Pferdekopfnebel…

pferdekopfnebel g8300 reiseapo ts (1 von 1)

Hier noch einmal der Pferdekopfnebel…nach dem „Reset“ 2 weitere Nächte…Gesamtbelichtungszeit 9,5h…

Bei diesem Obejekt versuchen die meisten ein wenig vom Rot wegzukommen, das durch das RGB / H-alpha Komposit entsteht…ich hab hier mal das Gegenteil getan…bevor man einen eignen Stiel findet, muss man ja bekanntlich andere kopieren… 🙂

…möglich, dass eine weitere Version folgt…für heute is aber genug…

Hier nun auch noch einmal M42 mit Reiseapo:

m42 g8300 reiseapo v5 (1 von 1)

trash on!

Je suis Julian Weßel…

saturn-transit_01

Dieses Bild wurde von Julian Weßel im Internet veröffentlicht und es schaffte es sogar zum Astrofoto des Tages auf der NASA Homepage. Es zeigt die ISS beim Transit vor dem Saturn. Es ist vielleicht auf den ersten Blick kein spektakuläres Bild…wer sich aber schon einmal an Planeten oder der ISS versucht hat, der weiß, dass wir es hier mit außerordentlich guter Qualität zu tun haben…

…dies machte offenbar einige Leute sehr skeptisch was die Echtheit dieses Bilds betrifft. Nach und nach wurden Gegenbeweise zusammengetragen. Unterschiedliche Pixelgrößen in unterschiedlichen Regionen, eine Saturnposition, die nicht mit der Aktuellen übereinstimmt, Wetterdaten die eigentlich sagen, dass es zur Aufnahmezeit am Aufnahmeort bewölkt war, die ISS die auf jedem Bildabschnitt gleich aussieht usw.

Schließlich gibt Julian auf und gesteht:

“To make things clear I wanted to say that the APOD picture of Saturn and ISS is a composition of 2 Frames from different capturing session. They’re both overlayed and processed to make the event as detailed as possible. I’m sorry to all the astronomers feeling betrayed, this was not my intention.”

Ein Fake also…

Und in einer weiteren Stellungnahme fügte er hinzu:

“Viele werden sich fragen wie man überhaupt auf die Idee kommt so etwas zu machen. Ich weiss es selber nicht. Vielleicht war ich in der kurzen Zeit in der ich jetzt Astrofotograf war zu sehr darauf bedacht die tollsten Fotos zu machen ohne Schritt für Schritt erstmal zu lernen was einen Astrofotografen überhaupt ausmacht.”

hier die ganze Geschichte auf astronomie.de:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1199922/1

Dies alles ist natürlich ein Skandal unter den Astrofotografen…denn sie arbeiten ja immer wissenschaftlich und genau. Da ist doch kein Platz für Fakes…

Oder?

Ich bin da etwas anderer Meinung…das Grundwesen der Astrofotografie und auch der Fotografie überhaupt ist doch der Fake. Ein Bild zeigt einen kleinen Ausschnitt einer Situation in 2 Dimensionen. Was sich hinter dem Fotografen abspielt kommt am Bild nicht vor. Was ein wenig weiter oben ist…sieht man nicht…links und rechts…alles abgeschnitten. Wie warm oder kalt ist es auf dem Bild? Manchmal kann man es erahnen…meist nicht. Wie riecht es auf dem Bild…keine Ahnung…was hat das Bild denn dann mit der Realität zu tun?

Spezielle die Astrofotografie treibt es in dieser Hinsicht jedoch auf die Spitze:

fake gesamt (1 von 1)

Auf diesem Bild sind unterschiedliche Versionen des Orion-Nebels zu sehen. Was man vielleicht nicht sofort vermutet: Es handelt sich bei allen Bildern exakt um die gleiche Aufnahme. Fangen wir rechts unten an: Bild 6: eine einzelne Aufnahme (5min)…solche Aufnahmen legen wir Astrofotografen so lange übereinander bis wir zufrieden sind. Bild5: So würde man das Objekt durch einen kleineres Fernrohr sehen. Bild 2: so sieht das fertige Astrofoto dann aus. Das Objekt würde so oder so ähnich aussehen, wenn das menschliche Auge 10 Stunden lang Licht sammel könnte.

Durch den Umstand, dass bei der Aufnahme Filter für LRGB, H-alpha, OIII und SII verwendet wurden, lässt sich das Bild im Nachhinein alternativ bearbeiten. Auf Bild 2 hab ich das H-alpha beispielsweise rotbraun gefärbt. Meine Kamera spuckt es ja nur in Graustufen aus (wie auf Bild 3) und so muss es eingefärbt werden. Auch die LRGB-Kanäle werden von einer CCD in Graustufen geliefert. Hier ist aber klarer welche Farbe sie erhalten sollen.

Bei Bild 1 wurden LRGB überhaupt weggelassen und eine Hubble-Palette versucht. Bei Aufnahmen des Hubble-Teleskops wird der Wasserstoff-Kanal grün gefärbt. (bei mir ist das sicherlich ein wenig übertrieben dargestellt…) und nicht rotbraun. Das Bild 4 wurde wiederum völig alternativ eingefärbt. (H-alpha-rot, OIII-grün, SII-blau)…

…also…was ist nun real…wenn man direkt hinschaut…durch das Teleskop ist alles in Graustufen und bei weitem nicht im Gesamtausmaß zu sehen. Ist das die Realität? Oder Bild 2…hier hat ein Mensch (nämlich ich) versucht, das Objekt relativ natürlich aussehen zu lassen. Ist das die Realität? Oder eine rein subjektive und durch das Betrachten der Bilder von anderen Astrofotografen anerzogene  Betrachtungsweise?

Auf Bild 4 kann man die verschiedenen Regionen des Nebels am besten auseinaderhalten. Sagt das Bild womöglich mehr über seiene Natur aus als die natürliche Variante?

Darum! Alles nur Lüge?

Nicht ganz! Wir Astrofotografen versuchen Ehre und Ethik mittels eines kleinen Tricks aufrecht zu erhalten: Wir arbeiten so transparent es geht…wir versuchen bei jeder Veröffentlichung anzugeben wie das jeweilige Bild entstanden ist. So geben wir auch an, ob und wie ein Bild manipuliert wurde.

Natürlich reagiert die Gemeinde deshalb sehr empfindlich, wenn es um ein solches „Verbrechen“ geht, das Julian Weßl hier begangen hat. Immehin bedroht eine solche Handlungsweise unser aller Glaubwürdigkeit…

Ist das so?

Ich finde nicht!

Ich glaube eher daran, dass uns Julian einen Gefallen getan hat. Er hat uns dazu gebracht uns wieder einmal mit dem Thema Wahrheit auseinaderzusetzen. Er hat uns gezeigt, dass wir zu einer Gilde gehören, die zwar scheinbar selbstlos versucht die Schönheit des Universums herauszuheben…deren Individuen aber trotzdem dann und wann mal das beste Foto machen wollen…

Er hat uns außerdem nahegebracht wie großartig es sein kann seine Fehler einzugestehen und sich dafür zu entschuldigen…

und außerdem:

hat er aufgezeigt, dass wir sehr sehr gute Leute in unseren Reihen haben. Aufgedeckt wurde der Betrug nämlich nicht von der NASA…die hat das Bild zum besten Astrofoto gemacht…sondern von Hobbyastronomen…großes Tennis!

Fazit: Das gefälschte Foto hat bei mir großen Eindruck gemacht. Wenn es echt gewesen wäre, hätte es mich nicht so lange beschäftigt und ich hätte diesen Beitrag nicht geschrieben. Was wenn wir das Bild als Kunst betrachten und dem geständigen Betrüger seine Glaubwürdigkeit zurückgeben?

Hier wäre eine gute Stelle um ein bekanntes Bibelzitat zu bemühen, das sich mit Steine-werfen auseinandersetzt…kehren wir doch vor unserer eigenen Haustüre!

Die NASA hat das Bild übrigens wieder von der Homepage genommen…finde ich sehr schwach. Wurde hier der eigene Irrtum einem Fake unterzogen?

Also lieber Julian! Danke dass du uns die Augen geöffnet hast und für mich ist dein Bild „Das Astrofoto des Jahres“!

fake on!

 

 

Das Universum ist eine Scheissgegend…

Universum

Die Science Busters sind eine österreichische Kabarett-Gruppe, die aus den beiden Physiker Prof. Heinz Oberhummer und Werner Gruber sowie dem Satiriker Martin Puntigam bestehen. Oder eigentlich, muss man leider sagen, bestanden, denn Prof. Oberhummer ist mittlerweile verstorben. So wie ich das sehe wird es die Science Busters weiterhin geben…mit einem zusätzlichen neuen Kopf…ist aber in diesem Zusammenhang egal…denn der neue Kopf hat am Buch nicht mitgeschrieben…wie soll er das auch als Kopf…

Leider muss ich sagen, dass dieses Trio nie zu meinen Lieblingen gezählt hat. Dies lag nicht an Puntigam oder Oberhummer…aber der Gruber…na ja…lassen wir das…

Unter Kabarett verstehen wir in Österreich Comedy mit Restniveau…und es ist eine Disziplin in der wir ausnahmsweise die Nase vorn haben. „Wie bitte? Ob ich mir bewusst bin, dass der überwiegende Teil meiner Leser in Deutschland wohnt? Ja! Aber so ist es nun mal…österreichisches Kabarett macht Spaß und Sinn und das ist eine Kombi, die sich suchen lässt…wer das nicht glaubt, der sollte sich mal „Privat“ von Josef Hader ansehen…nur als Beispiel…“

(ich kann natürlich nur von Kabarett sprechen, das erstens in einer Sprache statt findet, die ich auch spreche und das auch bis zu mir nach Wien dringt…)

Obwohl ich also beides mag, Kabarett und Physik…mochte ich die Science Busters irgendwie nie so wirklich. Eigentlich wundersam…vor allem weil ich auch viel Meinung mit ihnen Teile und ihre Seitenhiebe gerade in Richtung Esoterik ganz angebracht finde…

…oder vielleicht auch nicht. Angeblich haben sie mal öffentlich jede Menge homöopathische „Medikamente“ zu sich genommen. Darunter sehr viel Schlafmittel und was weiß ich was alles. Natürlich ist nichts passiert…da die Homöopathie ja…na ja…gehört hier nicht hin…auf jeden Fall ist das eben genau so eine Sache bei der ich mir nicht sicher bin, ob man denn so etwas machen sollte. Die Homöopathie hat meiner Meinung nach ihre  große Stärke im Placebo-Effekt und da frage ich mich, ob man das den Leuten einfach so nehmen kann. Unterm Strich ist mir das eben ein klein wenig zu selbstherrlich. Genau wie man bei der Demokratie nicht immer merkt, dass sie eigentlich die beste Staatsform ist, so merkt man bei der Wissenschaft oft auch nicht, dass sie die effizienteste und natürlichste Form ist das Universum zu betrachten. Trotzdem solltenWissenschaftler aber nicht abheben sondern beachten, dass die größte Qualität ihrer Disziplin das „weiß ich nicht“ ist bla bla bla bla bla…

„Komm zum Punkt!“

Na gut…ist also nicht so leicht ein Buch zu lesen dessen Autoren man nicht unbedingt auf seiner Liste der Sympathieträger stehen hat. Ich habe also all meine Objektivität zusammengekratzt und los gings…

Die Überraschung war groß! Ich mag dieses Buch! Wirklich!

Inhaltlich ist es vergleichbar mit den Büchern von Harald Lesch. Ein wenig Planeten und Sterne, Asteroiden, Schwarze Löcher und so weiter und so fort. Das Ganze mit ein wenig Humor vorgetragen und sehr verständlich erklärt.

Fazit ist natürlich, dass das Universum eine Scheissgegend ist. Ja! Auch diese Auffassung teile ich wohl mit den Science Busters…viele unwirtliche Orte (davon gibt es ja mehr als genug im Universum) werden genauer unter die Lupe genommen. Obwohl man nie das Gefühl hat, dass das Buch ein besondere Struktur hätte, hat es dann letztendlich doch eine sehr klare und nachdem man beim Lesen des Öfteren denkt, alles würde nur so dahinplätschern, ist man am Ende überrascht wie viel man dann doch dazugelernt hat. (z.B. dass sich mit einer Tafel Schokolade und einer Mikrowelle eben nicht, wie von vielen behauptet, die Lichtgeschwindigkeit messen lässt…)

Am unterhaltsamen fand ich eine Passage, die sich mit Botschaften an andere Welten beschäftigt. Wie z.B. jener die in Richtung M13 geschickt wurde. Warum man M13 gewählt hat, ist mir ohnehin schleierhaft. Ist ein Kugelsternhaufen mit vielen Sternen…da haben es bewohnbare Planeten wohl etwas schwerer. Das eigentlich lustige ist aber, dass man einen Code gesendet hat, der von keinem einzigen Experten auf der Erde geknackt werden konnte…was sollen denn dann die Aliens damit? Auch die Tafeln auf den Voyager-Sonden und deren Potential für Missverständnisse zu sorgen werden genauer beleuchtet…sehr unterhaltsam…

Also unterm Strich ein „Bitte lesen“ das sich hier ausgeht…und vielleicht werde ich mich nach dieser Lektüre sogar noch ein wenig mehr mit den Science Busters beschäftigen. Nun habe ich ja herausgefunden, dass ich sie zwar nicht sehen aber dafür lesen kann…ihr anderes Buch heißt „Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln“ oder irgendwie so. Klingt ja schon mal nicht schlecht…

„Das Universum ist eine Scheissgegend“ ist übrigens auch als Hörbuch erhältlich.

trash on!

 

 

Von der Vorversion zur…

pferdekopf  Reiseapo 420mm g 8300 (1 von 1)

Nun gibt es doch keine weitere Nacht für dieses Bild. Der Grund dafür ist, dass ich diese verzerrten Sterne am Rand überhaupt nicht leiden kann. Bei M42 dachte ich noch „Ist eigentlich eh ein lustiger Effekt“…aber jetzt ist genug…ich glaube auch einen Weg gefunden zu haben das Problem zu beheben…

…momentan nutze ich nicht die gesamte Sensorfläche sondern beschneide die Bilder an den Rändern (weiter draußen wirds nämlich noch wilder) und dadurch wird das Rauschen und Verpixeln gefördert…das sollte nicht sein. Ein klein wenig wegzwacken ist okay…aber was zu viel ist ist zu viel….

…also alles auf „RESET“…

trash on!

Pferdekopfnebel Vorversion…

pferdekopf bw (1 von 1)

Der Mond wird immer voller und damit hat es sich für ein paar Tage mit der Deep-Sky-Fotografie…noch dazu muss er genau da vorbei, wo ich knipsen möchte…

Daher hier noch eine Vorversion des Pferdekopfnebels…

Da es gestern Nacht um die -10C° hatte, konnte ich den Chip bis -30°C kühlen. Trotzdem rauscht es noch zu viel und das vernichtende Urteil lautet: eine weitere Nacht Belichtung…

Wird auch wieder ein Gaudium das zu bearbeiten…so viel hab ich schon gesehn…

trash on!

SOUNDCLOUD…

Seit heute gibt es Trashholeobservatory auch auf Soundcloud…um meine Songs und Soundscapes mit Weltraumbezug in den Raum zu stellen…

Da ich aus den Neunzigern und vom Rock her komme, sind an meiner musikalischen Sozialisation Bands wie Nirvan, Tocotronic usw mitbeteilig. Daher fiel ich lange Zeit der Vorstellung, dass es nicht viel braucht um Musik zu machen, zum Opfer. Frei nach dem Motto ein paar Bier und drei Akkorde werden schon reichen wurde alles bespielt was sich bespielen ließ…heute würde ich gerne etwas mehr können…aber Familie, dieses zeitaufwendige Hobby hier, na ja und gearbeitet muss ja auch noch werden…also für die nächste Zeit keine Verbesserung der musikalischen Fähigkeiten in Aussicht…

Hab allerdings ein paar neue Einfälle im Kopf…

trash on!

 

Version 4 und die Augen fallen mir schon aus dem Kopf…

m42 ts reiseapo 420mm  moravian g8300 x (1 von 1)

Version 4…und damit lasse ich es jetzt mal gut sein…mir fallen ja schon die Äuglein aus der Birne…

Auch auf die Gefahr hin zu langweilen könnte es sein, dass mir in den nächsten Tagen noch die ein oder andere Version herausrutscht. Ich werde mich wohl auch an einem Bericht versuchen, der die Unterschiede in der Arbeitsweise aber auch der Philosophie hinter DSLR und CCD herausstreicht….mag aber noch ein bissi dauern…

trash on!