Endlich M1…

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Vor ca. 7500 Jahren endete das Leben eines Sterns im Sternbild Stier. Nachdem das Licht ca. 6300 Jahre gereist war, leuchtete hier auf der Erde im Frühjahr 1054 ein neuer Stern am Himmel…heller als die Venus…aber langsam wurde er wieder dunkler und verschwand…1731 fand man genau an der Position des neuen Sterns einen kleinen nebeligen Fleck…die Geschichte einer Supernova-Explosion also…

Vorgestern daher wieder mal die Riesentonne (GSO10″) aus dem Keller geholt und draufgehalten….

Der Krebsnebel hat als Supernovaüberrest 2 Besonderheiten im Gepäck:

  1. Er ist das Messier Objekt Nr. 1…also beschämenswert, dass ich ihn erst jetzt auf Bild gebracht habe…
  2. Alle Nebel, die von Hobbyastronomen beobachtet werden können, strahlen durch ihre hohe Temperatur. M1 leuchtet aber durch den Umstand, dass sich in ihm die Elektronen sehr sehr schnell bewegen…in etwa so schnell, wie in den irdischen Teilchenbeschleunigern…

trash on und CS!

Die Dunkle Seite des Orion…

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Eigentlich wollte ich das Bild mit 750mm Brennweite aufnehmen. Dann entschied sich aber der Okularauszug des 150/750 Newton dafür, das Gewicht der Kamera nicht mehr zu tragen. Obwohl ich weiß, wie man das repariert, erschien es mir aber nicht sinnvoll die klare Nacht mit Wartungsarbeiten zu verbringen. Daher Apo rauf und los…dadurch leider Brennweite eingebüßt…ein unfreiwilliges Weitfeld…

trash on und CS!

Astrofotografie ohne spezifische Hilfsmittel VI…

Nun zu einer sehr einfachen aber dafür um so reizvolleren Art der Himmelsfotografie ohne Nachführung…

Ich habe ja schon öfters erwähnt, dass es von der Brennweite des Objektives  abhängig ist, wie lange man belichten kann, ohne dass die Sterne zu Strichen werden…

siehe hier:

https://trash-hole-oberservatory.com/astrofotografie-ohne-nachfuehrung/

Nun eine wahrlich niedrige Brennweite haben Fisheye-Objektive. Meines von Lensbaby hat beispielsweise 5,8mm…bei der Formel für APSC-Sensor bedeutet dies 300:5,8 ergibt ca. 51 Sekunden Belichtungszeit…fast ne Minute also…da lässt sich schon was anfangen…

Einer der diesen Umstand vorzüglich ausnützt ist dieser Mann hier:

https://seescho.wordpress.com/

(neben seinen Sternkarten macht er auch noch tolle Fotostorys mit Gummibären, sehr gelungene Bilder mit hoher Brennweite (ISS und Planeten…) und ein klein wenig Deep-Sky…ein Allround-Talent!)

Hier nun ein paar Kostproben:

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Ein schönes Panorama der Milchstraße bei zarten Schleierwolken…besonders schön finde ich den Baum am unteren Bildrand…

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Ein Fischauge bietet die Möglichkeit mehrere Sternbilder am Foto unterzubringen. Das Einzeichnen der Linien wird zwar etwas Übung in Anspruch nehmen…wie man sieht zahlt es sich aber aus…

Fischauge-Objektive mit 180° sind nicht unbedingt billig…

…darum ist man sicherlich geneigt einfach einen Fischaugen-Aufsatz für ein gängiges Objektiv anzuschaffen….im Alltag sicher eine gute Alternative…für die Sternenfotografie aber ungeeignet. Zu sehr verzerren die Sterne gegen Rand hin…

In diesem Beitrag von 2014 findet sich dazu ein Test…

https://trash-hole-oberservatory.com/2014/12/04/soviel-zen-training-dass-dir-bei-diesem-wetter-nicht-die-eier-wund-gehn-kannst-du-gar-nicht-machen/

Kurzum: Ich halte das Lensbaby für eine gute Wahl…macht runde Sterne und ist erschwinglich…

trash on!

Da ich mich neulich auch mit diesem Thema beschäftigt habe und der Beitrag des Kollegen wirklich sehr gelungen ist….möchte ich diesen hier nicht vorenthalten: Ein eigenes Teleskop für den AstroZwerg?

Mit Sicherheit ist es der Traum vieler astronomiebegeisterter Zwerge mit einem eigenen Teleskop den Sternenhimmel durchforschen zu können. Bevor man sich die Frage stellt, was für ein Teleskop für …

Quelle: Ein eigenes Teleskop für den AstroZwerg?

Erstkontakt…

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Gut…als ich dieses Buch entdeckte musste ich es natürlich sofort kaufen…

…hat sich diese Entscheidung gerechnet? Warten wirs ab…

Der Autor Daniel Gerritzen setzt sich in diesem Büchlein mit der Frage auseinander, ob wir nicht besser daran täten, uns auf einen Erstkontakt vorzubereiten. Er beginnt seine Reise mit der alten Wells/Wells-Geschichte…(Hr. Wells verfasste ja bekanntlich den Roman Krieg der Welten der später mehrmals den Weg in die Kinos fand. In der Zwischenkriegszeit wurde die Geschichte von Orson Wells (Der Dritte Mann) als Hörspiel für das Radio aufbereitet. Um die Sache besonders daramtisch wirken zu lassen, hat Hr. Wells englische Schauplätze gewählt und so getan, als würden die Ereignisse genau im Momant der Ausstrahlung statt finden. Dies führte dazu, dass die Radiosendung von einem Großteil der Bevölkerung nicht als Hörspiel erkannt wurde und es folgerichtig zum Chaos kam. (Also…schon damals gab es oft grobe Fehlinterpretationen bezüglich neuer Medien und bekanntermaßen hat der Volksempfänger den Nazis gewaltig in die Karten gespielt…)

Und diese Geschichte wiederholte sich weitere 5x an anderen Schauplätzen…es kamen dabei sogar Menschen ums Leben…

Danach werden dann die bekanntesten Sci-Fi-Klassiker in denen der Erstkontakt Thema ist durchgearbeitet…sehr interessant! (erstaunlich wieviel Hr. Spielberg zu diesem Thema gemacht hat!)

Dann wird es etwas spekulativ und der Autor scheint mir ein klein wenig frei dafür zu argumentieren, dass ein Erstkontakt (demnächst) ziemlich wahrscheinlich bevorstehe. Bis zu diesem Teil bin ich davon Ausgegangen, dass wir es hier mit den Ausführungen eines Naturwissenschftlers zu tun haben…bei der gewählten Argumentation wurde ich jedoch skeptisch und hab mal begonnen mich für den Autor zu interessieren….nun ja, wie sich herausstellte ist der Mann Journalist…na da darf er dann ein wenig spekulieren…unter anderem ist mir aber übel aufgestoßen, dass im Buch das Tonguska-Ereignis ein wenig in die Ecke der Raumschifflandung gedrängt wird…natürlich ist bis heute ist noch immer nicht gesichert, was die Bäume dort hat umknickenlassen wie Streichhölzer und es könnte  auch etwas gewesen sein, dass auf Aliens hindeutet….aber gesichertes Wissen ist das nicht. Erstaunlich ist dann aber, wie oft schon verdächtige Signale aus dem Weltraum aufgespürt wurden. Das bekannteste davon ist sicher das Wow-Signal…doch es gibt noch ein paar mehr…bezüglich der Signale wird das Buch wieder entwas sachlicher. Danach folgt dann eine ganze Reihe von Was-Wäre-Wenn-Spielchen…die dann letztlich darauf hinarbeiten, dass in gesellschaftlicher Hinsicht in jedem Fall negative Auswirkungen haben wird…dieser Teil ist sehr gut argumentiert und auch spannend zu lesen. Wenn ich auch glaube, dass sich ein solches Ereignis und seine gesellschaftliche Tragweite nur schwer abschätzen lassen.

Unterm Strich:

Sehr spannende, unterhaltsame Lektüre. In den eher psychologischen Passagen nicht nur bezüglich der Aliens aus dem All lehrreich…es wird sehr gut und anschaulich beschrieben, wie aus vorgefertigten Meinungen und Ansichte schnell Panik und Hass wird…

Wer ganz harte Fakten liebt, der wird das Buch wieder zuklappen müssen…wer sich aber auch ein wenig gruseln möchte und die Unterhaltung sucht und dazu Information…für den wird der Text sehr gut passen, denke ich…

Insgesamt ein spannendes und informatives Buch, das vielleicht nicht an jeder Stelle mit harten Fakten glänzt…

Also trash on und viel Spaß beim Erstkontakt!

Und CS könnte es auch mal wieder geben…