Celestron C70…

Im heurigen Sommerurlaub ist wieder einmal eine Flugreise geplant. Beim letzten Flug hatte ich mit Teleskopen und dem Ablichten des Sternenhimmels noch nichts zu schaffen und so kommt es, dass ich mir erstmals überlegen muss, wie ich damit umgehe, nur relativ wenige Gapäck mitnehmen zu können.

Neben Objektiven und Kamera für Tageslicht und eines für Nachtaufnahmen braucht es auch eine Stativ und eine motorischen Nachführung für Milchstraßenaufnahmen. Da hab ich natürlich langsam Panik, dass sich letztlich keine Unterhosen zum Wechseln mehr ausgehen….und  auf diese möchte ich natürlich nur sehr ungern verzichten…

Da es nach Teneriffa geht und dort der Sternenhimmel ja bekanntlich doch so einiges hergibt, möchte ich aber nicht nur fotografieren sondern auch ein wenig spechteln. Mittlerweile verfüge ich ja über eine kleinere „Teleskopsammlung“ und darunter finden sich auch zwei bis drei reisetaugliche Optiken. Das Problem ist aber…sie sind nicht kompakt genug und würden letztendlich nach einer stabilen Montierung verlangen.

Fürs Weitfeldspechteln habe ich ja das Gucki:

https://trashholeobservatory.wordpress.com/2015/10/06/kleine-fernglaeser/

Das ist mit Sicherheit transportabel genug und wird garantiert einiges an Beobachtungsspaß hergeben. Auch bei der motorischen Nachführung lässt sich etwas Gewicht und Platz sparen. Der StarAdventurer bleibt zu Hause und das Vixen Polarie kommt mit…dazu hab ich mir noch ein sehr leichtes und transportables Stativ besorgt…

Bleibt aber noch das Problem mit dem Reiseteleskop…

Ich hab mir mal gedacht ich teste dieses hier aus:

celestron c70 (1 von 1)

Das Celestron C70…

Vielleicht wird es jetzt eigen Spechtelprofis alles zusammenziehen…ist doch kein ganz astreiner Tausch…Größe und Gewicht gegen Qualität…doch mal sehen…

In den letzten Tagen konnte ich das C70 ein wenig austesten und eines gleich vorweg: Ich bin nicht unzufrieden.

Hier mal die technischen Daten: Öffnung 70mm, Brennweite 750mm, es wiegt kein Kilo und ist 28cm lang. Kompakt ist es also schon mal. Brennweite hätte für meinen Zweck etwas kleiner sein können. Andererseits habe ich ja auch einen 750er Skywatcher im Kasten und damit schon ein wenig Erfahrung mit 750mm. Allerdings verfügt der Skywatcher über 150mm Öffnung und somit hat er ein Öffnungsverhältnis von f5. Das C70 hat dagegen fast schon f11.  Sehr lichtschwach der Kleine…aber egal…Milchstraßenfotografie und das Gucki werden ohnehin im Mittelpunkt stehen. Da bin ich schon mit ein paar kleineren Spechtelein zufrieden…

Für meine ersten Tests habe ich das C70 gleich in Kombination mit dem neuen Reisestativ ausprobiert. Im Netzt habe ich einen Hinweis darauf gefunden, dass man einen ausgedienten Kugelschreiber ohne Miene mit Gummiring am C70 befestigen könne und somit über ein sehr preisgüsntiges aber ebenfallst kompaktes Suchfernrohr verfügt. (darum ist auf dem Bild vom C70 auch ein Gummiring zu sehen…hätte es besser von der anderen Seite fotogrfieren sollen 🙂 )

In der zweiten Aufnahmenacht für das M51-Bild , ließ ich das C70 ein wenig durch den Sternenhimmel gleiten. Dabei habe ich das mitgelieferte Zoom-Okolar benutzt. „Wenn es schon dabei war und stabil montiert ist, kann man es ja vielleicht beibehalten.“ dachte ich mir. Mein erstes Beobachtungsobjekt war der Jupiter. Nicht schlecht! Man sieht ihn als Scheibchen und ganz zart seine Bänder. Fein! Rüber auf M42…Trapez lässt sich gut auflösen! Fein! Noch ein wenig durch den Orion und dann den Mond unter die Lupe genommen. Hier lässt sich ein wenig Farbunreinheit wahrnehmen…gegen Rand hin…wie das bei Billigteleskopen eben so ist…oder liegt es am Okular?…

Vorgestern tat sich eine kurze Wolkenlücke auf und da wollte ich es noch einmal wissen. Ich habe das Zoomokular abmontiert und einige meiner anderen Okulare ausprobiert. Eigentlich verfüge ich ja nicht über wirklich gute Okulare. Trotzdem war der Unterschied verblüffend. Das mitgelieferte Teil ist zwar nicht unbedingt ganz daneben, aber verringert die Leistungsfähigkeit des C70 doch erheblich. Positiv muss man anmerken, dass Celstron gleich einen 1,25″ Auszug, den man statt dem Okular anbringen kann mitliefert. Bei mir bleibt der Adapter dran…das ist fix…

Der Kugelschreiber funktioniert tatsächlich nicht schlecht als Suchfernrohr. Nachteilig ist jedoch, dass man ihn nachts nur sehr schwer sieht. Darum habe ich mir überlegt, mir Trinkhalme, die im Dunkeln leuchten zu besorgen. Obwohl ich dachte, dass es davon wohl ein reichhaltiges Angebot geben würde, habe ich bisher nur welche mit Penis an der Spitze gefunden. Nun, entweder ich treibe noch Alternativen auf oder ich werde demnächst ein paar „Beste Stücke“ abtrennen müssen. Der gute alte Freud hätte seine Freud!

Fazit: Das C70 ist eine Reiseteleskop für den Kompromissbereiten. Die klassichen Reiseteleskope mit Brennweite 400mm und Öffnung 70mm sind doch erheblich lichtstärker. Das mitgelieferte Okular ist nicht optimal aber für den Anfang und die Tagbeobachtung ausreichend. Am Suchfernrohr wird noch gearbeitet.

Das C70 ist kein klassisches Telskop sondern eher ein Spektiv in der Maksutow-Bauweise. Für meine Zwecke ist es, denke ich, nicht schlecht geeignet. (als Kompromiss-Reisetelskop) Ich kann mir denken, dass es auch für den Einsteiger verlockend sein könnte. 750mm Brennweite für kleines Geld! Davon möchte ich jedoch dringend abraten. Es ist für den Einstieg zu lichtschwach und die Brennweite zu groß um es auf einem Fotostativ zu handeln. Einen Kugelschreiber als Suchfernrohr zu benutzen, klingt auch ein wenig besser als es ist. Dies gelingt nur, wenn man bereits ein wenig Erfahrung mitbringt.Die besten Einsteigertelskope sind immer noch die 76/300er…

Natürlich hab ich es wieder einmal nicht lassen können und das C70 auf Astrofotografie-Tauglichkeit getestet:

celestron c70 mond (1 von 1)

Der Mond wäre auch noch schärfer gegenagen. An der Unschäfe trägt das Teleskop keine Schuld. Ist aber nicht so ganz leicht das Ding im fotografischen Einsatz scharf zu bekommen…trotzdem…wenn ich wirklich will, krieg ich mit dem Ding den Mond scharf…ich war einfach ein wenig schlampig…

celestron c70 jupiter 3 (1 von 1)

Der Jupiter mit der Canon aufgenommen. Ganz zart erkennt man seine Bänder. Sieht optisch natürlich 1000x besser aus…

celestron c70 jupiter (1 von 1)

Hier der Jupiter mit Monden. Weil ich nur vom Fotostativ aus geknipst habe, musste ich den ISO sehr hoch drehen…

celestron c70 sirius (1 von 1)

Tja…und hier das letzte Bild…bevor es endgültig zugewolkt hat, habe ich noch schnell den StarAdventurer aus dem Keller geholt und das C70 drauf gepackt. 750mm sind schon ein wenig viel für den StarAdventurer und daher gibt es unter anderem auch einen Nachführfehler zu begutachten. Aber leider noch mehr! Ich hab mir hier Sirius als Testobjekt ausgesucht. Natürlich in gewissem Sinne ein Härtefall…erst einmal fällt auf, dass nur 2 Spikes aus dem Stern kommen. Also entweder 4 oder keiner, sag ich da. Damit für die Astrofotografie ungeeignet das Ding. Dazu gibt es zu allem Überfluss noch zwei schöne Halos und einen Blendenfleck zu sehen…das geht so gar nicht!

trash on!

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