Ist das der Mensch?

Orion

Langsam zeichnet sich ab, dass uns der Orion wohl nicht mehr lange mit seiner Anwesenheit beehren wird und da er mir dieses Jahr, wie ich finde, sehr gnädig war und ich ihn jetzt schon vermisse, möchte ich ihm noch einige Gedanken widmen, die ich mir bei Fotografieren immer wieder gemacht habe. Achtung es wird mythologisch:

Zu dem Sternbild gibt es natürlich unzählige Legenden. Für die Ägypter war es z.B. nicht Orion sondern Osiris, der da vom Himmel glänzte und so hat wohl jede Kultur ihre Interpretation des Sternbilds und sogar jene Kulturen, die das Sternbild wie wir heute als „Orion“ bezeichnen geben verschiedenen Mythen an. Eine Geschichte ist mir dabei besonders hängen geblieben:

Orion war ein großer Jäger von unheimlichen Talent. So hat er sich das beträchtliche Ziel gesetzt alle Tiere des Erdkreises zu erlegen. Als seine Erfolge immer größer wurden, hatte die alte Mutter (Gaia) die Schnauze voll von seiner Arroganz und schickte einen riesigen Skorpion der den Jäger zum Gejagten machte. Nun haben mittlerweile beide schon das Zeitliche gesegnet und sind auf den Sternenhimmel verfrachtet worden. Dort jagen sie sich, wie astronomisch interessierte Leute wissen bis heute. Wenn der Orion verschwindet kommt der Skorpion hervor…der wird ihn nie einholen sag ich euch…

Ich finde, dass diese Geschichte sehr gut zu dem Sternbild passt. Sie lehrt uns, dass wir in einer zerbrechlichen Welt leben, die letztlich unsere Arroganz und Ignoranz nicht tolerieren wird. Das Bedürfnis unsere Wirtschaft immer weiter wachsen zu lassen widerspricht dem Faktum unserer begrenzter Ressourcen und ein solcher gravierender philosophischer Irrtum wird über kurz oder lang einen Skorpion heraufbeschwören, der sich gewaschen hat…

Das Schöne finde ich nun, dass dieses Sternbild durch seine Sterne und Deep-Sky-Objekte ähnliches zum Ausdruck bringt. Beteigeuze ist so hell und strahlend, weil er ein sogenannter Roter Riese ist. Roter Riese klingt gut…nach Wachstum…doch ist der Zenit überschritten wird er zur Supernova…

In solchen Supernovae entstehen dann die schweren Elemente aus denen wir bestehen und mit dieser Tastsache im Kopf werfe ich meinen Blick auf die Sternentstehungsgebiete des Orion…obwohl ich glaube, dass das Leben im Universum an vielen Orten zu Hause ist, denke ich daran was alles geschehen hat müssen damit wir jetzt hier sind…

wie unachtsam wir doch sind…

trash on!

Deep Sky Atlas und Reiseführer…

reiseführer reiseatlas

Ist schon ein klein wenig her, dass ich auf Literatur eingegangen bin, aber es war in der letzten Nächten eben sehr oft klar und das musste man einfach ausnutzen. Hier nun zwei Werke, die das Zurechtfinden am Sternenhimmel erleichtern sollen.

Für den Anfang kommt man ja sehr gut mit einer Sternenkarte wie dieser „Skyscout-Sternenkarte“ durch. Sie zeigt Paradeobjekte und wie man sie findet…ist um 10 Euro zu haben und für den Anfänger wegen der größeren Übersicht sehr zu empfehlen…

Möchte man jedoch auf die Jagt nach etwas „schwierigeren“ Objekte gehen, empfielt sich auch eine detailliertere Sternenkarte. Die Kombination aus Oculum-Reiseatlus und Oculum-Sternenkarte ist hierbei, wie ich finde, eine sehr gute Alternative.

Was kann so eine Kombination und was kann sie nicht?

Im Reiseführer sind Kurzinfos, Auffindhilfen und Zeichnungen der Objekte bei verschiednen Brennweiten zu finden. Fotos sehen ja meist etwas anders aus als das was man im Teleskop oder Suchfernrohr sieht und damit sind sie nur bedingt eine Hilfe, wenn es darum geht zu beurteilen, ob man denn nun gefunden hat wonach man suchte. Die Zeichnugen im Reiseführer sind offensichtlich unter dunklen Himmel angefertigt worden und so kann man als Stadt oder Stadtrandbeobachter  nicht davon ausgehen genau das zu sehen was im Buch abgebildet ist. Trotzdem ist es sehr sehr hilfreich sich schon am Tage eine erste Vorstellung vom Aussehen der Objekte zu verschaffen. Der Reiseführer beschreibt alle wichtigen Objekte des Nordhimmels und arbeitet insofern mit dem Reiseatlas zusammen, als dass er angiebt, wo genau die zum Auffinden benötige Sternenkarte zu finden ist.

Den Reiseatlas verwede ich sehr häufig. Er beinhaltet  38 sehr gute Sternkarten mit dernen Hilfe ich bisher sehr erfolgreich gearbeitet habe. Seine Seiten sind laminiert, wodurch er sich sich sehr gut für den Einsatz im Feld eignet. Tau und Nässe können ihm nicht wirklich etwas anhaben…

Zugegebenermaßen ist die Kombination aus beiden Büchern nicht gerade billig. (ca. 60 Euro) Notfalls kommt man jedoch auch mit dem Reiseatlas alleine aus. Mit der Kombi macht das Vorbereiten auf die Beobachtungsnacht natürlich größeren Spaß und führt auch schneller zum Erfolg. Zudem sollte ich wohl auch noch anmerken, dass ich persönlich über so gut wie kein Zeichentalent verfüge und die Arbeiten im Buch darum sehr beeindruckend finde. Der Reiseführer ist also auch in künstlerischer Hinsicht ein Schmankerl…

Möchte man jedoch noch etwas über genau Aufgangs und Untergangszeiten von Deep-Sky-Objekten oder Planeten erfahren (was ja zur sinnvollen Vorbereitung unbedingt notwendig ist), muss die Kombination entweder mit einer drehbaren Sternenkarte oder mit einer Software ergänzt werden…Software gibt es ja gratis im Netz…

Natürlich könnte man jetzt einwenden: „Warum denn dann nicht gleich nur Software?“ Ja stimmt auch! In gewissem Sinne ist es eben Geschmackssache ob man Buch oder Computer verwedet…

Nicht aber im Feld…da hat man dann noch einen Computer und noch eine Steckdose die man freihalten muss…da ist mir eine Sternkarte und eine Rotlichlampe eindeutig lieber…und ein bissi gehts ja auch ums Feeling…da find ich die Sternkarte eben einfach um ein Auge cooler…

trash on!

Wir sind alle nur Würmer!

Wer mir das gesagt hat? Ein kleiner Wurm, den im im Sternbild Jungfrau getroffen habe. Nämlich Markarians Galaxienkette…sie ist ein Teil des Virgo Galaxienhaufens (ca. 2000Galaxien) und dieser ist wiederum Teil des Virgo Superhaufens (100-200 Galaxienhaufen).

Der Virgo Superhaufen ist aber seineszeichen wieder nur ein Haufen unter Haufen. Pffffhhh!Also wenn man meinen sollte, man hätte im Vergleich zum Kosmos ca. die Größe eines Sandkorns, dann mach man sich bedeutend größer als man ist…

Und da ich ja nun mal kein Wissenschaftler bin, kann ich es ganz offen und unseriös kund tut: Die Frage ob es außer uns noch andere Würmer gibt ist einfach lächerlich. Sie ist schon längst beantwortet!

virgo galaxienhaufen (1 von 1)

Reiseapo 2015(7h), NEQ6, MGEN, Canon 40d (astro) ISO 800;

Das Bild sieht auf den ersten Blick etwas unspektakulär aus und man muss es wohl ein klein wenig genauer betrachten, um ihm Geheimnisse zu entlocken. Auf die Schnelle und ohne hineinzuzoomen kann man ca. 20 Galaxien erkennen. 15 davon habe ich am unteren Bild beschriftet, um sie etwas hervorzuheben. Normalerweise mag ich es ja nicht so gerne, wenn man in meinen Bildern allzuviel herumzoomt. 🙂 Dann wirds nämlich oft verpixelt oder verrauscht. Disemal rate ich aber ausdrücklich dazu…

virgo galaxienhaufen beschriftet (1 von 1)

In den hell markierten Bereichen habe ich besonders viele, weit entfernte und nur schwach leuchtende Galaxien gefunden…

Tut mir leid, dass ich dich soeben in einen Wurm verwandelt habe…das wird schon wieder…

trash on!

Transitmethode…

Hier habe ich die Transitmethode, wie sie z.B. vom Kepler-Weltraumteleskop angewandt wird, mit Hilfe der Sonnenfinsternis nachgestellt. Bei der Transitmethode wird die Abschwächung des Lichts eines Sterns, an dem gerade ein Planet vorbeizieht, gemessen und somit der Planet als solcher entlarft.

Aufnahmedaten für Einzelbilder:

14mm, 1/6400 sec, ISO 100, Blende 22;

Durch den Umstand, dass die Einstellungen bei allen Bildern die gleichen geblieben sind verändern sich Sonne und Hintergrund je nach Bedeckungsgrad. Dies ist vor allem an den Spikes der Sonne zu erkennen…

verlauf 14mm x (1 von 1)

Juchuuu ich habe mittels der Transitmethode den Mond entdeckt…:)

trash on!

Noch einmal der außergewöhnliche Frühlingsanfang…

sonne 2015 (1 von 1)

Ein kleiner Nachtrag zur Sonnenfinsternis:

Zum Fotografieren hatte ich meinen Skywatcher 150/750 und zum Beobachten meinen Reiseapo aufgestellt. Die Montierungen waren sehr gut eingenordet, da es idealerweise klar war in der Nacht vom 19enten auf den 20igsten. Da ich ja immer alles fotografieren möchte und ich eigentlich auch der Meinung bin, dass Fotografieren am Stadtrand das wahre Beobachten ist, habe ich lange mit mir gerungen um mich dafür zu entscheiden den Apo „nur“ zur Beobachtung einzusetzen.

Das Beobachten hat sich allerdings wirklich ausgezahlt. Zusätzlich zum APO hatten wir eine selbstgebastelte Finsternisbrille (soll man eigentlich nicht verwenden, wird gewarnt…aber ich denke wer ein Teleskop sonnensicher machen kann, der sollte dies auch bei einer Brille riskieren können..natürlich nur mit geeigneter Folie!) und eigentlich muss ich sagen, dass mir der Blick durch die Brille fast am besten gefallen hat. Wenn man einfach so hinaufsieht und dort ist eine Sichel statt einer Kugel…sehr cool und ganz eigenartig. Noch eigenartiger wurde es als dann nurmehr enterisches Dämmerlicht vorherrschte und es deutlich kühler wurde. Schon beeindruckend…kein Wunder, dass sich unsere Ahnen da feucht gemacht haben…

In Wien hatten wir die Möglichkeit die gesamte Finsternis zu beobachten, wenn auch nur bei einer Bedeckung von 62,9%…

sf 1 (1 von 1)

Fotografiert wurde mit dem Skywatcher 150. Vielleicht hätte ich die Brennweite länger wählen sollen. Meine Furcht war allerdings, dass die NEQ 6 mit GSO 10″ ungeguidet nicht so lange durchhält und da ich auch ein Video machen wollte, galt es händisches immer wieder Zentrieren tunlichst zu vermeiden…

sf 2 (1 von 1)

Beobachtet wurde mit Reiseapo auf NEQ 6…auch hier musste die Steuerung für das Teleskop nicht einmal angetastet werden…beide Montierungen waren sehr brav! Die Beobachtung durch den APO (obwohl nur 420mm Brennweite) war mehr als fein. Sowohl das kleine Sonnenfleckchen als auch zahlreiche Mondkrater waren gut zu sehen. Hier reichen die Fotos ausnahmsweise einmal nicht an das Gesehene heran…

trash on!