Sterne beobachten in der Stadt (Klaus M. Schittenhelm)

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Heute möchte ich mich in aller Kürze mit diesem Büchlein hier beschäftigen. „Sterne beobachten in der Stadt“ heißt es und ich würde mal meinen es hält was es verspricht.

Nach einer kleinen Einleitung mit ein paar allgemeinen Beobachtungstips unterteilt sich das Buch in vier weitere Abschnitte. Richtig geraten es sind unsere alten Freunde Frühling, Sommer, Herbst und Winter.  Zuerst wird immer der gesamte Sternenhimmel einer Jahreszeit erklärt. Wie man sich z.B. im Sommer mit dem Sommerdreieck sehr gut zurchtfinden kann usw. Dann geht es etwas ins Detail. Meist sind ein bis zwei Sternbilder auf ca. 3 Seiten zusammengefasst. Es gibt jeweils eine Sternenkarte und eine kurze Beschreibung der in der Stadt gut sichtbaren Objekte. (und natürlich auch Bilder!) Mittels einer intuitiv verständlichen Legende wird angegeben, ob es sich um ein Fernglas oder Teleskopobjekt handelt. Manchmal gibts auch ein paar wissenschftliche Details dazu.

Das Buch zeichnet sich vor allem durch seine übersichtlichen Karten aus, die den Stadthimmel einigermaßen realistisch abbilden. Ich habe es in meinen Anfangszeiten selbst sehr gerne verwendet und ich denke es hat mir einen großen Dienst getan. Aus heutiger Sicht stören mich nur ein paar wenige Kleinigkeiten. Astronomische Beobachtung besteht in der Stadt zu weiten Teilen aus Imagination. Das bedeutet, dass man schon wissen sollte was für ein Objekt man gerade beobachtet, was seine Eigenschaften sind und wie es auf Abbildungen aussieht. Warum? Ich denke, dass man weit mehr Spaß am Beobachten hat, wenn man in der Lage ist die ein oder andere wissenschaftliche Tatsache mit in sein Okular hineinprojezieren zu können. An dieser Stelle wirds nämlich von einem verwaschenen Fleck zu einer Galaxie die ca. 200 Mia. Sterne beherbergt und 35 Mio Lichtjahre weit weg ist. Die Abbildungen werden vom vorliegendem Buch gut abgedeckt, bei manchen Objekten könnte man aber noch ein paar mehr wissenschaftliche Details anhängen. Auf den Karten ist die Milchstraße nicht eingezeichnet. Nun wer schon einmal einen klaren Stadthimmel gesehen hat, der weiß dass dies auch der Realität entspricht. Die Entscheidung die Milchstraße auszublenden ist der Übersichtlichkeit der Karten sicherlich sehr zuträglich. Zusätzlich hätte man aber auf kleinen Bildern veranschaulichen können wo sich denn die Milchstraße theoretisch befinden müsste. Hier würde man nämlich einerseits der so wichtigen Imagination auf die Sprünge helfen und andererseits auch das Bewusstsein für die städtische Lichtverschmutzung schärfen…

Fazit: Das Buch hat eindeutig anwenderische Qualitäten und ist mit viel Liebe gemacht. Es beschäftigt sich vorderrangig mit praktischen Aspekten und man merkt, dass jemand am Werke war, der sich gut in einen Neuling hineinversetzen kann. Mitlerweile ist „Sterne beobachten in der Stadt“ um unter 10 Euro erhältlich. Eine absolute Kaufempfehlung für Leute die in der Stadt wohnen und trotzdem Astronomie betreiben möchten.

trash on!

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