Planetarium und Akademie der Wissenschaften…

Dies ist nun der zweite Teil meiner Astronomie-Gebäude-Tour durch Wien. Wie ich ja schon einmal erwähnt habe, verfolgt diese einen therapeutischen Zweck. Als Astrofotograf leide ich sehr unter dem Lichtkegel unserer schönen Wienerstadt und so versuche ich, dieser ihre „Astronomischen Perlen“ zu entlocken und so mit ihr Frieden zu schließen. Ich kann mir vorstellen, dass das ein klein wenig langweilig ist, aber zur Beruhigung darf ich sagen, dass dies bereits der vorletzte Eintrag zu diesem Thema ist…

Also, am Rande des Praters (Vergnügungsareal seit 1766) verbirgt sich das Wiener Planetarium. Bald wird es einen Wiener Konkurrenten im Naturhistorischen Museum bekommen…

Das neue Planetarium wird allerdings ein digitales sein, während hier noch echte Carl-Zeiss-Optik zum Einsatz kommt. Die Kuppel feiert heuer ihren 50. Geburtstag. Ich habe schon einige Vorführungen besucht und meist haben mir die Abende sehr gut gefallen. Ein wenig kurz war`s meistens…

Neben tiefen Einblicken in das Weltall werden auch Vorträge zum besseren Verständnis des Abendhimmels angeboten. Dies könnte für den Einsteiger eine sehr hilfreiche Gelegenheit sein…

planetarium (1 von 1)

Hier ein Link zu den aktuellen Veranstaltungen:

http://www.planetarium-wien.at/astro_veranstaltungen.html

Neben dem Planetarium befindet sich das Prater-Museum und dahinter gibt es eine ganz besondere Spezialität! Was viele nicht wissen: auch in Österreich gibt es einen Staat im Staat. Die Republik Kugelmugel. Edwin Lipburger hat sie 1976 ausgerufen. Damals befand sie sich jedoch noch an anderer Stelle, nämlich in der niederösterreichischen Gemeinde Katzdorf. Nach zahlreichen Konflikten zwischen der Gemeinde und Hr. Lipburger, die sogar zu einem zehnwöchigen Gefängnisaufenthalt für Lipburger führten, übersiedelte dieser dann nach Wien.

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Und hier steht es nun in voller Pracht: das einzige, aber dafür kugelrunde, Gebäude der Republik Kugelmugel. Wie man sehen kann ist die Grenze durch Stacheldraht gesichert. Ja, ja, die bilateralen Kontakte zur Republik Österreich sind eisig!

http://de.wikipedia.org/wiki/Kugelmugel

Wem dies alles schon sehr eigenartig und unglaubwürdig vorkommt, für den kann ich noch einen draufsetzen!

Der Hr. Lipburger ist in gewissem Sinne mit mir verwandt. Er ist der Cousin meiner Schwiegermutter und damit der Großcousin meiner Frau. Na gut, er ist nur angeheiratet und leider muss ich auch zugeben, dass es bisher noch zu keiner Zusammenkunft gekommen ist. Trotzdem muss ich immer schmunzeln und ein klein wenig stolz sein, wenn von „Onkel Edwin“ gesprochen wird. Ich meine, er hat einen Fantasiestaat und ich eine Fantasiesternwarte…das ist doch Grund genug für das innerfamiliäre gegenseitige Verständnis, auch ohne sich zu kennen und ein klein wenig hoffe ich auch noch darauf zum Hofastronomen ernannt zu werden…

Nun zur nächsten Station unserer Wien-Tour. Wir besichtigen eine Sternwarte, die eigentlich nicht mehr vorhanden ist. Sie befand sich auf dem Dach der heutigen Akademie der Wissenschaften. Damals war in dem Gebäude allerdings die Wiener Universität untergebracht. Maria Theresia ließ auf dem Dach ein Observatorium aus Holz errichten, das von dem 35-jährigen Jesuitenpater Maximilian Hell geleitet wurde, bevor es auf das Gelände der heutigen Universitätssternwarte übersiedelte.

akademie bernardo bellotto

Ein Gemälde von Bernardo Bellotto 1758/61

akademiebeschriftet) Kopie

Da ich schon öfter gehört habe, dass dunkle Schrift auf dunklem Hintergrund schlecht ist, versuche ich es hier mit heller Schrift auf hellem Hintergrund…

Das Gebäude befand sich auf dem 1000-Schilling-Schein (das Geld, das wir vor dem Euro hatten :)) und auch Erwin Schrödinger war einst Mitglied der Akademie der Wissenschaften und ging hier wohl ein und aus. Heute hat Anton Zeilinger den Vorsitz und ich glaube ihn mal sagen gehört zu haben, dass er auf dem Dach (also dort wo früher das Observatorium stand) die „Spukhafte Fernwirkung“ untersucht. Vielleicht irre ich mich aber auch… Beide Herren, also Schrödinger und Zeilinger, sind übrigens auch mit mir verwandt…

…das ist natürlich Blödsinn! Aber bei Onkel Edwin stimmts!

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Beim Fotografieren ist mir etwas aufgefallen. Über dem Eingang ist ein Teufelskopf. So hat man also im 17. Jahrhundert seine Studenten begrüßt. Auch eigenartig…oder sollen die zwei Hörner die Dualität symbolisieren, mit der sich die Wissenschaft ja beschäftigt…lassen wir das lieber, bevor Tom Hanks noch herausfindet, dass ich auch mit Jesus verwandt bin…:)

trash on!

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