Sigma mein Sorgenkind…

Bei der Astrofotografie kommt es je nach Objekt, das man ablichten möchte stark auf die verwendete Brennweite an und dabei ist mehr nicht immer mehr. So manch ein Objekt, wie z.B. ein Kugelsternhaufen oder ein Nebel mit weiter Ausdehnung bildet sich besser mit einer geringeren Brennweite ab.

Bisher fehlten mir jedoch auf meiner Brennweiten-Leiter einige Sprossen:

Ich fang mal oben an:

10″ GSO…Brennweite 1250mm (mit 5xBarlow 6250mm) Eignet sich gut dafür Objekte mit geringer scheinbarer Ausdehnung abzulichten…

Skywatcher Explorer 750mm Brennweite…hier darf sich das Objekt schon etwas weiter ausdehnen. (Schwert des Orion, Pferdekopfnebel…)

Reiseapo…Brennweite 420mm…bildet bereits ein weiteres Feld um z.B. „das Schwert des Orion“ ab. Der Nordamerikanebel ist mit diesem Objektiv zwar erkennbar, aber im Ganzen nicht abbildbar…

Und ich besitze noch einige Objektive, die für die Astrofotografie taugen: Circular- Fisheye, Weitwinkel 14mm, Canon 50mm und Canon Makro 60mm

Hier galt es also ein Loch zu stopfen und zwar zwischen 60mm und 420mm. Aber wie? natürlich habe ich es mit meinen gewöhnlichen Zoom-Objektiven versucht, aber die verschieden ausgeprägten Farbfehler vereitelten diesen Plan…

Noch ein 300er APO? Dann fehlen aber immer noch 200mm und 100mm. Schön teure Angelegenheit! Zahlt sich das aus? Und was ist mit einem Zoom-APO-Objektiv? Zwar würde man mit qualitativen Einbußen zu leben haben, aber dafür würde die Investition vertretbar bleiben…

Also stöbern stöbern stöbern, und da war es…ein Sigma 70mm-300mm Zoom-Objektiv für hundert Euro. Genau was ich gesucht habe. Bei der Suche ist mir allerdings noch ein zweites Objektiv in die Tasche gesprungen. Noch ein Zoom…Sigma 170mm-500mm APO um Euro 120. Da mir mein Reiseapo so ans Herz gewachsen ist, dass ich ihn eigentlich auf keine Reise mitnehmen möchte, wäre dies doch ein feiner Ersatz.

Natürlich war mir schon beim Kauf klar, dass Objektive, die so billig hergehen einen Haken haben müssen. Astrofotografie kann aber auf mancherlei verzichten, dass für die Fotografie am Tage notwendig ist und so hab ich es riskiert.  Als ich die Objektive, dann erstmals an die Kamera angeschlossen habe, kam dann die böse Überraschung. Die Kamera schoss zwar ein Foto, kam aber dann zu dem Entschluss „Error 01“ anzuzeigen. Um ein weiteres Bild zu machen musste die Kamera aus und wieder eingeschaltet werden und somit waren !beide! Objektive ungeeignet für die Astrofotografie, weil man unter solchen Bedingungen eben keine Serienaufnahmen schießen kann. Lustig dabei war allerdings, dass der Error scheinbar unberechtigt war, weil das Bildermachen in Wahrheit super funktionierte. Der Error 1 besagt nämlich eigentlich, dass die Kamera nicht korrekt mit dem Objektiv verbunden ist. Man soll die Kontakte reinigen. Die Kontakte waren aber sauber und die Kamera bewies das ja selbst, indem sie den Autofokus betätigte und Bilder machte. Wie kann man also den Error umgehen? Gibt es eine Softwarelösung? Das Internet wurde durchforscht und sogar die etwas esoterisch angehauchten Lösungen wurden ausprobiert. Nichts half…So griff ich zu einem sehr simplen Trick. Mach kaputt was es kaputt macht! Oder, lieber keine Kommunikation als schlechte. Die Kontakte einfach abgeklebt und die von der Kamera produzierte Illusion, das Objektiv würde nicht funktionieren in meine eigen Illusion gegenüber der Kamera verwandelt: Es ist gar kein Objektiv da…:)…blöde Blechtrotteln!

canon (1 von 1) Kopie

Die hell markierte Stelle wurde mit einem Isolierband abgeklebt. (vorsichtig sein!)

Dieser Trick hat natürlich den Haken, dass so die Objektive für die Alltagsfotografie weiterhin untauglich sind. Doch eben das ist der springend Punkt. Dort wo in einer Gebraucht-Anzeige ein Sigma-APO feilgeboten wird, von einer schönen Linse (belegt mit Fotos) und einem guten Allgemeinzustand die Rede ist, aber auch von dem Umstand, dass die Wahre nicht getestet werden konnte, ist meiner Meinung nach das Error 1-Problem sehr wahrscheinlich. Ich selbst habe bei 2 verschiedenen Objektiven exakt das gleiche Problem und wenn man im Internet nach einer Lösung sucht, merkt man schnell, dass man nicht alleine ist.

Testbilder: (obwohl ich ja beschlossen und versprochen Haben den Hr. Orion heuer nicht mehr zu belästigen, ist er einfach ein zu gutes Testobjekt, um anderswohin zu zielen…)

sigma gürtel und schwert (1 von 1)

Gürtel und Schwert des Orion, Canon 40d, Belichtungszeit 3,5h…Sigma 70-300mm bei 135mm

sigma schwer (1 von 1)

Schwert  des Orion, Canon 40d, Belichtungszeit 3,5h…Sigma 70-300mm bei 300mm (Wurde ein wenig straff bearbeitet für die kurze Belichtungszeit – also bitte nicht zoomen 🙂

weitere Beispiele:

https://trashholeobservatory.wordpress.com/2015/02/22/mond-venus-und-mars-vom-20-2-15-gerade-noch-uber-den-dachern-erwischt/

https://trashholeobservatory.wordpress.com/2015/02/22/lovejoy-c2014q2-am-21-2-15/

Leider stellten sich aber beim 170-500er weitere Probleme heraus. Der Fokus funktioniert nicht richtig und die Linsen sind nicht sauber (Staubeinschluss). Keine Ahnung, ob ich das selbst beheben kann, oder wieviel eine Reparatur kostet. Momentan würde mich ein Selbstbau-APO-Projekt mit Fixbrennweite reizen. Dieser Versuch würde wahrscheinlich das Ende der Optik bedeuten…:)

trash on!

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