Fraunhofers Katze…

Gestern fiel das Sonnenlicht wieder einmal sehr günstig durch das Aquarium und es ergab sich eine erneute Gelegenheit eine spektroskopische Versuchsanordnung zu testen…

Nach meinem Beitrag Spektroskopie mit Couch-Sessel und Aquarium

https://trashholeobservatory.wordpress.com/2015/11/08/spektroskopie-mit-couch-sessel-und-aquarium/

hier nun die Fortsetzung:

Spektroskopie mit Katze und Aquarium…wer wollte es nicht schon immer wissen? Ist Spektroskopie mit einer handelsüblichen Katze möglich oder bleibt dies ein ewiger Menschheitstraum?

Zuerst einmal ein Bild:

face (1 von 1)

Bei diesem Bild wurde tatsächlich nur die Klarheit etwas angehoben…sonst fand keinerlei Bildbearbeitung statt. Man sieht das Gesicht unseres kleinen Katers „Aramis“ im Spektrum der Sonne.

Hier eine weitere Aufnahme:

cat 2 (1 von 1)

 

Nun folgt der Versuch mit einem kleinen Bildausschnitt vom Bauch der Katze eine nette Kurve zu erzeugen..wie immer in RSpec…

Spektrum Katze

Wie man sehen kann, kommt man sogar ungefähr hin. Die blauen Linien sind Spektrallinien eines G-Sterns…wie ja auch unsere Sonne einer ist…

Die eine oder andere Linie ist beinahe wo sie sein sollte….

Es ist schon ein sehr beruhigendes Gefühl zu wissen, dass man Spektroskopie auch mit einer Katze betreiben kann, wenn man gerade keinen Couch-Sessel zur Hand hat…

trash on!

Das Sternguckerbuch…

Sternguckerbuch

Nach der Biographie Juri Gagarins hier noch ein Buch aus dem ehemaligen Osten…

Eigentlich ein ganz feines Büchlein, das einen guten Einblick in das Leben des Hobbyastronomen der DDR gibt. Es ist sehr praxisbezogen geschrieben und legt größten Wert auf die Annahme, dass auch der Laie sinnvolles zur Wissenschaft beitragen kann.

Propagandamäßig ist das Sternguckerbuch weit weniger schlimm als die Biographie von Juri Gagarin. Hier und dort findet man zwar leichtes Lobhudeln zu Gunsten der Partei…ist aber in einem Maß, das durchaus verträglich ist…

Beim Lesen kam bei mir eine seltsame Faszination für den DDR-Hobbyastronomen auf. Sehr viel an Ausrüstung wurde offenbar selbst angefertigt und passioniert zur Anwendung gebracht. Im Buch wird aber auch auf Produkte der bekannten Firma „ZEISS“ eingegangen. Offenbar gab es in der DDR einige Arbeitsgruppen zum Thema Astronomie, die sich ihre Ausrüstung untereinander teilten…dies erscheint mir sehr sinnvoll, zumal die Astronomie ein kostspieliges Hobby ist. Eine CCD kostet viel…nicht aber wenn 10 Leute zusammenzahlen… Natürlich gibt es heutzutage auch Arbeitsgruppen zum Thema Astronomie…im Osten schien das gemeinschaftliche Arbeite aber eher die Regel als die Ausnahme gewesen zu sein…

Und noch etwas habe ich dazu gelernt: In der DDR war Astronomie offenbar ein Schulfach und angeblich besaß jede Schule ein Teleskop…auch eine erstaunliche Tatsache, wenn man bedenkt wie heutzutage… (ach lassen wir die ewige Jammerei über die Sonnenfinsternis 2015 und das Schulsystem doch mal gut sein… 🙂 )

Verschlungen habe ich natürlich die Passagen über Astrofotografie und auch sofort Lust bekommen selbst mal  die analoge Variante zu testen. Hab ich dann auch gemacht. Analoge Spiegelreflex, manuelles Guiden…sehr mühsam…Bilder sind erst 3 gemacht…ist ein 36er Film…da wird’s bei diesem Wetter noch ein wenig dauern bis ich hier die ersten Resultate zeigen kann…oder eben auch nicht…

Nun ja…Fazit: Trotzdem das Büchlein sehr liebevoll gemacht wurde, ist es in vielen Dingen nur mehr wenig aktuell.

Für Hobbyastronomen ist es jedoch insofern interessant, als es einen eher historischen Einblick gibt…ein klein wenig animiert es auch dazu zukünftig vielleicht das ein oder andere Bastelprojekt zu starten…

Der nächste Teil meiner kleinen Ost-Reihe beschäftigt sich mit dem Buch „Astronomie selbst erlebt“ (ebenfalls DDR-Literatur…)

trash on!

 

1000 einfache Wörter?

1000 all

Als ich diese kurze Lektüre im Geschäft stehen sah, konnte ich nicht wiederstehen. Das All erklärt in 1000 einfachen Wörtern. Eine sehr schwierige Aufgabe, die sich der Autor hier aufgehalst hat…

Insgesamt hält das Büchlein was es verspricht. Alle wichtigen Themen von der Relativitätstheorie bis zur Quantenmechanik werden angeschnitten und tatsächlich in sehr einfacher Sprache erklärt. Somit schafft es der Autor tatsächlich den aktuellen Stand des Wissens mittels einfacher Sprache auf den Punkt zu bringen.

Jedoch! Ich habe keine Ahnung, ob dies an der Übersetzung ins Deutsche liegen könnte, aber teilweise geht das Buch in Sachen „Einfache-Sprache“ einen kleinen Schritt zu weit. Im Nachwort ist auch die Formulierung „gebräuchlichste Worte“ statt „einfache Worte“ zu finden. Und so wird im Buch ein Flugzeug zum „Flug-Wagen“, ein Wissenschaftler zum „Such-Menschen“ ein Teleskop zum „Groß-Seher“ usw…mein persönlicher Eindruck dabei ist…dadurch wirds nicht unbedingt einfacher. man hat nämlich relativ wenig davon, wenn der Urknall als „Großer Blitz“ bezeichnet wird. Die Schwierigkeit sich eine Vorstellung vom Urknall zu machen, bleibt die gleiche.

Beim Lesen schwankte es bei mir von positiver Überraschung bis zum angenervt sein. „Flug Wagen“ muss nun wirklich nicht sein! Ich denke, dass „Flugzeug“ ein sehr sehr gebräuchliches Wort ist. Trotzdem ist das Büchlein ein interessantes sprachliches Experiment und es kann durchaus behaupten das All in sehr einfacher Sprache zu erklären….

trash on!

Lander Aramis…

Obwohl ich es eigentlich nicht vor hatte, habe ich nun noch einen kleinen Lander aus dem Mindstorms-Set gebastelt.

Optisch zwar kein Hochgenuss, schafft er es immerhin eine Bodenprobe aufzunehmen. Das Bohren habe ich ja beim Mira-Raumsonden-Projekt mit eingebaut…und es daher diesmal ausgespart.

https://trashholeobservatory.wordpress.com/2015/12/14/mira-xii-teil-2/

Der Ablauf beim Lander sieht so aus:

Mittels eines Druck-Sensors kann er feststellen, ob er auch wirklich gelandet ist und den Boden berührt. Wenn dies zutrifft startet er sein Programm. Er ermittelt mit Hilfe des Kompass-Sensors die ungefähre Himmelsrichtung seiner Vorderseite. (ich gehe dabei von einem Planeten mit Magnetfeld aus…für meinen Versuch habe ich mir das der Erde geborgt…)

Danach führt er seinen Temperatursensor in den Boden und beginnt die Messung.

Dann wird eine Bodenprobe genommen…

Das Thermometer wird zurückgefahren und die Temperatur wird auf dem Display angezeigt. (Der Computer-Brick stellt in meinem Versuch die Bodenstation dar und ist deshalb nur mit Kabeln mit dem Lander verbunden…)

Zum Schluss wird noch ermittelt ob die Planetenoberfläche hell oder dunkel ist…dies wird ebenfalls auf dem Display angezeigt.

Nach getaner Arbeit übermittelt der Lander die Daten an seine Muttersonde…

Ich hab noch ein paar ältere Sounds gefunden, die ich für den Mindstorms-Brick programmiert habe…diese habe ich gleich eingeflochten…

 

trash on!

PS: Mir ist zu Ohren gekommen dies sei nicht der eizige Weltraumfilm, der heute Prmiere hat…