Jahresreflexionsgespräch 16…

Nun ja…immer im Oktober hat mein Blog Geburtstag und da sich mein Berufsleben im Sozialbereich abspielt und man dort wiederkehrende Mitarbeitergespräche „Reflexionsgespräche“ nennt, gibt es hier auch jedes Jahr ein Reflexionsgespräch… (zwischen mir selbst und mir selbst)

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich bereits sehnsüchtig auf meine Moravian G2-8300 (CCD-Kamera) gewartet und gegen Weihnachten war es dann so weit. Ich durfte sie im Aluköfferchen vom Teleskop-Austia mit nach Hause nehmen. Nicht ganz ohne Stolz muss ich hier auch dazu-erwähnen, dass mir der berühmte und sehr sympathische Tommy Nawratil höchst persönlich meine Filter in das Filterrad der Kamera geschraubt hat Überhaupt stammt die gesamte Filterplanung und auch die endgültige Entscheidung die Moravian zu nehmen von Tommy Nawratil. Normalerweise bin ich Verkäufern gegenüber ja immer grundsätzlich skeptisch…beim Tommy ist das aber anders. Alles was er versucht hat mir auszureden und ich mir trotzdem angeschafft habe, war letztlich auch für die Tonne…und alles was er mir bisher nahegelegt hat…na ja genug der Schwärmerei…wenn du in der Nähe Wiens wohnst und dich für Astronomie begeisterst, dann gibts nur einen Shop für dich…und ich bekomme immer noch nicht bezahlt dafür, dass ich das behaupte 🙂

So ging es um die Weihnachtszeit los mit ersten Experimenten. Aus heutiger Sicht leider erfolgslos. Mal hat der Abstand vom Flattener nicht gepasst, mal hatte ich kleine Kommunikations-Wehwechen zwischen Kamera und PC…gemacht habe ich damals Pferdekopf, M42, Rosettennebel usw….danach wurde entschieden, dass ich nun auch noch einen neuen APO brauchte, weil die Qualität des Reiseapos nicht zur CCD passte…und wieder musste ich warten…auf den TSED70Q…hat aber wenig ausgemacht, da im Frühling sowieso die Galaxien an der Reihe waren und ich somit auf die Newtons zurück griff. xx m81 m82 g2 8300 150 750 mehr k (1 von 1)

15 m51 150-750 g2 8300 (1 von 1)

Wetterbedingt kam ich bei den Galaxien nicht sehr weit. Aber es wird ein neuer Frühling kommen…da ist dann M101 ein Fixtermin…hier der Link zur Galaxien-Galerie: https://trash-hole-oberservatory.com/galaxien/

Seit Mai sind nun die schönen Nebel der Milchstraße dran und mit einigen dieser Bilder bin ich bereits recht zufrieden:

dd (1 von 1)

Dieses gefällt mir fast am besten…

54-m20-m8-1

Und dieses war eine sehr große Herausforderung, weil das Objekt so weit im Süden steht, dass es aus unseren Breiten nur sehr schwer zu erwischen ist…darum bin ich froh es im Kasten zu haben…

Hier der Link zu den bisherigen Nebeln und Objekten der Milchstraße:

https://trash-hole-oberservatory.com/nutzliches/

Bei der anfänglichen Arbeit mit der CCD hat sich für mich eines sehr schnell herauskristallisiert: Die wichtigsten Objekte des Nordhimmel muss ich alle ablichten. Warum auch immer? Ich muss! Ein heimlicher Sammler bin ich ja seit ich denken kann…und so muss ich sie alle haben 🙂 …zumindest die A-Prominenz…

Somit steht punkto Deep-Sky auch der Plan für das Ende dieses Jahres und das nächste Jahr. Zuerst den verpatzten Winter des letzten Jahres wiederholen…im Frühling ein paar Galaxien und dann wieder Milchstraße bis zum Herbst…im Idealfall vielleicht auch 1-2 Planetarische Nebel…dann sollte der Grundstock der Sammlung mal gesetzt sein… 🙂

In weiterer Folge (ja liebe Kenner des Sozialbereichs…jetzt steuern wir langsam auf das langfristige Ziel zu)  möchte ich dann etwas spezieller werden, vermehrt im Schmalbandbereich arbeiten und auch den  GSO 10″ öfter ins Spiel bringen…zusätzlich könnte man mal schauen, was das C8 mit CCD so auf dem Kasten hat…manche Astrofotografen halten schon mal 30-40 Stunden drauf…das geht natürlich nicht, wenn du eine Sammlung zu vervollständigen hast…aber danach vielleicht schon…dazu gibts beim nächsten Reflexionsgespräch hoffentlich schon konkretere Pläne.

Unterm Strich kann ich sagen, dass die Moravian zwar schon ihren Preis hatte, aber sie mir in unserer gemeinsamen Zeit schon sehr ans Herz gewachsen ist. Noch mehr als von der CCD selbst profitiere  ich jedoch vom Filterrad und die Filter. Damit sind nun verschiedene Versionen der Objekte und detailreichere Bilder möglich. Schnell wurde mir jedoch der Arbeitsaufwand bewusst und der Wunsch nach einer alternativen Bearbeitungstechnik kam auf. Da trat Pixinsight auf den Plan…eine extrem mächtige Software…

Der frühe Sommer gab Deep-Sky-mäßig nicht wirklich viel her…dafür gab es aber ein Astro-Highlight auf Teneriffa:

el teide teneriffa milchstraße (1 von 1)

https://trash-hole-oberservatory.com/2016/07/13/pico-del-teide/

Und auch eine Allsky-Kamera hab ich mir zugelegt:

stange allsky (1 von 1)

20160811_0701_raw

perseiden 2016 (1 von 1)

Diese hat vor gar nicht langer Zeit ihre eigene Seite verpasst bekommen:

https://thoallsky.wordpress.com/

Mitte des Sommers gab es dann eine kleine Überraschung für mich…mein Nordamerikanebel war im Abenteuer Astronomie abgebildet…und auch ein Bild vom Merkurtransit…

na-real-hubble-1-von-1

Hier mein Nordamerikanebel in Falschfarben…allerdings nicht in der „Abenteuer-Astronomie“-Version…

merkurtransit (1 von 1)

Und hier der Merkurtransit…das kleine schwarze Pünktchen ist der Merkur 🙂

https://trash-hole-oberservatory.com/2016/07/25/morgendliche-ueberraschung/

In der aktuellen Ausgabe findet sich außerdem dieses Bild aus Teneriffa:

startrails teneriffa (1 von 1)

…manchmal ist es schon komisch…für die Milchstraßenfotos habe ich mich nachts auf dem Vulkan herumgetrieben und keines davon erschien in einer Zeitschrift…das Startrailsbild hingegen habe ich von der Hotel-Terrasse aus aufgenommen, während ich mir das EM-Endspiel im Fernsehen ansah 🙂

Teneriffa hat aber auch eine andere Idee in mir wachsen lassen. Das größte Sonnenobservatorium Europas hat den Anstoß, mir eine etwas kleinere Variante zuzulegen, gegeben. Seither darf ich auch in der Welt der Filamente und Protuberanzen etwas mitnaschen:

sept-protuberanz-1-von-1

erde vergleich (1 von 1)

Nach dieser Anschaffung wurde eines spürbar…meine Sammlung von Optiken und Kameras ist komplett…na ja nicht ganz…“Planetenmäßig hab ichs eigentlich nicht so dicke“ dacht ich mir und besorgte mir noch eine kleinere Auswahl an Plenatenkameras und ein Filterrad…und seither ist doch tatsächlich Schluss. Besser noch…ich hab mir zwischenzeitlich sogar ein paar Dinge angeschafft die absolut nichts mit Astronomie zu tun haben. Sind dies schon die ersten Schritte zurück in ein normales Leben? Man weiß es nicht…

Nun zum kritischen Teil:

Wie man dem bisherigen Bericht entnehmen kann, habe ich mich im letzten Jahr im astronomischen Sinne ausschließlich mit mir und meiner eigenen Astrofotografie beschäftigt. Eigentlich wollte ich mit meinem Blog aber auch anderen weiterhelfen, dieses Ziel aber wohl etwas saus den Augen verloren. Da war aber die CCD und die neue Software und letztlich eine Mörder-Hoch-Phase im August und September…da gab es Wochen in denen ich jede Nacht fotografiert habe und tagsüber die Datenberge bewältigt werden mussten. Und heute habe ich ja das lang gehütetes Mysterium endlich gelüftet…ja ich gehe auch einer Erwerbstätigkeit nach…also tut mir leid…es ging sich nicht aus…

…doch ein paar Tage bleiben mir noch in diesem Jahr und versprochen…ich werd es wieder gut machen. Ich glaube ein bisschen hat man mein Bemühen eh schon bemerkt in den letzten Tagen…oder?

Sind sicher nicht die großen Weisheiten, die ich auf Lager habe. Dafür bin ich aber bereit auszupacken. Ich sage alles was ich weiß!

So…das ist nun genug…

Eigentlich ein super Jahr!

trash on und CS!

 

 

12 Gedanken zu “Jahresreflexionsgespräch 16…

    • Das macht mich auch immer am meisten fertig. Du gehst einfach bei der Tür hinaus, stellst ein paar „Lichtsammler“ und „Lichtverstärker“, wie Teleskop und Kamera auf und du kannst Milliarden Lichtjahre weit blicken…und das auch zurück in der Zeit…Vielen Dank!

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    • Ich danke dir vielmals!…ja find ich auch, dass es in vielen Regionen aussieht, wie in einer Märchenwelt…manchmal fällt mir dann aber ein, dass es nur Ansammlungen von einfachen Molekülen sind, die ich da abbilde…Meine Betrachtungsweise flackert meist zwischen Märchenwelt und rationaler Kälte… 🙂

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  1. Nach wie vor eine schwierige Vorstellung, dass es ein Blick zurück ist. Neuesten Entwicklungen nach gibt es doch noch mehr Galaxien als bislang gedacht und die sind dann ja noch weiter weg. Wie mag das alles in einem zeitgleichen Zustand aussehen?
    Ich war mir übrigens nicht mehr so sicher, ob du tatsächlich noch Zeit zum Arbeiten gehen hast…. Gerade die Nachbearbeitung ist doch zeitintensiv und schlafen will man auch noch…. und wenn dann die Kinder mal fragen ‚warum treibt sich in unserem Garten nachts immer ein dunkler Mann mit Geräten rum?‘ sollte man sich genau überlegen ob man ihnen die Wahrheit sagt…
    Nun denn, bei mir lief alles etwas langsamer als erhofft, allerdings sind die mir zur Verfügung stehenden Zeiten aus verschiedenen Gründen nicht so umfassend…. und das Wetter war über weite Strecken eine Katastrophe.
    In diesem Sinn, weiter geht’s….

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    • Ja fraglich wie ein zeitgleiches Universum aussehen würde…interessante Vorstellung…hab ich mir nie überlegt…hab die Zeit irgendwann mal in die Schublade mit den anderen rein subjektiven Dingen gelegt…
      Ja die Nachbearbeitung…hier hilft Pixinsight allerdings schon sehr. Vor allem bei der Bearbeitung von CCD-Bildern…da gibt es viele halbautomatische Schritte und wenn man mal einen lichten Überblick gewinnt, dann ist nicht länger als 1h Bearbeitungszeit pro Bild notwendig. In der laaangen Hochphase sah es dann so aus, dass das Teleskop gleich im Garten stehen blieb…einer ist ja immer zu Hause bei uns…so hab ich mir das Auf und Abbauen gespart…sobald morgens das Material geknipst war, habe ich sofort mit der Bearbeitung begonnen. Somit ging sich alles fein aus…nach 3 Wochen hab ich aber dann auch gemerkt, dass der Körper nicht mehr lange mitmachen wird und dann war auch mal gut, dass die Nächte nicht mehr lockten. Jetzt würd es mich aber schon wieder reizen….
      Zeit und Wetter..zwei wechselwirkende Komponenten…das Wetter hat eben nicht immer Zeit, wenn man Zeit hat…die Sterne laufen ja nicht davon 🙂

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  2. ich verstehe davon zwar nur die hälfte, aber der visuelle rückblick ist sehr schön geworden! was das foto vom teide angeht: ein jammer, dass das nicht erschienen ist, es hätte es verdient. aber vermutlich machen das mittlerweile soviele leute, dass es schwer ist, mit einem bild herauszustechen, während die startrails um die palmen wohl schon eher eine ungewöhnliche umsetzung sind,.

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  3. Deine Reflexionen des noch nicht ganz vergangenen Jahres hab ich mit großer Begeisterung gelesen. Es ist zu spüren, wie sehr du in deinem Hobby aufgehst. Ich schau mir deine Bilder immer gerne an. Leider fehlt mir gerade bei den Nebeln die Erfahrung und das Wissen, um hier konstruktiv Kritik üben zu können. So bleibt mir also nur das Kopfnicken und die Freude, wieder ein schönes Bild gesehen zu haben.

    Mach weiter so, auch mit den Reflexionsgesprächen …

    Edgar

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