Spikes, Spikes, Spikes

Vor längerer Zeit fragte mich ein Freund, warum es auf meinen Abbildungen eigentlich Zacken rund um die Sterne sind. Obwohl ich damals schon Feuer und Flamme für die Astronomie war, hatte ich keine Ahnung.(!) Hauptsächlich deshalb, weil ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht hatte. Ich wusste zwar, dass dies Zacken auf Refraktor-Aufnahmen nicht zu sehen waren. Aber warum nicht? Und warum hatte ich mich das noch nie gefragt?

Ich öffnete also den Deckel meines Newtons und siehe da es wurde klar…

newton (1 von 1)

4 Streben für die Halterung des Fangspiegels und 4 Spikes auf den Bildern. Die Streben brechen das Licht und die Sterne bekommen Zacken. Refraktoren haben keine Streben und zacken daher auch nicht…so einfach ist das. Unsere bildliche Vorstellung vom Stern beruht also auf einem „Abbildungsfehler“

Wer nun Refraktor und Reflektor besitzt, kann also zwischen Spikes oder mehr oder weniger runden Sternen wählen. Darum wurde aus dieser Erkenntnis leider wieder einmal eine Kaufabsicht. Später hat sich dieses Wünschlein dann mit dem Bedürfnis eine sehr kompaktes Gerät, das auch auf der Star Adventurer Platz findet zu besitzen verbrüdert und dann kam eben eines schönen Tages der TS-ED-70/420 samt Flattener ins Haus. Und wie ja an anderer Stelle schon erwähnt, finde ich mittlerweile großen Gefallen daran den Spikes von Zeit zu Zeit den Gar auszumachen. Früher hab ich mich oft gewundert warum so manch einer so viel Geld für einen Refraktor zum Fenster hinausschmeißt, wo es doch die weit günstigeren Spiegel gibt. Ich denke ich weiß jetzt warum…sie sind eben anders…nicht besser als Newtons aber anders…

spikes (1 von 1)-2 spikes (1 von 1)-3

2x der Stern Alnitak zwischen Perdef und Flammennebel. Oben mit Skywatcher Explorer 150/750 und unten mit dem TS-Refraktor. Oben mit Spikes und unten ohne…

Wie aber nun verfahren, wenn man mit Refraktor oder Fotoobjektiv Spikes zaubern möchte. Eine Möglichkeit ist mittels eines dünnen Drahtes die Verstrebungen zu imitieren. Die Hauptschwierigkeit ist hier den Draht vor der Linse anzubringen. Viel Spaß dabei!

Eine weiter Möglichkeit ist mit dem Öffnungsverhältnis zu spielen. Für meinen Versuch habe ich ein Canon 50mm (also ein sogenanntes Normalobjektiv verwendet) Obwohl es normalerweise zu meinen eher lichtstarken Objektiven zählt,habe ich es für das folgende Bild auf Blende 8 gestellt. Damit habe ich 10 Spikes auf den hellen Sternen bekommen.

spikes (1 von 1) spikes (1 von 1)-4

Das bedeutet natürlich nicht, dass man mit jedem Objektiv 10 Spikes bekommt und auch das notwendige Öffnungsverhältnis muss erst experimentell ermittelt werden. Man sollte auch im Klaren sein, dass man Spikes gegen Lichtsammelvermögen eintauscht und wo das angebracht ist und wo nicht sei dahingestellt…bei der Fotografie von Sternbildern macht es deshalb Sinn, weil dadurch die helleren Sterne besser hervortreten und die Konstellation leichter zu erkennen ist…

Grunvoraussetzung für Spikes ist in jedem Fall eine ausreichend lange Belichtungszeit und damit eine Nachführung…

trash on!

5 Gedanken zu “Spikes, Spikes, Spikes

  1. Ich wär froh ich würd den Pferdekopf mal hinbekommen, aber das macht meine Ausrüstung nicht mit (noch).
    Ansonsten, interessante Forschungsreihe. Und das Speichenbild ist natürlich 1A.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s