Farbstich entfernen und strechen mit Fitswork…

In diesem Beitrag möchte ich zeigen, was man mit Fistwork noch an grundsätzlicher und vorbereitender Arbeit leisten kann. Das Ausgangsmaterial ist hier ein Foto mit astromodifizierter Kamera…das speilt aber keine große Rolle…ich habe es ausgewählt, weil es durch den entfernten IR-Filter einen erhöhten Farbstich aufweist. Mein Objektiv war dabei eine sogenannte Russentonne mit 500mm Brennweite. Ohne Nachführung lässt sich mit einer solch großen Brennweite nicht mehr arbeiten…ich hoffe daher, dass das ausgewählte Bild als Beispielfoto durchgeht. 🙂 (Zur Orion-Saison werde ich, sofern es das Wetter erlaubt, versuchen was sich dem Orionnebel auch ohen Nachführung abringen lässt…bis dahin muss ich leider auf ältere Bilder zurückgreifen…)

au

Hier nun das Ausgangsmaterial bereits in Fitswork geöffnet. Wir haben es hier mit einer eher nicht so perfekten Aufnahme zu tun. Sie ist leicht unscharf und nicht lange genug belichtet. Damit werden wir am Ende kein perfektes Astrofoto erhalten. Wie heißt in der Zen-Tradition aber so schön „Zen-Geist ist Anfänger-Geist“ und einem Anfänger reicht vorerst ein Astrofoto, das als solches erkennbar ist. Es muss nicht perfekt sein…Perfektion ist der NASA und den anderen Strebern vorbehalten…

Zurück zum Bild…was sofort ins Auge sticht, ist ein gewaltiger Rotstich. Nun da der M42 rot ist, sind wir ja grundsätzlich nicht böse darüber…aber was zu viel ist…

Drehn wir zunächst mal etwas das Licht auf, damit wir besser sehen können, was wir dem Bild antun:

In der Symbolleiste (unter der Menüleiste) das vierte Symbol von rechts (mit der Kurve) anclicken und den unteren Regler etwas nach rechts bewegen.

strechen

…bis das Bild ca. so aussieht. Der Farbstich tritt nun noch deutlicher hervor. Den Vorgang der Bildaufhellung nennt man „Strechen“. Hier bietet auch Photoshop mit der „Gradiationskurve“ ein fähiges Instument. In Pixinsight wird dieser Schritt fast vollautomatisch übernommen und das „Strechen“ kann sogar virtuell simuliert werden, damit sich vor diesem Vorgang noch ein paar weitere Korrekturschritte setzen lassen…aber das ist eine andere Geschichte…

Also: „Bearbeiten“—„Farbfunktionen“—„Farbkorrektur“ und ein neues Fenster tut sich auf:

farbe

Hier können die einzelnen Farbkanäle nachjustiert werden. Ich habe den Rotanteil im Rotkanal um 50% verringert. (so stark wird das mit IR-Sperrfilter nicht notwendig sein)…danach ist mir dann ein leichter Grünstich aufgefallen…also habe ich das Grün im Grünkanl um 5% verringert. Farbstich ade..

Das Bild gefällt mir aber immer noch nicht wirklich…ein eklatanter Belichtungsunterschied von den Rändern zur Mitte macht eine weitere Bearbeitung unmöglich. Hebt man den Kontrast an…verstärkt sich der Effekt noch!

Also bringt man diese Prozedur hier zur Anwendung:

https://trash-hole-oberservatory.com/2016/10/12/hintergrund-ebnen-mit-kostenloser-software/

…danach sollte das Bild dann etwa so aussehen:

export-kopie

…der Hintergrund wurde begradigt und somit kann das Bild jetzt weiterverarbeitet werden. Kontrast anheben, Sättigung einstellen, ein wenig schärfen und natürlich das Rauschen etwas reduzieren (kann alles im gewohnten Bildbearbeitungsprogramm geschehen)…dann mag das gute Stück etwa so aussehen:

ergebnis

Wie schon erwähnt…nicht das perfekte Astrofoto…aber ein Astrofoto! Und kein Vergleich zum Rohbild. Ist das Ausgangsmaterial besser…bekommt man auch ansehnlichere Resultate..und ja…der Hintergrund ist mir wohl ein wenig dunkel geraten…

trash on und CS!

 

 

 

3 Gedanken zu “Farbstich entfernen und strechen mit Fitswork…

  1. Deine nicht ganz so perfekten Astrofotos erstaunen mich immer wieder. Ich find die einfach genial. Nicht ganz scharf hast du gesagt. Das ist für mich immer wieder ein Problem bei den Sternen, die wirklich scharf zu bekommen. Bei meinen kleinen Sternenkarten ist die Unschärfe gewollt, um die Sternbilder mit den helleren Sternen deutlich werden zu lassen. Bei anderen Versuchen bin ich da manchmal fast am verzweifeln.

    Zu der Farbkorrektur hab ich eine Frage. Es bietet sich ja die Möglichkeit eines händischen Weißabgleichs. Muß ich hier mit einer Farbkorrektut arbeiten (gibt es ja in darktable auch) oder kann ich das auch mit dem Weißabgleich versuchen. Oder sind das zwei ganz verschiedene Sachen?

    Edgar

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s