Das Sternguckerbuch…

Sternguckerbuch

Nach der Biographie Juri Gagarins hier noch ein Buch aus dem ehemaligen Osten…

Eigentlich ein ganz feines Büchlein, das einen guten Einblick in das Leben des Hobbyastronomen der DDR gibt. Es ist sehr praxisbezogen geschrieben und legt größten Wert auf die Annahme, dass auch der Laie sinnvolles zur Wissenschaft beitragen kann.

Propagandamäßig ist das Sternguckerbuch weit weniger schlimm als die Biographie von Juri Gagarin. Hier und dort findet man zwar leichtes Lobhudeln zu Gunsten der Partei…ist aber in einem Maß, das durchaus verträglich ist…

Beim Lesen kam bei mir eine seltsame Faszination für den DDR-Hobbyastronomen auf. Sehr viel an Ausrüstung wurde offenbar selbst angefertigt und passioniert zur Anwendung gebracht. Im Buch wird aber auch auf Produkte der bekannten Firma „ZEISS“ eingegangen. Offenbar gab es in der DDR einige Arbeitsgruppen zum Thema Astronomie, die sich ihre Ausrüstung untereinander teilten…dies erscheint mir sehr sinnvoll, zumal die Astronomie ein kostspieliges Hobby ist. Eine CCD kostet viel…nicht aber wenn 10 Leute zusammenzahlen… Natürlich gibt es heutzutage auch Arbeitsgruppen zum Thema Astronomie…im Osten schien das gemeinschaftliche Arbeite aber eher die Regel als die Ausnahme gewesen zu sein…

Und noch etwas habe ich dazu gelernt: In der DDR war Astronomie offenbar ein Schulfach und angeblich besaß jede Schule ein Teleskop…auch eine erstaunliche Tatsache, wenn man bedenkt wie heutzutage… (ach lassen wir die ewige Jammerei über die Sonnenfinsternis 2015 und das Schulsystem doch mal gut sein… 🙂 )

Verschlungen habe ich natürlich die Passagen über Astrofotografie und auch sofort Lust bekommen selbst mal  die analoge Variante zu testen. Hab ich dann auch gemacht. Analoge Spiegelreflex, manuelles Guiden…sehr mühsam…Bilder sind erst 3 gemacht…ist ein 36er Film…da wird’s bei diesem Wetter noch ein wenig dauern bis ich hier die ersten Resultate zeigen kann…oder eben auch nicht…

Nun ja…Fazit: Trotzdem das Büchlein sehr liebevoll gemacht wurde, ist es in vielen Dingen nur mehr wenig aktuell.

Für Hobbyastronomen ist es jedoch insofern interessant, als es einen eher historischen Einblick gibt…ein klein wenig animiert es auch dazu zukünftig vielleicht das ein oder andere Bastelprojekt zu starten…

Der nächste Teil meiner kleinen Ost-Reihe beschäftigt sich mit dem Buch „Astronomie selbst erlebt“ (ebenfalls DDR-Literatur…)

trash on!

 

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