Durch den Schwan geknipst 1

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In den nächsten Tagen wird sich mit kleinen Brennweiten durch den Schwan geknipst…hier das erste Bild…Nordamerikanebel…hab ich heuer ja eh schon ein paar mal abgelichtet…

Canon 40d (astro) ISO 800, StarAdventurer, Sigma 70-300mm APO bei 70mm, Gesamtbelichtung ca. 3h…

trash on!

Adlernebel…

Hier nun der Adlernebel…dieser geht sich gerade noch so vom Gärtchen aus…ist also vom Schwierigkeitsgrad nicht so aufwändig wie der Lagunennebel…

Trotzdem die kurze Sommernacht und der tiefe Stand machen bei diesen Nebeln perfekte Ergebnisse beinahe unmöglich. War auch seltener klar in den letzten Nächten und jetzt hängt  ja schon wieder der alte Deep-Sky-Muffel Mond die ganze Nacht im Sternenhimmel…

Ich denke für heuer hab ich mich genug mit den Tiefliegenden Perlen auseinandergesetzt…dem Omega-Nebel spar ich mir…auch der nächste Sommer braucht Herausforderungen und andere Konstellationen haben auch schöne Schätze…für die nächsten Tage ist sehr viel klarer Himmel angesagt…da muss der Saturn noch einmal herhalten und danach gehts weiter zum Schwan und dann in den wohlverdienten Urlaub (natürlich nicht ohne StarAdventurer)…

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Adlernebel, Newton 150/750, Canon 40d (astro), ISO 800, Belichtungszeit ca. 3h;

Entfernung ca. 7000 Lichtjahre, die Staubsäulen dehnen zu 9,5 Lichtjahren aus…an ihrer Spitze bilden sich junge Sterne…darum nennt man sie Säulen der Schöpfung…

trash on!

Säulen der Schöpfung…

Mit dem gesamten Adlernebel bin ich leider noch nicht fertig…da fehlt noch Belichtungszeit…

…vorab aber schon einmal die berühmten Säulen der Schöpfung…man nennt sie so, weil sich an ihren Spitzen junge Sterne bilden…

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TOCOTRONIC ist eine Band, die mich seit frühster Jugend begleitet und bei der ich das Gefühl habe, dass sie mit mir mitwächst…im Album K.O.O.K. waren innen die Säulen der Schöpfung abgebildet…und ich hab sie mit 15 oder 16 sehr oft staunend betrachtet als ich der Platte lauschte…

…darum gibts hier TOCOTRONIC mit einer alten Nummer von der K.O.O.K…..

let there be rock!

Galileoscope…

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Hab mich leider nicht zusammenreißen können und mir das Galileoscope besorgt. Es erschien 2009 zum internationalem Jahr der Astronomie und war so wie das First-Scope dazu gedacht bei Kindern und Jugendlichen das Interess an Naturwissenschaften zu wecken.

Es ist ein 55mm Refarktor Bausatz mit 500mm Brennweite. Mit diesem Röhrchen sollte man gut nachempfinden können, wie sich die Astronomie für Galileo Galilei anfühlte.

Zusammengebaut war es schnell und mit nur wenig Aufwand. Es ist dazu nichts nötig, was nicht in der Packung ist.

Nach dem Zusammenbau ist mir negativ aufgefallen, dass keinerlei Staubschutzkappen mitgeliefert wurden. Weder für Okulare noch für das Teleskop. Hab ich eigentlich noch nie erlebt…

Gestern Nacht war es dann so weit. Während mein 150er Newton fleißig Fotos machte, wollte ich mich fühlen wie Galileo…

…und ich glaube, das ist mir gelungen. Zuerst habe ich den Mond beobachtet. Durch das Telskop sieht man sehr schön die Krater und alles wirkt beeindruckend dreidimensional. Na ja, vielleicht doch ein wenig besser als das was Galileo zur Verfügung hatte…

…weiter zu Saturn. Da sieht es mir schon ein wenig mehr nach Galileo aus. Wenn man weiß was es ist, das man da sieht, kann man alles gut erkennen. Die Ringe sind fein auszumachen. Die Kassini-Teilung natürlich nicht…

…weiter gings für mich durch den Skorpion hinauf über die Milchstraße hinein in den Schwan. Dort wird es dann endgültig derb. In Richtung Zenit fällt die Beobachtung nicht leicht und ich muss auf dem Boden knien um etwas sehen zu können…

Deep-Sky mäßig geht sich mit dem Galileoscope sehr wenig bis gar nichts aus…das entspricht aber den historischen Tatsachen und stört mich deshalb nicht. Die sehr unangenehme und teilweise ergonomisch bedenkliche Haltung, die man für die Beobachtung der meisten Himmelsregionen einehmen muss, werde ich mir zu Ehren von Galoleo sicher noch ein bis zwei mal antun… vielleicht werd ich das Scope aber dann ein klein wenig aufmotzen, so dass das Beobachten etwas bequemer wird…

Mein Fazit:

Ich habe mir das Teleskop angeschafft, weil ich nachempfinden wollte, wie schwierig es für die Pioniere der Astronomie war (Galileo hätte bei der Ausrüstung eines heutigen durchschnittlich ausgerüsteten Hobbyastronomen sicher feuchte Augen bekommen)…und natürlich auch um ein klein wenig daran zu basteln. Somit bin ich mit dem Kauf zufrieden. Dass Deep-Sky Beobachtungen mit diesem Gerät eher schwierig sind, war mir auch vor dem ersten Beobachtungsabend klar…

Für Kinder finde ich es allerdings nicht wirklich geeignet. Einzig und alleine das Zusammenbauen scheint mir kinderlicht zu sein. Das Beobachten mit diesem Instrument ist eher schwierig. Es hat kein Sucherfernrohr und man kann auch keines nachrüsten (vielleicht doch :)) Man sucht Objekte mittels Kimme und Korn…das ist ganz und gar nicht einfacht. Auch das Scharfstellen benötigt ein wenig Fingerspitzengefühl.

Das Auffinden von Himmelsobjekten ist für Anfänger ohnehin anspruchsvoll und so sollte man Kindern nicht auch noch mit schwierig zu handhabenden Instrumenten fordern. Sonst würgt man eher ab was man fördern wollte. Leider muss man sagen dass es eigentlich keine Einsteigertelsekope gibt. Alles was Spaß macht und dabei hält kostet dann doch ab 200 Euro aufwärts. Wenn es aber billig bleiben muss…ist das First-Scope zu empfehlen…

https://trashholeobservatory.wordpress.com/2014/11/06/tho-unter-100-euro-76300/

trash on!

Kugelkreuz und Milchstraße…

Als ich am Wochenende die Bilder für den Lagunennebel sammelte, war etwas Zeit um einige andere Aufnahmen zu machen.

Unter anderem hatte ich mir vorgestellt das sogenannte Kugelkreuz mit Sternen im Hintergrund abzubilden. Das Kugelkreuz ist eigentlich nur eine Säule mit einer Kugel oben drauf. Schlicht aber irgendwie cool. Aus welcher Zeit es stammt oder was es genau ist weiß ich nicht genau…da es mitten in einem Agrargebiet platziert ist, könnte die Kugel auf Mutter Erde anspielen und für Fruchtbarkeit stehen…ich deute es jetzt einfach einmal so und wenn ich damit recht habe, dann passt es gut zu einem Foto mit Sternenhintergrung…die fruchtbare Erde in ihrer stellaren Umgebung…

Als ich das erst Bild am Display ansah, staunte ich nicht schlecht, als ich das zarte Band der Milchstraße erkennen konnte. Ich hatte schon mehrmals versucht es trotz Lichtverschmutzung vom Stadtrand aus zu fotografieren. Doch leider nie mit Erfolg.

Hier also nun das einzige „Monument“ in unmittelbarer Umgebung unseres Hauses…und dazu die Milchstraße:

kugelkreuz und sender (1 von 2) kugelkreuz beschriftet (1 von 1)

Ich habe das Bild auf der rechten Seite ein klein wenig beschriftet. Man kann sehr deutlich die Lichtverschmutzung, die von der Stadt Wien verursacht wird erkennen. Die Orte Gerasdorf und Deutsch Wagram liegen eigentlich sehr viel näher als der Stadtkern von Wien. Ich denke, dass sie weniger Licht abstrahlen, weil dort nur Straßen und Häuser beleuchtet werden.

In einer Großstadt wie Wien gibt es dagegen jede Menge Leuchtreklamen, die sich gegenseitig übertrumpfen möchten…

Dies ist für mich ein deutliches Argument dafür, dass man die Lichtverschmutzung nicht immer mit dem allgemeinen Bedürfnis nach Sicherheit vom Tisch wischen kann!

Lichtverschmutzung geht nicht nur Astronomen oder Hobbyastronomen etwas an. Es gibt vielerlei Probleme, die damit in Zusammenhang stehen: psychische Probleme, Schlafstörungen, erhöhtes Krebsrisiko (insbesondere Brustkrebs) usw…auch Zugvögel und Fledermäuse (diese aber eher in der Wüste rund um Las Vegas als in unseren Breiten) werden durch das Licht oft irritiert und verenden dadurch Qualvoll…

Dabei ist Lichtverschmutzung ein Problem, dass im Vergleich zu anderen selbstgezüchteten Schwierigkeiten eher einfach zu lösen wäre.

Mehr Licht bedeutet nicht mehr Sicht. Das ist für das Affenhirn vielleicht nicht so einfach zu fassen…aber mehr ist nicht immer mehr und oft ist zu viel Licht eher kontraproduktiv. So stimmt es sicher nicht, dass das Eindämmen der Lichtverschmutzung zwingen mit einer erhöhten Quote an Vergewaltigungen einhergehen muss…dazu werde ich vielleicht demnächst ein Fotoexperiment nachholen, das ich in den Buch „Die Nacht/Reise in eine verschwindende Welt“ von Paul Bogard (empfehlenswert) gefunden habe…

Ich denke, dass uns bei dem Problem Lichtverschmutzung 2 Dinge enorm weiterbringen würden:

  1. Das Verbot oder zumindest das starke Eindämmen von Leuchtreklame…zumal der erhöhte Stromverbrauch sich auch auf den Klimawandel auswirkt…
  2. Effizientere Beleuchtung…lieber ein paar in 2,5-3m Höhe angebrachte, zielgerichtet LEDs als Natriumdampflampen, die so hell sind, dass man sie hoch über der Straße anbringen muss…

Dabei wäre Schritt 1 sehr dringend und Schritt 2 könnte mit der ohnehin durch Verschleiß notwendigen Erneuerungen von alten Laternen und Beleuchtungen einhergehen…somit würde man wenn überhaupt nur sehr wenig Geld investieren müssen.

Als klein Entschädigung für diese Predigt hier noch eine Schwarz/Weiß-Aufnahme:

kugelkreuz bw (1 von 1)

trash on!

PS: Die Windrose habe ich nach den Sternbildern im N,S,O und W eingezeichnet…sie ist deshalb ein wenig verzogen weil die Kamera auf das Kugelkreuz und nicht exakt nach oben ausgerichtet war….