tair 3s 300mm

Nun möchte hier eine kostengünstige Variante um etwas Astrofotografie zu betreiben vorstellen. Das Tair-3S 300mm aus der ehemaligen Udssr…

Ich habe es in Kombination mit einigen anderen Sachen, die ich mehr oder weniger gut brauchen kann, erworben. Kostenpunkt: 100 Euro.

Hier mal das gesamte Köfferchen, das es um diesen Preis gab:

koffer (1 von 1)

Im Koffer befindet sich eine ZENIT Spiegelreflex-Kamera (analog), Das Tair-Objektiv, mehrere Filter und noch ein Helios-Objektiv mit 58mm Brennweite. Da es sich hier um das „Foto-Sniper-Set“ handelt, war auch noch eine Pistole mit dabei, auf die sich bei Bedarf Spiegelreflex und Tair aufschrauben lassen. Danach kann man dann wie aus der Pistole geschossen knipsen…aus optischen Gründen wurde die Pistole entfernt…hat mir einfach zu militant ausgesehen…der Koffer ist aber ganz nett…zudem lässt sich der gesamte Inhalt festschrauben und kugelt so nicht herum…

Schon beim Heimtragen ist mir aufgefallen, dass der Inhalt des Köfferchens nicht gerade zu den Leichtgewichten zählen dürfte und als ich zu Hause alles inspizierte, wurde sofort klar, dass sich ein großer Teil des Gewichts auf das Tair konzentriert. Also sofort auf die Waage damit. Es hat ca. 1,6kg…das könnte für sehr kompakte Montierungen zu viel sein. Vixen Polarie geht sich bestimmt nicht aus…Star Adventurer oder EQ3 aber ziemlich sicher schon…

Auf zur genaueren Inspektion: Linse sieht gut aus, das Öffnungsverhältnis von f4,5 ist ebenfalls vielversprechend. Das Tair hat, wie ja die meisten russischen Objektive ein M42 Gewinde…mit einem M42-Canon-Adapter kann es an einer Canon angebracht werden…aber Vorsicht! Es muss eine dünn gehaltene Variante des Adapters sein…sonst kommt man bei „Unendlich“ nicht in den Focus…

Auf zum Praxistest:

Das Tair mit Canon 550d (astro) auf den StarAdventurer und alles 2 Stunden köcheln lassen:

m42 tair test (1 von 1)

Canon 550d auf StarAdventurer, TAIR-3S 300mm, Belichtungszeit ca. 2h a 2 min, ISO 800…

Das Ergebnis ist, wie ich finde ganz brauchbar. Da es sich beim Tair um keinen APO handelt, hab ich ein wenig Blau aus dem Bild nehmen müssen…trotzdem wirkt das Foto aber noch natürlich. Es rauscht ein klein wenig…dies liegt aber weniger am Tair, als an der doch etwas zu kurzen Belichtungszeit. Die Halos der helleren Sterne sind etwas verschoben…dies hät sich aber in einem erträglichen Bereich.

Fazit: In der Diziplin der Astrofotografie macht das Tair eine durchaus passable Figur. Sein stärkstes Argument dabei ist definitiv der Preis. Ich kenne kein Objektiv, das unter 100 Euro zu haben ist und eine solche Leistung abliefern kann. Etscheidende Nachteile sind das Gewicht und die verschobenen Halos bei hellen Sternen.

Was ist noch im Koffer?

Da teste ich doch auch gleich das Helios:

helios (1 von 1)

Obwohl der Name nach Himmelskörpern klingt, kann der Bericht über das Objektiv sehr kurz ausfallen: Am Tage sicher kein schlechtes Teil. Astrofotografie? Meiner Meinung nach nicht sinnvoll! Die Serne werden nur in der Mitte das Bildes scharf abgebildet…damit hat sichs…

Doch noch etwas ist im Koffer:

zenit (1 von 1)

Brauch ich oder brauch ich nicht? Weiß ich noch nicht…

Beim Lesen eines alten Astrobuches aus der ehemaligen DDR

https://trashholeobservatory.wordpress.com/2015/12/23/das-sternguckerbuch/

hab ich mir ja den Wunsch aufgerissen auch die analoge Astrofotografie zu versuchen…momentan experimentiere ich deshalb mit einer analogen Canon und einem ISO 400 BW Film. Hier die ersten Ergebnisse:

film (1 von 1)

Was mag da wohl draf sein? ich bin schon gespannt…