Na gut wenn die das sagen…lieber die Rechnung gut aufbewahren…

Firstlight:

Der MGEN-Guider besteht aus einer Kamera und einem kleinen Computer. Beide Komponenten sind sozusagen eine Einheit, die nur gemeinsam funktioniert. Mittels eines Adapters hab ich das T2-Gewinde des Guiders an den Sucher geschraubt und diesen einfach auf das Teleskop aufgesteckt, das Gerät eingeschaltet, die Kabel verbunden, mich im Menü zur automatischen Sternsuche durchgeclickt und siehe da, gleich beim ersten Anlauf ein gefundener Stern. Nach dem Auffinden eines Sterns werden mittels einer Kalibrierung die Motoren getestet und es kann geguidet werden. Wahnsinn! „Der arbeitet mit Subpixelgenauigkeit“ hallt es in meinem Gehirn nach. Das war die Erklärung, die man mir gab, als ich wissen wollte warum ich jetzt plötzlich nur ein Suchfernrohr brauche um zu guiden.

Seither bin ich nie enttäuscht worden. MGEN ist unkompliziert und zuverlässig. Er ist sicher nicht billig, dabei aber jeden Cent wert!

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Links der Computer (hat ein schickes Retro-Design) und rechts das kleine Leitröhrchen…

Beim Autoguiding geht es eigentlich darum einen Roboter zu bauen.  Die Muskeln sind die Motoren der Montierung. Das Auge ist das Leitrohr (oder eben nur ein Sucher…) mit einer Kamera. Das Gehirn ist der Computer und fertig ist ein Wesen, das seine Umwelt wahrnehmen und darauf reagieren kann…der MGEN ist ein mehr als würdiges Gehirn für meinen Roboter!

Vor meiner Haustür sind leider nur Einzelbelichtungen a 2 min sinnvoll. Wirklich lange Belichtungszeiten (40min) sind aber überhaupt kein Problem. Die Sterne bleiben rund. Hab ich auch schon getestet! Bemerkenswert ist auch, dass nicht so extrem dichte Wolken den MGEN vom guiden nicht abhalten. So muss man nicht gleich alles wieder neu einstellen, wenn mal ein Wölkchen vorbei zieht.

Der MGEN übernimmt nicht nur das Guiden sondern ist auch fähig Spiegelreflex.- oder CCD-Kameras auszulösen. Das hat folgenden Vorteil: Normalerweise müssen ja zur Rauschunterdrückung sogenannte Darkframes angefertigt werden. Dabei darf an Rohr oder Kamera nichts verändert werden. Auch nicht die Außentemperatur. Also der Plan das Röhrl ins Warme zu tragen und dort Darkframes zu machen, oder gar erst nächsten Tag, funktioniert leider nicht. Lediglich der Schutzdeckel muss natürlich aufs Rohr gesteckt werden. (sonst sind sie ja nicht dunkel die Darkframes) Die Darkframes helfen das Rauschen zu unterdrücken, das sich durch das Überlagern vieler Bilder aufsummiert. Der MGEN macht nun folgendes: Nach jedem Foto ändert er die Position, auf die das Hauptrohr zeigt, ganz leicht ab. Dadurch belegt die gleiche Lichtinformation nicht ständig das gleiche Pixel und das Rauschen reduziert sich beim Stacken ganz ohne Darkframes. Diese Angelegenheit nennt man Dithering…sie macht Darkframes entbehrlich…

Man kann den MGEN auch so einstellen, dass er nur die RA- Achse guidet. Das kann sinnvoll sein, wenn man eine sehr kleine Montierung, wie den Star-Adventurer verwendet. Zusätzlich zu seinen Guider-Funktionen bietet der MGEN aber noch mehr. Er zeichnet seine Aktionen, sofern man das wünscht, auch auf und man kann ihn somit zur genaueren Analyse von Montierungen benutzen.

Ausnahmsweise empfehle ich beim Thema „Guiding“ also dick in die Tasche zu greifen. Tut mir leid!

PS: Nein ich bekomme von Lacerta kein Geld für diesen Beitrag. Eigentlich möchte ich es ja vermeiden Werbung zu machen, aber dieses Teil ist eben wirklich gut und so lässt es sich leider nicht vermeiden…

trash on!

Der Rosettennebel

Die kleine Weltraumrose…

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Rosettennebel im Sternbild Einhorn. Mittig befindet sich der Sternhaufen NGC 2244. Canon 40d (ISO800) und TS 70/420 Reiseapo auf NEQ6, Guiding MGEN, Belichtungszeit 7:20h (Jänner 2015)

Und hier noch eine Version in schwarz-weiß…

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trash on!

Planetarium und Akademie der Wissenschaften…

Dies ist nun der zweite Teil meiner Astronomie-Gebäude-Tour durch Wien. Wie ich ja schon einmal erwähnt habe, verfolgt diese einen therapeutischen Zweck. Als Astrofotograf leide ich sehr unter dem Lichtkegel unserer schönen Wienerstadt und so versuche ich, dieser ihre „Astronomischen Perlen“ zu entlocken und so mit ihr Frieden zu schließen. Ich kann mir vorstellen, dass das ein klein wenig langweilig ist, aber zur Beruhigung darf ich sagen, dass dies bereits der vorletzte Eintrag zu diesem Thema ist…

Also, am Rande des Praters (Vergnügungsareal seit 1766) verbirgt sich das Wiener Planetarium. Bald wird es einen Wiener Konkurrenten im Naturhistorischen Museum bekommen…

Das neue Planetarium wird allerdings ein digitales sein, während hier noch echte Carl-Zeiss-Optik zum Einsatz kommt. Die Kuppel feiert heuer ihren 50. Geburtstag. Ich habe schon einige Vorführungen besucht und meist haben mir die Abende sehr gut gefallen. Ein wenig kurz war`s meistens…

Neben tiefen Einblicken in das Weltall werden auch Vorträge zum besseren Verständnis des Abendhimmels angeboten. Dies könnte für den Einsteiger eine sehr hilfreiche Gelegenheit sein…

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Hier ein Link zu den aktuellen Veranstaltungen:

http://www.planetarium-wien.at/astro_veranstaltungen.html

Neben dem Planetarium befindet sich das Prater-Museum und dahinter gibt es eine ganz besondere Spezialität! Was viele nicht wissen: auch in Österreich gibt es einen Staat im Staat. Die Republik Kugelmugel. Edwin Lipburger hat sie 1976 ausgerufen. Damals befand sie sich jedoch noch an anderer Stelle, nämlich in der niederösterreichischen Gemeinde Katzdorf. Nach zahlreichen Konflikten zwischen der Gemeinde und Hr. Lipburger, die sogar zu einem zehnwöchigen Gefängnisaufenthalt für Lipburger führten, übersiedelte dieser dann nach Wien.

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Und hier steht es nun in voller Pracht: das einzige, aber dafür kugelrunde, Gebäude der Republik Kugelmugel. Wie man sehen kann ist die Grenze durch Stacheldraht gesichert. Ja, ja, die bilateralen Kontakte zur Republik Österreich sind eisig!

http://de.wikipedia.org/wiki/Kugelmugel

Wem dies alles schon sehr eigenartig und unglaubwürdig vorkommt, für den kann ich noch einen draufsetzen!

Der Hr. Lipburger ist in gewissem Sinne mit mir verwandt. Er ist der Cousin meiner Schwiegermutter und damit der Großcousin meiner Frau. Na gut, er ist nur angeheiratet und leider muss ich auch zugeben, dass es bisher noch zu keiner Zusammenkunft gekommen ist. Trotzdem muss ich immer schmunzeln und ein klein wenig stolz sein, wenn von „Onkel Edwin“ gesprochen wird. Ich meine, er hat einen Fantasiestaat und ich eine Fantasiesternwarte…das ist doch Grund genug für das innerfamiliäre gegenseitige Verständnis, auch ohne sich zu kennen und ein klein wenig hoffe ich auch noch darauf zum Hofastronomen ernannt zu werden…

Nun zur nächsten Station unserer Wien-Tour. Wir besichtigen eine Sternwarte, die eigentlich nicht mehr vorhanden ist. Sie befand sich auf dem Dach der heutigen Akademie der Wissenschaften. Damals war in dem Gebäude allerdings die Wiener Universität untergebracht. Maria Theresia ließ auf dem Dach ein Observatorium aus Holz errichten, das von dem 35-jährigen Jesuitenpater Maximilian Hell geleitet wurde, bevor es auf das Gelände der heutigen Universitätssternwarte übersiedelte.

akademie bernardo bellotto

Ein Gemälde von Bernardo Bellotto 1758/61

akademiebeschriftet) Kopie

Da ich schon öfter gehört habe, dass dunkle Schrift auf dunklem Hintergrund schlecht ist, versuche ich es hier mit heller Schrift auf hellem Hintergrund…

Das Gebäude befand sich auf dem 1000-Schilling-Schein (das Geld, das wir vor dem Euro hatten :)) und auch Erwin Schrödinger war einst Mitglied der Akademie der Wissenschaften und ging hier wohl ein und aus. Heute hat Anton Zeilinger den Vorsitz und ich glaube ihn mal sagen gehört zu haben, dass er auf dem Dach (also dort wo früher das Observatorium stand) die „Spukhafte Fernwirkung“ untersucht. Vielleicht irre ich mich aber auch… Beide Herren, also Schrödinger und Zeilinger, sind übrigens auch mit mir verwandt…

…das ist natürlich Blödsinn! Aber bei Onkel Edwin stimmts!

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Beim Fotografieren ist mir etwas aufgefallen. Über dem Eingang ist ein Teufelskopf. So hat man also im 17. Jahrhundert seine Studenten begrüßt. Auch eigenartig…oder sollen die zwei Hörner die Dualität symbolisieren, mit der sich die Wissenschaft ja beschäftigt…lassen wir das lieber, bevor Tom Hanks noch herausfindet, dass ich auch mit Jesus verwandt bin…:)

trash on!

Keine Panik!

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„Per Anhalter durch die Galaxis“ ist, und das ist mein vollster Ernst, eines der wichtigsten astronomischen Bücher, die die Menschheit je hervorgebracht hat! Diese Lektüre wird deinen Blick auf die Milchstraße für immer verändern, das verspreche ich! Schon nach mehreren Seiten dieses Meisterwerks wird klar: Das wird keine Reise durchs Weltall, sondern durch eine muntere Melange aus Nonsens…

(Falls du dir schon beim Sehen des Kinofilms den Magen verdorben hast, dann sei dir versichert: Douglas Adams hat zu seinen Lebzeiten sein Einverständnis für diesen Film verweigert und erst sein Ableben öffnete Tür und Tor für eine der größten Kulturverschandelungen aller Zeiten!)

…doch halt! So einfach ist das nicht. Ist das wirklich alles Nonsens? Ich vertrete ja die Meinung, dass der Blick ins All nicht wie viele meinen, etwas Abgehobenes oder Realitätsfremdes ist, sondern dem Mensch eine leise Ahnung davon gibt, was er eigentlich ist. „Na und“ sagt da die Stimme aus dem Off „was nützt denn das praktisch?“ „Na warum gibt es denn Sommer und Winter?“ frage ich „Oder wenn du überlegen musst, ob so etwas wie der Klimawandel wohl wirklich möglich ist, wirf mal einen Blick rüber zu Schwester Venus. Die hat eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie unsere blaue Perle und trotzdem hat es dort eine mittlere Temperatur von 464°C…hauptsächlich wegen ihrer dichten Atmosphäre…na dämmerts?“ Wo du doch der überaus edle Überrest einer Supernovaexplosion bist und somit nicht nur sprichwörtlich Sternenstaub, hast du gar nicht erst das Recht die große Frage auf ihr praktisches Gehalt zu prüfen. Du bist die große Frage!

Dabei würde es aber auch ein Fehler sein zu meine, dass der rationale und wissenschaftliche Blick in den Himmel die einzige Möglichkeit ist dich selbst gedanklich vorwärts zu bringen. Die rein fiktive Betrachtung steht der faktischen Erkenntnis in diesem Punkt um nichts nach und „Per Anhalter durch die Galaxis“ ist ein strahlendes Beispiel für diese Tatsache!

Ich spare mir an dieser Stelle eine Inhaltsangabe und möchte lieber ein paar Schmakerl anführen. Hier aber ein Wiki-Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Per_Anhalter_durch_die_Galaxis

Douglas Adams Universum ist reich bevölkert mit allerlei Kreaturen und der Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ empfiehlt als wichtigste Regel für alle Situationen, in die du kommen kannst „Keine Panik!“. Die schlimmste Folter, die man einer Kreatur im Buch antut,  ist ein Aufenthalt im Strudel. Das ist eine Gerätschaft, die dem zu folternden Wesen seinen Platz im Universum vor Augen führt. Ein Riesencomputer, der die Aufgabe hat den Sinn des Lebens zu berechnen kommt zum Ergebnis 42. Der Babelfisch, der es wenn man ihn ins Ohrs steckt ermöglicht  alle Sprachen, die es im Weltall gibt, verstehen zu können, löste die längsten und blutigsten Kriege aus, die es je gab. Ein kriegerisches Volk baut eine riesige Raumflotte, die aber beim Angriff von einem Hund gefressen wird.  Man hatte sich in der Größe der Feinde vertan. Andererorts ist der Glaube, dass das Universum ausgeniest wurde, weit verbreitet und man wartet auf eine Zeit, die „Die Ankunft des großen weißen Taschentuchs“ genannt wird…

Wer noch nicht überzeugt ist, dem kann ich auch nicht helfen!

Douglas Adams ist der Impuls zu diesem Buch gekommen, als er betrunken auf einem österreichischen Acker übernachtete und dies ist eines der bedeutendsten Ereignisse, die in unserem kleinen Land jemals statt gefunden haben…

Bitte lesen! Es ist ein Lehrbuch! Wer ein wenig sucht, kann die ersten drei Teile auch als Comic auftreiben und ursprünglich war „Per Anhalter durch die Galaxis“ ja als BBC-Hörspiel konzipiert und darum kann mans auch lauschen…

trash on!

PS: Wer so etwas mag, dem seien auch „Das Loch in der Schwarte“ und die „Sternentagebücher“ von Stanislaw Lem ans Herz gelegt…

Spikes, Spikes, Spikes

Vor längerer Zeit fragte mich ein Freund, warum es auf meinen Abbildungen eigentlich Zacken rund um die Sterne sind. Obwohl ich damals schon Feuer und Flamme für die Astronomie war, hatte ich keine Ahnung.(!) Hauptsächlich deshalb, weil ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht hatte. Ich wusste zwar, dass dies Zacken auf Refraktor-Aufnahmen nicht zu sehen waren. Aber warum nicht? Und warum hatte ich mich das noch nie gefragt?

Ich öffnete also den Deckel meines Newtons und siehe da es wurde klar…

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4 Streben für die Halterung des Fangspiegels und 4 Spikes auf den Bildern. Die Streben brechen das Licht und die Sterne bekommen Zacken. Refraktoren haben keine Streben und zacken daher auch nicht…so einfach ist das. Unsere bildliche Vorstellung vom Stern beruht also auf einem „Abbildungsfehler“

Wer nun Refraktor und Reflektor besitzt, kann also zwischen Spikes oder mehr oder weniger runden Sternen wählen. Darum wurde aus dieser Erkenntnis leider wieder einmal eine Kaufabsicht. Später hat sich dieses Wünschlein dann mit dem Bedürfnis eine sehr kompaktes Gerät, das auch auf der Star Adventurer Platz findet zu besitzen verbrüdert und dann kam eben eines schönen Tages der TS-ED-70/420 samt Flattener ins Haus. Und wie ja an anderer Stelle schon erwähnt, finde ich mittlerweile großen Gefallen daran den Spikes von Zeit zu Zeit den Gar auszumachen. Früher hab ich mich oft gewundert warum so manch einer so viel Geld für einen Refraktor zum Fenster hinausschmeißt, wo es doch die weit günstigeren Spiegel gibt. Ich denke ich weiß jetzt warum…sie sind eben anders…nicht besser als Newtons aber anders…

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2x der Stern Alnitak zwischen Perdef und Flammennebel. Oben mit Skywatcher Explorer 150/750 und unten mit dem TS-Refraktor. Oben mit Spikes und unten ohne…

Wie aber nun verfahren, wenn man mit Refraktor oder Fotoobjektiv Spikes zaubern möchte. Eine Möglichkeit ist mittels eines dünnen Drahtes die Verstrebungen zu imitieren. Die Hauptschwierigkeit ist hier den Draht vor der Linse anzubringen. Viel Spaß dabei!

Eine weiter Möglichkeit ist mit dem Öffnungsverhältnis zu spielen. Für meinen Versuch habe ich ein Canon 50mm (also ein sogenanntes Normalobjektiv verwendet) Obwohl es normalerweise zu meinen eher lichtstarken Objektiven zählt,habe ich es für das folgende Bild auf Blende 8 gestellt. Damit habe ich 10 Spikes auf den hellen Sternen bekommen.

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Das bedeutet natürlich nicht, dass man mit jedem Objektiv 10 Spikes bekommt und auch das notwendige Öffnungsverhältnis muss erst experimentell ermittelt werden. Man sollte auch im Klaren sein, dass man Spikes gegen Lichtsammelvermögen eintauscht und wo das angebracht ist und wo nicht sei dahingestellt…bei der Fotografie von Sternbildern macht es deshalb Sinn, weil dadurch die helleren Sterne besser hervortreten und die Konstellation leichter zu erkennen ist…

Grunvoraussetzung für Spikes ist in jedem Fall eine ausreichend lange Belichtungszeit und damit eine Nachführung…

trash on!

THO trifft Universitätssternwarte und Urania

Hier einige Fotos zweier wiener Sternwarten. Ich hab mir vorgenommen die schöne Wienerstadt mal auf solche zu untersuchen, um so ein klein wenig Frieden zu stiften zwischen mir und dieser lichtspeienden Hydra von Stadt.

Die Urania, war schon immer der Populärwissenschaft gewidmet und beherbergt heute auch ein Kino, ein Cafe und ein Kasperltheater, das im Kinderfernsehn des ORF (Österreichischer Rundfunk) gezeigt wird. Die Universitätssternwarte hingegen ist, wie ja der Name schon sagt, ein Teil der Wiener Universität. Sie ist das größte zusammenhängende Observationsgebäude weltweit(!) In der Hauptkuppel befindet sich ein großer Refraktor und mit 10,5m Brennweite und 83cm Öffnung war er 1878 der größte seiner Art. Wer wissen möchte was sich in den weiteren Kuppeln befand bzw befindet oder sich detaillierter interessiert, für den sei dieser Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Universit%C3%A4tssternwarte_Wien

Was mich in gewisser Hinsicht beeindruckt hat, ist die Größe des Gebäudes. Für mich als „Mensch von heute“ wirkt es wie eine unvorstellbare Sinnlosigkeit an dieser Stelle (Wiener Stadtgebiet) eine solch riesige Sternwarte zu bauen.  Im Lichtkegel von Wien nach kleinen Lichtpunkten Ausschau zu halten kommt wohl  einer Erbsensuche im Tunnel gleich. Trotzdem…es wird noch immer beobachtet von dieser Sternwarte aus…ich denke nicht deshalb weil dort so eine guter Platz ist, sondern weil dort eben die Sternwarte ist. Auf den Dächern habe ich auch einige Radioteleskope erspechteln können. Denen kanns natürlich egal sein…

So…nun ist die Sternwarte also noch immer in Betrieb…aber sie sieht gar nicht so aus. Sie wirkt eher so, als wäre sie im Dornröschenschlaf versunken. Geocacher würden sagen, wie ein „Lost Place“…würde mich interessieren, wie das gute Stück aussehen würde, wenn es keine Lichtverschmutzung gäbe…aber nun genug der Worte…

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Als ich den Sternwartepark verlassen habe, ist mir ein Schild aufgefallen, das  für Unbefugte den Zutritt untersagt. Gut dass ich das nicht gewusst hab. (Hab ich wirklich nicht) Eines schönen Tages muss ich mir denke ich eine Führung genehmigen. Was aber noch reizvoller wäre, ist dort bei sternenklaren Himmel den Photonensammelkasten ein wenig aufzuhalten. Wiener Parks und Gärten werden aber nachts abgeschlossen und wenn es ja schon untertags nur Befugten gestattet ist…

Hier nun die Urania. Die ist sicher leichter für eine Nacht zu haben, bleibt aber im Charme hinter der Uni-Warte zurück. Man sehe selbst:

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http://de.wikipedia.org/wiki/Urania_(Wien)

trash on!